Home MusikCD-RezensionenEngin bieten auf ihrem zweiten Album reizvollen deutsch-türkischen Indiepop

Engin bieten auf ihrem zweiten Album reizvollen deutsch-türkischen Indiepop

Autor: Tobi

Engin "Sag mir Almanya"

Engin

„Sag mir Almanya“

(Album, 2026)

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Die Indiepop-Band Engin veröffentlicht mit „Sag mir Almanya“ ihr zweites Album mit eigenen Stücken, und wer das Trio aus Mannheim verfolgt hat, der weiß, dass hier schon alleine dadurch besondere Musik verabreicht wird, dass sowohl auf Deutsch als auch auf Türkisch gesungen wird – nun auch auf einer Scheibe. Die elf Songs auf 37 Minuten sind aber auch sonst interessant, und durchweg gut.

Früher sangen Engin rein auf Deutsch, wie auf dem 2023er-Debüt „Nacht“, dann aber vermehrt auf Türkisch wie auf den sieben Tracks von „Mesafeler“ (2024), einer EP mit Neuinterpretationen türkischer Klassiker. Hiermit ließ der namensgebende Sänger und Gitarrist Engin Devekiran seine Wurzeln die Musik der Band noch mehr mitprägen, kam sein Vater doch in den 60er-Jahren aus der Türkei als Gastarbeiterkind nach Deutschland, und während Corona hatte Engin nun die Idee, auch mal abseits des Deutsch zu musizieren.

Engin (© Tim Tyson)

(© Tim Tyson)

Zusammen mit David Knevels am Bass und Jonas Stiegler am Schlagzeug bietet er auf dem neuen Album nun Songs, bei denen nicht nur die nicht mehr festgelegte Sprache für Abwechslung sorgt. Eröffnet wird die Scheibe vom Titelsong „Sag mir Almanya“, der zunächst wie gemütlicher Südstaatenrock anmutet, sich dann aber als kopfnickende Indie-Nummer mit interessantem Text über Deutschland entpuppt. Mit „Bu Gece Kül Oldum“ folgt das erste rein mit türkischer Sprache versehene Stück, bei dem es rockiger zugeht, aber auch mehr türkische Klänge und Melodien Einzug halten.

Schon die ersten beiden Vorboten waren rein türkisch, das ruhig groovend mit 70er-Jahre-Charme leicht psychedelisch nun die Scheibe abschließende „Uzun İnce Bir Yoldayım“ über einen langen, unermüdlich bestrittenen Weg und „Kırlangıçlar“ (deutsch: Schwalben), eine gemütlich getragene Nummer über die melancholische Sehnsucht nach einer geliebten Person, die außer Reichweite geflogen ist – dank mit Übersetzung geliefertem Videoclip auch für diejenigen nachvollziehbar, die der Sprache nicht mächtig sind.

Mit dem entspannt ins Ohr fließenden „Aman Avcı Vurma Beni“ über ein metaphorisch verwundetes Reh und Liebe, bei dem Engin beweist, dass seine Stimme auch landestypische Gesänge wunderbar stemmt, und dem lange ebenfalls warmen und relaxten, am Ende dann flott ausbrechenden „Bir Yaz Akşamı“ gibt es weitere türkische Lieder.

Hinzu gesellen sich das trocken rockende „Şeker“ und die schwungvolle weitere Vorab-Single „Messer“ über Wut und Schmerz nach einer schwierigen Trennung als zweisprachige Stücke. Deutsche und türkische Textparts werden hier fusioniert, um Emotionen auszudrücken, die einzelne Sprachen oft nicht vermitteln können.

Komplettiert wird die Scheibe durch drei zusätzliche deutschsprachige Songs mit dem treibenden, basslastigen „Dopamin“ über Glücksgefühl erzeugende Dinge im Leben, dem psychedelisch fließenden, schönen „Ruinen“ über intakte Liebesgefühle gebrochener Menschen und der funky daher kommenden Midtemponummer „1000 Kilometer“ über positive Reisegefühle.

„Sag mir Almanya“ ist ein reizvolles und gut gelungenes Album, das sich bestens durchhören lässt und das eine sehr feine Grundstimmung transportiert zwischen warm wohliger Entspannung, hin und wieder rockigen Energieschüben und melodischer Kulturverschmelzung.

Hier sind Engin live zu erleben:

29.03.2026 – Mersin (TR), Jolly Joker Mersin
01.04.2026 – Bursa (TR), Jolly Joker Bursa
03.04.2026 – İstanbul (TR), JJ Arena
04.04.2026 – Ankara (TR), Jolly Joker Ankara
15.04.2026 – Ulm, Roxy
16.04.2026 – Wien (AT), Grelle Forelle
17.04.2026 – München, Ampere
18.04.2026 – Reutlingen, FranzK
22.04.2026 – Eindhoven (NL), Effenaar
23.04.2026 – Amsterdam (NL), Bitterzoet
24.04.2026 – Essen, Zeche Carl
25.04.2026 – Offenbach, Hafen2
30.04.2026 – Waiblingen, Kulturhaus Schwanen
01.05.2026 – Dresden, Beatpol
02.05.2026 – Karlsruhe, Tollhaus
06.05.2026 – Freiburg, Jazzhaus
07.05.2026 – Basel (CH), Sudhaus
08.05.2026 – Zürich (CH), Plaza
09.05.2026 – Konstanz, Kulturladen
14.05.2026 – Mainz, KUZ
15.05.2026 – Berlin, Gretchen
16.05.2026 – Erfurt, Franz Mehlhose
17.05.2026 – Erlangen, E-Werk
20.05.2026 – Bremen, Schlachthof
21.05.2026 – Hamburg, Uebel & Gefährlich
22.05.2026 – Hannover, Faust / 60er-Jahre Halle
28.05.2026 – Leipzig, UT Connewitz
29.05.2026 – Köln, Kantine
30.05.2026 – Mannheim, Feuerwache

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Bewertung: 8 von 10 Punkten

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