
Rental Family
Darsteller: Brendan Fraser, Shannon Mahina Gorman, Takehiro Hira, Mari Yamamoto
Regie: Hikari
Dauer: 103 Minuten
FSK: freigegeben ohne Altersbeschränkung
Website: www.rentalfamilyfilm.de
Facebook: facebook.com/20thCenturyStudiosDE
Instagram: instagram.com/20thcenturystudiosde
Kinostart: 8. Januar 2026
Lange ist es nicht her, da war Brendan Fraser schauspielerisch in der Versenkung verschwunden, bis er 2022 in Darren Aronofskys bewegendem Drama „The Whale“ (lies unsere Filmkritik hier) brillieren konnte und sein Comeback mit einem Oscar® als „Bester Schauspieler“ gekrönt wurde. Nach seinen Rollen in Martin Scorseses packendem Western „Killers of the Flower Moon“ (2023) sowie der mittelprächtigen Actionkomödie „Brothers“ (2024) sehen wir Fraser nun erneut in einem berührenden Streifen, und „Rental Family“ nimmt uns mit nach Japan, ins Heimatland seiner Regisseurin Mitsuyo Miyazaki, besser bekannt unter dem Namen Hikari.
Phillip Vanderploeg (Fraser) lebt schon seit sieben Jahren in Tokio, wo der amerikanischer Schauspieler auf weit mehr Karriere gehofft hatte, man ihn aber hauptsächlich für Zahnpasta-Werbung kennt. Das Geld ist knapp, aber da er die japanische Sprache beherrscht, ist Phillip offen für diverse Jobs, und dann doch aber überrascht, als er als amerikanischer Trauernder auf einer Beerdigung engagiert wird, bei der sich heraus stellt, dass der im Sarg liegende Mann gar nicht verstorben ist, sondern sich nur über die Anteilnahme auf seiner inszenierten Trauerfeier freut.
Hieraus resultiert – zunächst von Phillip abgelehnt, dann aber doch akzeptiert – die Festanstellung in einer „Mietfamilien“-Agentur, die rein von Profitbestreben getrieben vom Sinji Tada (Takehiro Hira) geleitet wird. Dort nimmt er verschiedene Rollen an, wobei eine der ersten ihn am Job zweifeln lässt, während andere ihm eine gewisse Erfüllung bringen, wenn er hierbei Menschen glücklicher machen kann, ob als bester Freund zum Videospielen oder als angeblicher Gatte, um einer Homosexuellen ihr Outing vor der Familie zu ersparen und ein freies Leben zu ermöglichen.
Dann aber bleibt es nicht aus, dass Phillip im Job auch emotionalere Bindungen entwickelt, so wie zum alten Schauspieler Kikuo Hasegawa (Akira Emoto), den er ohne sein Wissen als vermeintlicher Journalist interviewt, um trotz seiner einsetzenden Demenz ein Vermächtnis für seine Tochter zu hinterlassen. Noch mehr berührt ihn die Aufgabe als nach langer Zeit im Ausland nach Tokio heim gekehrter Vater der Schülerin Mia (Shannon Mahina Gorman), deren Mutter (Shino Shinozaki) ihn engagiert, da sie sicher ist, für die Aufnahme an einer Privatschule ein intaktes Familienleben vorweisen zu müssen. Die anfangs skeptische, ihn dann aber schnell ins Herz schließende Mia fordert nämlich ein Versprechen ein, dass er nicht wieder verschwindet, und schon befindet sich der alles andere als herzlose Phillip in einem Gewissenskonflikt.

(© Searchlight Pictures)
Hikari legt mit „Rental Family“ ihren ersten Langfilm nach „37 Seconds“ aus dem Jahr 2019 vor, der bei der Berlinale in der Sektion Panorama mit dem Publikumspreis sowie dem CICAE-Preis für herausragende Arthouse-Filme ausgezeichnet wurde. Für ihr neues Werk hat sie das Drehbuch zusammen mit Stephen Blahut verfasst, der damals noch als Kameramann fungierte, nun zudem zu den ausführenden Produzenten gehörte, wie auch Brendan Fraser.
Selbiger überzeugt mal wieder, wenn er Phillip äußerst glaubhaft verkörpert, der sich recht einsam und von wenig Erfolg gefrustet generell auf der Suche nach einem Sinn befindet und dann in besagter Agentur anheuert, wo ihn die Jobs auf ganz unterschiedliche Art und Weise fordern. Anfangs präsentiert uns Hikari dies noch mit einigem Humor gewürzt und es bereitet tatsächlich Spaß, so einige absurde Situationen mit anzuschauen, die man der japanischen Kultur abkauft, von der man ja weiß, dass hier und dort für unser westliches Auge skurrile Dinge Normalität sind. Und so abwegig ist das Ganze mit der Mietfamilien-Agentur ja auch gar nicht, wenn man bedenkt, wie einsam Menschen heutzutage oft sind und wie viel sicherer eine solche Buchung wäre im Vergleich zu Fremden, die man über das Internet oder bei flüchtigen Treffen kennenlernen könnte.
Natürlich streuen Hikari und Blahut hier einige Gesellschaftskritik mit ein, dann aber wird der Streifen immer emotionaler mit den beiden geschilderten Bindungen zum alten Kikuo Hasegawa (auch stark: Akira Emoto) und vor allem zur jungen, durchaus gewitzten Mia, die von Shannon Mahina Gorman ebenfalls toll gespielt wird. Das Gezeigte driftet dann zwar ein wenig in Richtung Kitsch, jedoch nicht zu sehr, und vor allem ist „Rental Family“ ein herzerwärmender Film, der sich viel mit Moral beschäftigt und bestens anschauen lässt – untermalt von einem wundervollen Score von Sigur-Rós-Frontmann Jón Þór „Jónsi“ Birgisson und Alex Somers.
Trailer:
Bewertung: 8 von 10 Punkten



Wir verlosen drei Fanpakete zum Streifen, jeweils bestehend aus einer Bentobox und Essstäbchen zum Film. Zur Teilnahme einfach das folgende Formular ausfüllen und absenden. Einsendeschluss ist der 8. Februar 2026. Viel Glück!
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