Home Film “Flatliners” – modernisiertes Remake des 1990er-Streifens

“Flatliners” – modernisiertes Remake des 1990er-Streifens

Autor: Tobi

Flatliners

Flatliners

Darsteller: Ellen Page, Diego Luna, Nina Dobrev, James Norton
Regie: Niels Arden Oplev
Dauer: 110 Minuten
FSK: freigegeben ab 16 Jahren
Website: www.Flatliners-Film.de
Facebook: facebook.com/FlatlinersFilm


Im Jahr 1990 brachte Joel Schumacher mit “Flatliners – Heute ist ein schöner Tag zum Sterben” einen viel beachteten Film in unsere Kinos. Nicht nur die Besetzung mit Kiefer Sutherland, Julia Roberts, Kevin Bacon, William Baldwin und Oliver Platt sorgte für Aufsehen, sondern vor allem die spannende und packende Handlung um das Thema, was genau nach dem Tod mit einem passiert und wie weit die Medizin gehen darf.

27 Jahre später beschert uns der Däne Niels Arden Oplev (“Verblendung”, “Dead Man Down”) ein Remake des Films. An die Stelle der damaligen Jungstars – Sutherland hatte sich mit Filmen wie “Stand By Me” oder “The Lost Boys” schon viele Anhänger erspielt, Julia Roberts gerade mit “Pretty Woman” ihren weltweiten Durchbruch geschafft, Kevin Bacon schon lange “Footloose” getanzt – rücken nun die noch nicht ganz so präsenten Ellen Page (“Juno”, “X-Men: Zukunft ist Vergangenheit”), Diego Luna (“Star Wars: Rogue One”, “Y Tu Mamá También – Lust for Life”), Nina Dobrev (“xXx: Die Rückkehr des Xander Cage”, TV-Serie “Vampire Diaries”), James Norton (“Northmen: A Viking Saga”) und Kiersey Clemons (“Justice League”).

Die Handlung wurde von Drehbuchautor Ben Ripley (“Source Code”) hierbei etwas umgeschrieben, bleibt dem Grundthema aber natürlich treu. War es damals noch der Medizinstudent Nelson Wright, der eine Hand voll Kommilitonen dazu bewegt, sich an geheimen Experimenten mit extra herbei geführtem Herzstillstand zu beteiligen, so ist es diesmal die junge Courtney Holmes (Ellen Page). Diese hat nicht nur medizinischen Ruhm als Ziel, sie wird auch angetrieben von der Frage, ob der Tod einen wirklich besondere Dinge sehen lässt – ist sie doch geplagt von Schuldgefühlen, nachdem einst ihre kleine Schwester Tessa bei einem Autounfall ums Leben kam, während sie am Steuer saß.

Was Courtney während ihrer Nahtoderfahrung sieht, ist faszinierend, und die Aufnahmen ihres Gehirnscans während des Experiments sind spektakulär. Auch das Zurückholen ins Leben klappt, wenn auch nicht so einfach wie gedacht. Spätestens, als Courtney plötzlich auch über extrem gesteigertes Erinnerungsvermögen verfügt, was ihr im Studium zugute kommmt, ist die Hemmschwelle bei den anderen niedrig genug, um sich selbst dem Experiment zur Verfügung zu stellen. Hierbei allerdings verstärkt das Verlangen, immer noch länger im Herzstillstand verweilen zu wollen als der letzte von ihnen, die sowieso ja schon große Gefahr der Situation. Dazu kommt, dass Courtney ihnen verschwiegen hat, dass sich zu den positiven Auswirkungen auch Angstzustände und üble Halluzinationen gesellen, bei denen die Sünden der Vergangenheit einen einholen.

Die Frage, ob es ein Leben nach dem Tod gibt, wird hier nur angerissen, schließlich beschäftigt sich das Remake wie ja auch das Original damals nur mit den ersten Minuten danach. Bezog der Film aus dem Jahr 1990 seinen Reiz noch aus düsterer Stimmung und unfassbaren Experimenten, so befinden wir uns nun natürlich in einer Gegenwart, in der die medizinischen Möglichkeiten in jeder Richtung ausgereizt werden, wobei wir sicherlich noch nicht annähernd von allem wissen, was im Verborgenen passiert. Daher war es von Ripley kein schlechter Schachzug, die Steigerung der mentalen Leistungsfähigkeit als neues Element mit einzubringen, denn dass viele für diese irrwitzige Dinge unternehmen würden, das ist keine Frage.

Das Remake weiß im Vergleich beider Filme nicht so zu packen wie das Original, es wurde vielleicht auch zu offensichtlich ein Fokus auf attraktive Menschen und schöne Sport-Unterwäsche gelegt, was vom Kern der Handlung ablenkt. Insgesamt aber funktioniert der Streifen irgendwie doch, zumindest vermutlich für diejenigen, die das Original nicht kennen – aus dem Kiefer Sutherland hier übrigens als Professor eine kleine, gerne genommene Stippvisite abliefert. Spannung wird durchaus geboten, und auch die Aussage, dass man nicht leichtsinnig sein sollte beim Ausreizen der medizinischen und klinischen Möglichkeiten, ist ja keine falsche.

Bewertung: 6 von 10 Punkten

Related Articles