Home Film “Augenblicke: Gesichter einer Reise” – ein kunstvolles Zweiergespann verschönert Frankreich

“Augenblicke: Gesichter einer Reise” – ein kunstvolles Zweiergespann verschönert Frankreich

Autor: Tobi

"Augenblicke: Gesichter einer Reise"

Augenblicke: Gesichter einer Reise

Dokumentation
Regie: Agnès Varda, JR
Dauer: 93 Minuten
FSK: freigegeben ohne Altersbeschränkung
Website: www.weltkino.de/film/kino/augenblicke_gesichter_einer_reise_
Facebook: facebook.com/Augenblicke.DerFilm


Am 31. Mai bringt Weltkino “Augenblicke: Gesichter einer Reise” in unsere Kinos. “Visages Villages”, der französische Originaltitel des Films, beschreibt ihn noch treffender. Die Dokumentation, die für einen Oscar® in der Kategorie “Bester Dokumentarfilm” nominiert war, ist ein kunstvolles Roadmovie. Die 89-jährige Regie-Ikone Agnès Varda wurde, wie der Anfang des Films verrät, irgendwann vom 33-jährigen Streetart-Künstler JR kontaktiert mit einer Idee für ein Projekt – und wir werden Zeugen der Durchführung.

Ausgerüstet mit einem einzigartigen Fotomobil, welches so etwas wie ein kleines, aber ergiebiges Grafik- und Druckstudio beinhaltete, machte sich das ungleiche Pärchen auf durch Frankreich, um Menschen zu treffen und sich ihre Geschichten anzuhören. Das Produkt dieser Treffen waren dann jeweils – zumeist riesige – Plakatierungen auf Hauswänden oder ähnlich großen Flächen, mit denen die Protagonisten der Geschichten verewigt wurden

"Augenblicke: Gesichter einer Reise" (© Agnès Varda-JR-Ciné-Tamaris, Social Animals 2016)

(© Agnès Varda-JR-Ciné-Tamaris, Social Animals 2016)

Neben Fassaden wurden so Wassertürme, Züge oder Schiffscontainer verschönert, oder auch mal eine Wand mit aneinander gereihten Postern der Einwohner, die alle durch ein nun scheinbar ewig langes Baguette miteinander verbunden waren. Das sieht toll aus, und es macht sehr viel Freude, den beiden bei ihrer Reise durch die Provence, Normandie oder sonstigen Flecken Frankreichs zuzuschauen.

Neben der Kunst, die hier das kulturelle Erbe nicht verschandelt sondern bereichert, besticht die Dokumentation durch die interessanten, kleinen Geschichten der getroffenen Menschen, welche eben ganz normale Einwohner von ganz normalen Dörfern oder Städtchen sind und doch viel zu erzählen haben. Agnès Varda und JR begegnen ihnen mit Herzlichkeit und Humor, und hierbei freunden die beiden sich auch immer mehr an und harmonieren schließlich prächtig miteinander. Ein toller Film, der als Doku mal nicht groß belehren oder bekehren will, sondern unterhält und hierbei doch auch einiges an Informationen bereit hält.

Trailer:

Bewertung: 9 von 10 Punkten

 

Related Articles