Home Film „Greenland 2“ – die Katastrophenfilm-Fortsetzung überzeugt nur bis zur Hälfte

„Greenland 2“ – die Katastrophenfilm-Fortsetzung überzeugt nur bis zur Hälfte

Autor: Tobi

"Greenland 2" Filmplakat (© Tobis Film)

Greenland 2

Darsteller: Gerard Butler, Morena Baccarin, Roman Griffin Davis, Amber Rose Revah
Regie: Ric Roman Waugh
Dauer: 98 Minuten
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Website: tobis.de/titel/greenland-2
Facebook: facebook.com/tobisfilm
Instagram: instagram.com/tobisfilm
Kinostart: 8. Januar 2026


Im gut gemachten Katastrophenfilm „Greenland“ von Regisseur Ric Roman Waugh aus dem Jahr 2020 wurden wir Zeuge, wie es Gerard Butler als Familienvater John Garrity schließlich nach massiven Problemen doch noch gelang, mit seiner Frau Allison (Morena Baccarin) und Sohn Nathan (Roger Dale Floyd) einen der rettenden Bunker zu erreichen, die die US-Regierung in Grönland heimlich gebaut hatte, als der Einschlag des Kometen Clarke und seiner vielen Bruchstücke den Großteil des Lebens auf der Erde auslöschte – von Städten und Infrastukturen mal ganz zu schweigen. Ausgelöscht wurde auch der Kinostart des Films in vielen Ländern, durch die Covid-19-Pandemie, so dass der Streifen dort dann direkt als Video on Demand erschien. Trotzdem wurde er noch zu einem Erfolg, dem nun – natürlich wieder auf der großen Leinwand, wo der Vorgänger auch hingehört hätte – „Greenland 2“ folgen kann.

Fünf Jahre sind seit dem Einschlag des Kometen vergangen, und immer noch lebt John (wieder Butler) mit Allison (wieder Baccarin) und  Nathan (nun Roman Griffin Davis) sowie vielen anderen im Bunker in Grönland, denn sicher ist es außerhalb weiterhin nicht. Zum einen befinden sich nach wie vor abgespaltene Fragmente von Clarke im Gravitationsfeld der Erde und schlagen auf selbiger immer wieder munter ein, zum anderen gibt es durch die Strahlung versursacht massive Unwetterstürme, durch tektonische Verschiebungen kommt es immer wieder zu Beben, und die Luft sowie das Wasser sind außerdem radioaktiv verseucht. John ist einer von denen, die mit Schutzanzug und Maske immer wieder mal außerhalb nach brauchbaren Dingen suchen, und bei seinem neuesten Ausflug findet er neben einigen scheinbar nutzlosen Rettungsbooten am Strand in einem alten, auf Grund gelaufenen Frachter zumindest diverses Werkzeug. Über Funk vor einem aufziehenden Sturm gewarnt schafft er es dann gerade noch zurück ins sichere Innere des Bunkers.

Hier beraten sich dann auch bald wieder die Wissenschaftler und Verantwortlichen, wie es weiter gehen könnte, denn die Vorräte werden irgendwann in absehbarer Zeit aufgebraucht sein. Die Theorie, im riesigen Einschlags-Krater des Haupt-Kometen in Südfrankreich könnte schon wieder blühendes Leben entstanden sein, macht etwas Hoffnung – aber der Weg dorthin wäre weit, und Beweise liegen zudem nicht vor. Am besten bleiben alle also noch eine Weile im Bunker – oder eben dann doch nicht, lässt ein Erdbeben diesen doch plötzlich in sich zusammenfallen. John, Allison und Nathan schaffen es gerade noch so hinaus und gehören zu denen, die sich nun mit den besagten Rettungsbooten aufmachen Richtung Europa, wo sie im halb gefluteten Liverpool landen, der Weg in den erhofft rettenden Krater aber nach wie vor weit und voller Gefahren ist – und John scheint zudem alles andere als fit zu sein.

"Greenland 2" Szenenbild (© Tobis Film)

Morena Baccarin (Allison), Gerard Butler (John)
(© Tobis Film)

Erneut inszeniert von Regisseur Ric Roman Waugh, mit dem Gerard Butler als Hauptdarsteller ja auch bei den Actionfilmen „Angel Has Fallen“ (2019) sowie – weit besser – „Kandahar“ (2023) zusammen gearbeitet hatte, liefert der im Vergleich zum Vorgänger mit weit höherem Budget realisierte „Greenland 2“ zunächst in seiner ersten Hälfte eine ansprechende Fortsetzung, die sich gut anschauen lässt und auch wieder spannende, gut gemachte Momente bereit hält.

Dann aber mutiert der Streifen mehr und mehr zu einem Roadmovie mit zwei Hauptmotiven. Zum einen haben wir hier die Suche nach der nächsten gefährlichen Hürde, und auf dieser werden uns immer absurdere Action-Momente präsentiert, die hierdurch aber immer weniger zu fesseln wissen. Hinzu kommt die menschliche Komponente mit verschiedenen unterwegs getroffenen Personen wie einer alten, herzlichen Freundin in London oder diversen hilfsbereiten Franzosen, aber auch gewalttätigen Übergriffen bis hin zur Kriegshandlung – gepaart mit einer sich steigernden, irgendwann übertrieben erscheinenden Rührseligkeit, zudem einiger Vorhersehbarkeit. Insgesamt baut so die zweite Hälfte des Films dann doch in diversen Punkten qualitativ ab. Schade, hier hätte man dann doch mehr aus dem Thema herausholen können.

Darstellerisch agiert Gerard Butler in seinem Metier mal wieder sehr solide, und mit ihm spielen auch Morena Baccarin und der als Nathan neu besetzte Roman Griffin Davis ordentlich, der für sein noch nicht einmal als Teenager gegebenes Schauspieldebüt in Taika Waititis „Jojo Rabbit“ 2020 direkt als „Bester Hauptdarsteller – Komödie/Musical“ für einen Golden Globe nominiert war, seitdem aber nur in der fiesen Endzeit-Drama-Komödie „Silent Night – Und morgen sind wir tot“ (2021) und kürzlich in einer kleineren Rolle in „The Long Walk – Todesmarsch“ zu sehen war. Alles in allem bleibt ein Streifen, der zunächst gefällt, dann zum Mittelmaß abflaut.

Trailer:

Bewertung: 6 von 10 Punkten

 

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