Home Film “The Silence” – ein Horror-Thriller, der einen nicht zu packen weiß

“The Silence” – ein Horror-Thriller, der einen nicht zu packen weiß

Autor: Tobi

"The Silence" Filmplakat (© 2019 Constantin Film Verleih GmbH)

The Silence

Darsteller: Stanley Tucci, Kiernan Shipka, Miranda Otto, John Corbett
Regie: John R. Leonetti
Dauer: 90 Minuten
FSK: freigegeben ab 16 Jahren
Website: www.constantin-film.de/kino/the-silence
Facebook: facebook.com/constantinfilm


Auch wenn man beim Kinostart von “The Silence” nun automatisch an den letztjährigen Horror-Hit “A Quiet Place” denkt und ein Vergleich unvermeidbar ist, kann man dem jetzt anlaufenden Streifen von Regisseur John R. Leonetti nicht vorwerfen, abzukupfern. Als die Dreharbeiten zur Verfilmung des gleichnamigen Romans von Tim Lebbon nämlich 2017 begannen, war noch lange nicht abzusehen, dass sich “A Quiet Place” zu einem Überraschungserfolg entwickeln würde, schließlich gab es den Film damals schlichtweg noch nicht. Dass “The Silence”, der in den USA auf Netflix gezeigt wurde, bei uns aber regulär in die Kinos kommt, das könnte schon seine Ursache im erwähnten Kassenschlager haben.

Mach keine Geräusche, sonst wirst du abgemurkst – dieses Motto bestimmt auch “The Silence”. Nachdem Forscher in ein bislang unzugängliches Höhlensystem in Nordamerika vorgedrungen sind, verwandelt sich der vermeintliche Erfolg bald ins blanke Grausen. Hiermit haben sie nämlich blutrünstige Fledermaus-Mutationen freigelassen, und davon Massen über Massen, die sich auch noch recht rasch vermehren. Bald schon wird das Ganze medial als offzieller Angriff der Bestien auf die USA verbreitet, und soziale Medien tun ihr Übriges, um den Horror zu belegen.

Familienvater Hugh (Stanley Tucci) macht sich mit seiner Frau Kelly (Miranda Otto), der gehörlosen Tochter Ally (Kiernan Shipka), dem kleinen Bruder Jude (Kyle Breitkopf), Großmutter Lynn (Kate Trotter) und Hund Otis auf, dem aufkeimenden Horror in den Großstädten zu entfliehen, indem sie mit Hughs bestem Freund Glenn (John Corbett) ins ruhigere Umland fliehen. Aber auch hier gibt es die monströsen Wespen, wie die Medien sie auf Grund ihres Schwarmverhaltens und der schnellen Erkenntnis, dass sie in Kälte aussterben, nennen – was bei Otis’ Bellen schnell klar wird. Auf den Hund muss die Familie daher bald leider verzichten, wie auch auf Glenn, der einen Unfall nicht überlebt.

Bald ist klar, dass die Bestien zwar ein äußerst feines Gehör haben, so dass sie beim kleinsten Geräusch attackieren, aber blind sind – was durchaus Chancen eröffnet, selbst in ihrer Gegenwart überleben zu können. Trotzdem gestaltet sich der Überlebenskampf in einem abgelegenen Haus schwierig, vor allem, als eine mysteriöse Sekte auftaucht, die Ally mitnehmen möchte.

"The Silence" Szenenbild (© 2019 Constantin Film Verleih GmbH / Michael Gibson)

Die Andrews-Familie auf der Flucht vor den “Wespen”: Hugh (Stanley Tucci), Ally (Kiernan Shipka), Jude (Kyle Breitkopf), Lynn (Kate Trotter) und Kelly (Miranda Otto). (© 2019 Constantin Film Verleih GmbH / Michael Gibson)

Der Vergleich mit “A Quiet Place” ist, wie oben geschrieben, unvermeidbar, und Regisseur John R. Leonetti (“Annabelle”) gelingt es hier nicht, mit “The Silence” Stand zu halten. Während man bei “A Quiet Place” absolut gefesselt im Kinosessel kauerte und schon jeden am liebsten verbannt hätte, der mit Nachos oder Popcorn für Geräusche sorgte, hält sich der Thrill-Faktor nun auf Sparflamme.

Grund hierfür ist zum einen eine Story, die etwas ziellos nach Momenten sucht, die Spannung erzeugen könnten, was in der eher unpassend erscheinenden (New-)Home-Invasion-Story mit der Sekte gipfelt. Zum anderen aber lässt der Film auch viele Chancen aus, den Zuschauer zu packen, indem zum einen von der Familie immer wieder viel zu viele Geräusche erzeugt werden, als dass die hellhörigen Fledermonster diese nicht bemerken könnten, zum anderen viel zu viel Musik eingesetzt wird, anstatt mit Stille zu bedrücken. Ein unbefriedigendes, gehetztes Ende bestätigt schließlich den gemäßigt zufriedenen Eindruck. So bleibt der Film trotz gutem Schauspiel von Kiernan Shipka und Miranda Otto im Mittelmaß stecken.

Trailer:

Bewertung: 5 von 10 Punkten

 

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