
28 Years Later: The Bone Temple
Darsteller: Alfie Williams, Ralph Fiennes, Jack O’Connell, Chi Lewis-Parry
Regie: Nia DaCosta
Dauer: 109 Minuten
FSK: freigegeben ab 18 Jahren
Website: www.28YearsLater-Film.de
Facebook: facebook.com/SonyPicturesGermany
Instagram: instagram.com/SonyPictures.de
Kinostart: 15. Januar 2026
Gerade einmal ein halbes Jahr nach Danny Boyles fulminantem „28 Years Later“-Comeback auf dem Regiestuhl übergibt er den Staffelstab diesmal an die Amerikanerin Nia DaCosta („Candyman“, „The Marvels“), die sich mit „28 Years Later: The Bone Temple“ jetzt um Teil zwei der als Trilogie geplanten Fortsetzung der Pandemie-Schocker-Reihe kümmert. Mit an Bord bleibt Drehbuchautor Alex Garland, der mit seinen selbst inszenierten Werken wie „Civil War“ oder „Warfare“ zwischenzeitlich einschlägige Erfolge feierte und die Serie im Vorgänger durchaus angenehm zurück zu ihren Wurzeln führte, nun aber neue Pfade etwas abseits des Seuchengeschehens einschlägt.
Immerhin begleiten wir hier wieder den 12-jährigen Spike (Alfie Williams), der ja zum imposanten Splatter-Ende des vorigen Teils mit seinem Vater auf die durchgeknallte Gang von Jimmy Crystal (Jack O’Connell) traf. War die da aber noch ihre Rettung gegen eine Übermacht von aggressiven mit dem Rage-Virus Infizierten, sieht die Sache hier schon ganz anders aus. Denn der eingeschüchterte Spike muss sich in der Eingangssequenz in einem vom Anführer mit sichtlichem Vergnügen orchestrierten, brutalen Messerduell auf Leben und Tod einem anderen, körperlich überlegenen Gangmitglied stellen, das er genauso glücklich wie äußerst blutig gewinnt.
Auch hier wieder ein Start keinesfalls für Zartbesaitete, der uns mitnimmt in eine 8-köpfige, sektenähnliche Gemeinschaft, in der der selbsternannte „Sir“ Jimmy Crystal über die hörigen „sieben Finger“ seiner ausführenden Hand ein erbarmungsloses Regiment führt und zu deren Optimierung regelmäßig grausame Zweikämpfe um einen Platz in der Gruppe veranstaltet. Ein Szenario, auf das wir schon im Vorgänger durch damals noch kryptische Andeutungen vorbereitet wurden, mit dem uns Regisseurin DaCosta jetzt aber beeindruckend mit voller Wucht ihrer realistischen Inszenierung trifft. Das allerdings verbindet mit der zugrundeliegenden, beängstigenden Pandemiethematik allenfalls die Rechtfertigung von Gewaltexzessen an wahlweise Infizierten oder Gesunden, denen sich die acht immer mit großer Freude hingeben.

Dr. Kelson (Ralph Fiennes)
(© 2025 CTMG, Inc. All Rights Reserved.)
Mittendrin im Kampf gegen die Rage-Seuche befindet sich jedoch noch immer Einzelgänger Dr. Kelson (Ralph Fiennes), dem es jetzt mit dem geschickt dosierten Einsatz von Betäubungsmitteln gelingt, in Samson (Chi Lewis-Parry) ausgerechnet einen der so furchteinflößenden Alpha-Mutanten für seine medizinischen Experimente zu gewinnen. Ja, sogar so etwas wie eine Beziehung zu dem Rage-Infizierten aufzubauen, dem es sonst ein Leichtes ist, den Menschen im Blutrausch die Köpfe samt Wirbelsäule aus den Leibern zu reißen. In Kelsons Residenz, dem namensgebenden Knochentempel, zeitigt die gezielte, neue Medikation erste Erfolge, die vielleicht den Wendepunkt des Einsatzes gegen das böse Virus bedeuten könnte, und fängt mit dieser Parallelhandlung den von Anfang an etwas auf Abwege geratenen Streifen erfreulich wieder ein.
Den eigenwilligen Einsiedler Kelson gibt dabei Ralph Fiennes einmal mehr genauso zurückhaltend wie medizinisch kompetent und bildet so einen angenehmen Ruhepol in einer immer wieder mit Schockeffekten dargestellten, aus den Fugen geratenen Welt der Psychopathen, in der manchmal nicht ganz klar ist, wer denn nun die größere Bedrohung darstellt, die fiesen Rage-Infizierten oder Jimmys (herrlich irre: Jack O’Connell) marodierende Brutalo-Gang. Langweilig zumindest wird einem nicht, wenn DaCosta tief eintaucht in die sektenähnlichen Machtstrukturen innerhalb der Gruppe, denen auch Spike inklusive anfänglichem, grausamem Aufnahmeritus unweigerlich ausgeliefert ist.
Über weite Strecken ist der Film damit eher psychosoziales Drama mit Splattereinlagen als Pandemiethriller, der uns in den vorigen Teilen ja so mitreißen konnte. Und doch gelingt es Autor Garland und Regisseurin DaCosta schließlich virtuos, die beiden zunächst völlig unabhängig voneinander entwickelten Handlungsstränge aufeinanderprallen zu lassen, was in einer atemberaubenden Szene diabolischer Personifikation Kelsons kulminiert. Das ist nicht nur visuell sensationell und ungemein unterhaltsam umgesetzt – Ralph Fiennes spielt sich hier im wahrsten Sinne des Wortes den Teufel aus dem Leib –, sondern versöhnt hinten raus mit der Auseinandersetzung zwischen Spiritualität und Wissenschaft durchaus für den zeitweilig etwas ablenkenden Themenwechsel. Lust auf Teil drei der Fortsetzung jedenfalls macht DaCostas intensiver Schocker auf jeden Fall.
Trailer (ab 16 Jahren):
Bewertung: 7 von 10 Punkten



(© 2026 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH)
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