Home Film “Transformers: Aufstieg der Bestien” – technisch gut gemachte Action und feine 90er-Nostalgie

“Transformers: Aufstieg der Bestien” – technisch gut gemachte Action und feine 90er-Nostalgie

Autor: Tobi

"Transformers: Aufstieg der Bestien" Filmplakat (© Paramount Pictures Corporation)

Transformers: Aufstieg der Bestien

Darsteller: Anthony Ramos, Dominique Fishback, Tobe Nwigwe, Peter Cullen
Regie: Steven Caple Jr.
Dauer: 120 Minuten
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Website: paramount.de/transformers-aufstieg-der-bestien
Facebook: facebook.com/Paramount.Pictures.Germany.Kino


Nachdem das Spin-Off “Bumblebee” 2018 den Beweis lieferte, dass Transformers-Action auch mit viel Herz und gutem Humor funktionieren kann (lies unsere Filmkritik hier), geht die weltweit erfolgreiche, zum 1984 von den Spielzeugfirmen Hasbro (USA) und Takara Tomy (Japan) ins Leben gerufenen Franchise gehörende Filmreihe, nun wieder mit mehr Krach in “Transformers: Aufstieg der Bestien” weiter. Seit 2007, als Michael Bays “Transformers” mit seinen Effekten für Furore und ein riesiges Einspielergebnis sorgte, können wir den menschenähnlich denkenden Autobots-Maschinen vom Planeten Cybertron in Kino-Realverfilmungen dabei zuschauen, wie sie auf der Erde gegen Megatron und seine bösen Decepticons für das Gute kämpfen und sich hierbei vor allem auch immer wieder spektakulär von Fahrzeugen in riesige Kampfroboter verwandeln. Wir lernten Optimus Prime als Chef der “Guten” kennen, dazu besagte Bumblebee und einige mehr.

Mit DarstellerInnen wie Shia LaBeouf, Megan Fox und Josh Duhamel war die erste Realverfilmung prominent besetzt, und das war auch bei den Fortsetzungen “Transformers – Die Rache” (2009), “Transformers 3” (2011), “Transformers: Ära des Untergangs” (2014) und “Transformers: The Last Knight” (2017), in dem dann Mark Wahlberg, Stanley Tucci und Anthony Hopkins neben Duhamel zu sehen waren, nicht anders – ebenso wie der Erfolg an den Kinokassen, der kaum abebbte. Nachdem der 2017er-Streifen dann allerdings nicht mehr in der Lage war, sein Budget noch dreifach wieder reinzuholen, gelang dies beim mit Hailee Steinfeld und John Cena weit weniger namhaft auflaufenden “Bumblebee” 2018 wieder, etwa vierfach, auch weil das Budget deutlich kleiner war, was sich aber nicht negativ auswirkte. Als Prequel in die 80er-Jahre verlegt sah man eine nette Geschichte, mit der richtigen Ruhe erzählt und mit Charme, Humor sowie Nostalgie zusätzlich zur nicht ausbleibenden, aber etwas reduzierter gesetzen Action aufwartend.

Der Weg zu neuen Fortsetzungen der Reihe war geebnet, und so verwundert es nicht, wenn nun auch “Transformers: Aufstieg der Bestien” versucht, die positiven Dinge aus “Bumblebee” mitzunehmen, indem sich der Streifen zwischen diesem und dem ersten “Transformers”-Realfilm aus dem Jahr 2007 ansiedelt, als Prequel-Sequel. Dieses spielt in den 90er-Jahren und präsentiert uns zunächst einmal etwas Neues, nämlich die Maximals als riesige Tierroboter. Ihr Dschungelplanet wird vom dunklen Gott Unicron bedroht, der seine Macht daraus bezieht, ganze Planeten zu verschlingen. Damit ihm dies auch mit diesem gelingen kann, benötigt er allerdings den Transwarp Key, der Portale durch Raum und Zeit öffnen kann. Maximals-Anführer Apelinq sich opfert sich, um die anderen unter der Führung von Optimus Primal mit dem Key auf die Erde fliehen zu lassen.

