
Der letzte Walsänger
Animation
Regie: Reza Memari
Dauer: 91 Minuten
FSK: freigegeben ab 6 Jahren
Website: littledream-pictures.com/portfolio/der-letzte-walsaenger
Facebook: facebook.com/littledreampicture
Instagram: instagram.com/littledreampictures
Kinostart: 12. Februar 2026
Mit „Der letzte Walsänger“ von Regisseur und Drehbuchautor Reza Memari präsentiert das Berliner Studio Telescope Animation nach dem achtminütigen Kurzfilm „Epifanía“ seinen ersten langen Streifen, der zusammen mit dem tschechischen PFX Studio und La Boîte à Fanny aus Kanada entstand, sowie in Koproduktion mit dem ZDF und KiKA, wo dann vermutlich auch die 52 elfminütigen Episoden einer Serie laufen sollen, die nachfolgend in Entwicklung sind. Ähnlich ist dann wohl der zweite Film „Children of Gaea“ konzipiert, an dem laut der Website von Telescope Animation ebenfalls gearbeitet wird, erneut verantwortet von Reza Memari und mit dazugehöriger Serie angelegt.
In „Der letzte Walsänger“ ist Humphrey als genau selbiger, dessen magisches Lied die Ozeane vor Übel beschützen konnte, verstorben. Sein Sohn Vincent, der auch Mutter Lani verloren hat, ist als jugendlicher Buckelwal mal abgesehen von seinem kleinen Schiffshalter-Fisch-Nanny Walter als Begleiter auf sich alleine gestellt und reichlich überfordert, als plötzlich Hoffnungen in ihn gesetzt werden, zum nächsten Walsänger zu werden – denn auch wenn sein Gesang gar nicht mal übel klingt ist er vom Zauber seines Vaters doch Welten entfernt.
Als er dann ungewollt auch noch mitverantwortlich ist, dass der eigentlich lange gefangene, monströse Leviathan aus einem schmelzenden Eisberg noch schneller entkommen kann, der mit seiner giftigen Tinte alles Leben in den Ozeanen auszulöschen droht, ist Vincent gezwungen, mit noch mehr Eifer an seinem heilenden Lied zu arbeiten, vor allem an seine Fähigkeiten zu glauben. Selbstzweifel plagen ihn aber, und zusammen mit Walter und der unterwegs getroffenen, gehörlosen Orca-Dame Darya macht sich Vincent auf zur Tiefsee, wo der Legende nach Verstorbene aus einem mystischen Sternenbecken zurückgeholt werden können, um seine Eltern zu finden.

(© Telescope Animation)
Reza Memari, der die Drehbücher für den von ihm mitinszenierten „Überflieger – Kleine Vögel, großes Geklapper“ (2017) und „Überflieger – Das Geheimnis des großen Juwels“ (2023) mitschrieb, ist nun auch Co-CEO von Telescope Animation, und zwar zusammen mit Maite Woköck, die schon „Meine Chaosfee & ich“ und „Ooops! Die Arche ist weg…“ mitproduzierte und nun auch diesen neuen Streifen.
Mit „Der letzte Walsänger“ legen sie einen soliden Familienfilm vor, der vor allem Kindern gefallen dürfte mit seiner netten Story rund um Freundschaft, Zusammenhalt und das Streben nach einem ambitionierten Ziel. Dazu gibt es zwar etwas stereotype, aber größtenteils sympathische Tiercharaktere, natürlich auch Fieslinge, und eine bunte Unterwasserwelt, die viel Raum für schöne Elemente bietet.
Diese werden dann auch geboten, wobei die Animation für heutige Verhältnisse nicht vom Hocker haut und eher solides Fernsehniveau hat, so dass die geplant anschließende Serie sinnvoll erscheint. Die Geschichte ist insgesamt aber nett und der zunächst zurückhaltende Vincent kommt mit seinem munter quasselnden Sidekick Walter bei Kindern sicher gut an, wenn er durch die Meere streift, wo mal Gefahren lauern, mal aber auch besondere Schönheit wie die vom non-binäres Seepferdchen Ora behütete spirituelle versunkene Stadt – und hier treffen sie dann zudem noch auf die für sparsame Gags mit Kleinkindniveau unter Blähungen leidende Seegurke Izzie, die melancholische Delfinin Debbie und die empathische Qualle Ypsi. „Der letzte Walsänger“ ist als erster Film von Telescope Animation sicher absolut okay, auch wenn hier nichts Innovatives verabreicht wird und die Bilder mit den Streifen großer Studios nicht mithalten können.
Trailer:
Bewertung: 6 von 10 Punkten


