
Horst Schlämmer sucht das Glück
Darsteller: Hape Kerkeling, Tahnee Schaffarczyk, Meltem Kaptan, Jördis Triebel
Regie: Sven Unterwaldt
Dauer: 97 Minuten
FSK: freigegeben ab 6 Jahren
Facebook: facebook.com/LEONINEStudios
Instagram: instagram.com/leoninestudios
Kinostart: 26. März 2026
Nachdem Hape Kerkeling im Januar 2026 bereits in der Komödie „Extrawurst“ als Adaption eines erfolgreichen Theaterstücks auf die Kinoleinwand zurückkehrte, als Provinz-Tennisclub-Vorsitzender brillierte und somit den ansonsten mittelprächtigen Streifen reizvoll machte, folgt nun mit „Horst Schlämmer sucht das Glück“ ein komplett auf ihn fokussierender Film. Da ist er also wieder, der stellvertretende Chefredakteur des „Grevenbroicher Tagblatt“ Horst Schlämmer, der mit Schnurrbart, Überbiss und grunzendem Lachen ebenso auffällt wie mit seinem den Bierbauch nicht verbergenden, beigen Trenchcoat und seiner absolut nicht mehr zeitgemäßen kleinen Herrenhandtasche. Nachdem er 2009 bereits mit dem wahrlich dürftigen „Horst Schlämmer – Isch kandidiere!“ trotz schlechter Kritiken mehr als 1,3 Millionen ZuschauerInnen in die deutschen Kinos lockte, nimmt die Kunstfigur nun also einen zweiten Anlauf auf der großen Leinwand – und dieser ist weit ansprechender.
Der Film eröffnet mit einigen Smartphone-Aufnahmen Schlämmers aus der Corona-Zeit, die er dann zwar gut überstanden hat, nicht aber seine Stammkneipe, diese konnte der Wirt nämlich nicht am Leben halten, der nun widerwillig einen Waschsalon betreibt. Um ihn zur Wiedereröffnung der Schenke zu bewegen wettet Horst, dass er es mit einem Film ins Kino schaffen würde – und bei dessen Dreharbeiten begleiten wir ihn nun. Die Masken sind nach der Pandemie zwar weg, die gute Laune aber auch, so zumindest empfindet es Schlämmer und macht sich zusammen mit einer vermutlich weit jüngeren, zumindest modernste Technik inkl. Drohnen verstehenden Kamerafrau auf, Menschen zu suchen, die glücklich sind.
Diese Mission führt ihn aus dem Ruhrpott kreuz und quer durch Deutschland, wo er sich in einer Kur-Klinik auf dem Land über Lach-Yoga wundert und seine Stimmung mit einem von der Kursleiterin gespendeten Joint aufbessert, was ihn dann den Führerschein kostet. Mit der Bahn geht es weiter, wo er die nette Mitarbeiterin Mandy (Meltem Kaptan) kennenlernt, die ihn später noch in besondere Abfertigung nehmen soll. In den Norden an den Deich und auf einen Fischerkutter geht es, zu den Reichen nach Sylt, dann später an Bord der Truckerin Roswitha (Jördis Triebel) in den Süden nach München, wo er den von Bayern als Ort des Glücks überzeugten Markus Söder zum Interview trifft. Auch in ihre Heimatstadt Berlin nimmt ihn die LKW-Fahrerin noch mit, wo Horst in einem Park unliebsame Bekanntschaft mit Clan-Mitgliedern macht.
Gegen deren Aggressivität hilft überraschend das, was Schlämmer immer gute Laune beschert, nämlich die auf seinem Smartphone gespeicherten Videos von alten TV-Perlen mit seiner Lieblingsschauspielerin Gaby Wampel (Tahnee Schaffarczyk). Diese holt er dann auch immer wieder mal heraus, und so sehen wir sie in einem Heimatfilm, einer Kreuzfahrt-Serie, als Baronin mit Pferdehof, Kommissarin mit helfendem Sittich oder Ärztin. Und Kerkeling bekommen wir hier gleich noch mitgeliefert in diversen Rollen, vom schmachtenden Stallmeister über eine in Erinnerungen gebrachte Schuldirektorin oder ein kriselndes Ehepaar an Bord des Schiffs.
Doch zurück zu Schlämmer. Auch er trifft auf Hape Kerkeling, der in einem Möbelhaus sein neuestes Buch signiert und singt – und äußerst unsympathisch daher kommt. Da fährt er doch lieber nach Dresden, welches er ignorant in Thüringen verortet, oder weiter durch Deutschland, immer auf der Suche nach dem Glück.

Horst Schlämmer (Hape Kerkeling) sucht das Glück
(© LEONINE Studios / Sandra Hoever)
Mit „Horst Schlämmer sucht das Glück“ bietet Regisseur Sven Unterwaldt („7 Zwerge – Männer allein im Wald“, „Die Schule der magischen Tiere“ 2 und 3) einen sehr viel besseren Film als den ersten Leinwandausflug der so besonderen Kunstfigur. Das Drehbuch von Claudius Pläging hielt hierfür eine abwechslungsreiche Handlung bereit, die als Roadtrip durch Deutschland mit den eingeschobenen, absolut bereichernden Gaby-Wampel-Ausschnitten – in denen Kerkeling seine Vielseitigkeit mal wieder unter Beweis stellen kann – viel Spaß bietet.
Es ist nicht zwingend Schenkelklopfer-Humor, aber es bereitet dauerhaft Freude, den herrlich schrägen Schlämmer auf seiner Reise zu begleiten mit seinen witzigen, an die Kamerafrau gerichteten Kommentaren. Diese macht ihm hin und wieder deutlich, was heute nicht mehr gesagt werden darf, so wie das Bewerten von Äußerlichkeiten oder plumpes Anbaggern, aber dieser erhobene Zeigefinger bleibt stets sympathisch und ist genau richtig dosiert eingebaut worden. Auch sonst weiß der auf simplen Slapstick fast verzichtende, auch Gesellschafts- und Zeitkritik mit inkludierende Humor des Streifens zu gefallen.
Neben Kerkeling, der gerade sich selbst ironischerweise als Unsympathen spielt, überzeugen auch Tahnee Schaffarczyk, Jördis Triebel und Meltem Kaptan – und dass Markus Söder sich hier Schlämmer zum Interview bereit gestellt hat, ist auch gut anzusehen, während man den gegen Ende auftretenden, nicht unumstrittenen Kardinal Woelki nicht zwingend gebraucht hätte. Insgesamt aber ist „Horst Schlämmer sucht das Glück“ ein Film, der insbesondere mit dem ersten Langfilm im Gedächtnis überraschend viel Spaß bereitet.
Trailer:
Bewertung: 7 von 10 Punkten


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