Hier befinden wir uns gerade im Jahr 1994, wo der ehemlige Militär-Elektronik-Experte Noah Diaz (Anthony Ramos) eigentlich einen ordentlichen Job sucht, aber nur auf Ablehnung stößt. Als er von seinem Kumpel Reek überredet wird, beim Diebstahl eines Porsche zu helfen, weiß er nicht, dass er sich in den Autobot Mirage setzt. Gleichzeitig studiert die Museums-Auszubildende Elena Wallace (Dominique Fishback) eine frisch eingetroffene antike Statue eines Falken, der ein merkwürdiges Symbol trägt – das der Maximals. Als das gute, wertvolle Stück zerbricht, liegt etwas merkwürdig blau Leuchtendes vor ihr, nämlich der Transwarp Key. Da dieser ein Signal ausstößt, ruft Optimus Prime die anderen Autobots zu sich, und so macht sich auch Mirage inkl. Noah auf den Weg, denn plötzlich besteht die Hoffnung, durch den Key wieder in die Heimat nach Cybertron zurück kehren zu können. Und klar, am Key hat auch Unicron weiter Interesse, so dass er seine Terrorcons schickt, um ihn zu besorgen, während die Maximals auch nicht untätig bleiben.

"Transformers: Aufstieg der Bestien" Szenenbild (© Paramount Pictures Corporation)

(© Paramount Pictures Corporation)

Im Vergleich zu “Bumblebee” ist “Transformers: Aufstieg der Bestien” wieder weit rasanter erzählt und setzt auch wieder mehr Fokus auf die Action, was ein wenig zu Lasten des Charmes geht. Aber der Streifen liefert den Transformers-Fans in jedem Fall das, was sie erwarten, nämlich jede Menge Action und spektakuläre Verwandlungs-Szenen, die noch perfekter animiert daher kommen. Und wenn Michael Bay auch hier nicht in den Regie-Stuhl zurück gekehrt ist, zu den Produzenten des Streifens gehört er, und nach seinem massiven Krach-Wumm-Action-Grad fühlt er sich dann auch oft an.

Mit den – aus Hasbros “Beast Wars”-Franchise stammenden – Maximals und auch den Terrorcons gibt es optisch sehr reizvolle Neuzugänge, die weit mehr Fahrt bringen als die nicht sonderlich innovative Handlung, und für den humorigen Anteil ist diesmal vor allem Autobot Mirage verantwortlich, der schon beim ersten Auftreten mit seiner Verwandlung ebenso für Verwunderung beim von Anthony Ramos gut gespielten Noah sorgt wie mit lockeren Sprüchen. Diese kommen vielleicht etwas zu erzwungen im Yo-Bro-Stil daher, aber wir sind halt Mitte der 90er in Brooklyn, was dann auch dafür sorgt, dass ein feiner Soundtrack aus Old School HipHop Tracks den Streifen mit in Fahrt bringt und auch weiter untermalt. In der deutschen Synchronisation ist übrigens dann auch Rapper Eko Fresh als Maximal Cheetor zu hören und hat mit “Nur ein Dream” dann auch den offiziellen Song zur hiesigen Version des Films beigesteuert. Und apropos Steuer – die ansonsten in der Formel 3 hinter selbigem sitzende deutsche Rennfahrerin Sophia Flörsch wurde als Stimme des weiblichen Transformers Arcee rekrutiert.

Der Film von Regisseur Steven Caple Jr. (“Creed II – Rocky’s Legacy”) lässt sich insgesamt gut anschauen und bietet anständiges Popcorn-Action-Kino, das Transformers-Fans wieder gefallen dürfte, auch wenn man auf Star-Besetzung vor der Kamera verzichtet hat und selbige im Original dann mit Ron Perlman, Peter Dinklage, Michelle Yeoh oder Pete Davidson nur im Synchronstudio auflief.

Trailer:

Bewertung: 7 von 10 Punkten

 

Related Articles