Home Film„It’s Never Over, Jeff Buckley“ – interessante Doku über den viel zu jung verstorbenen Ausnahmemusiker (mit Gewinnspiel)

„It’s Never Over, Jeff Buckley“ – interessante Doku über den viel zu jung verstorbenen Ausnahmemusiker (mit Gewinnspiel)

Autor: Tobi

"It’s Never Over, Jeff Buckley" Filmplakat (© Piece of Magic Entertainment)

It’s Never Over, Jeff Buckley

Dokumentarfilm
Regie: Amy Berg
Dauer: 106 Minuten
FSK: freigegeben ab 16 Jahren
Website: www.pieceofmagic.com/titles/it-s-never-over-jeff-buckley
Facebook: facebook.com/PieceofMagicEntertainment
Instagram: instagram.com/pieceofmagicentertainment
Kinostart: 9. April 2026


Wenn man an viel zu früh verstorbene MusikerInnen denkt, dann fallen einem schnell große Namen wie Jim Morrison, Janis Joplin, Jimi Hendrix, Kurt Cobain oder Amy Winehouse ein – oder auch Jeff Buckley. Mit „Grace“ veröffentlichte der 1966 im kalifornischen Anaheim geborene Sänger, Gitarrist und Songwriter 1994 gerade mal nur ein Album, das ihn aber weltberühmt machte, bevor er 1997 im Alter von nur 30 Jahren ertrank.

Die US-amerikanische Filmemacherin Amy Berg, die sich neben sexuellem Missbrauch von Kindern in den Dokumentarfilmen „Deliver Us From Evil“ (Oscar®-nominiert, 2006) und „An Open Secret“ (2014) mit „Janis: Little Girl Blue“ (2015) über Janis Joplin auch bereits einem der oben genannten jung verstorbenen Stars widmete, setzt ihm mit „It’s Never Over, Jeff Buckley“ nun ein filmisches Denkmal. Ursprünglich war dieses als Spielfilm mit Brad Pitt in der Hauptrolle geplant, nun also liegt eine Doku vor, an deren Produktion Pitt noch beteiligt war.

Zehn Jahre investierte Berg, um über den Nachlass Zugang zu Buckleys privaten Archiven zu erhalten und diese zu sichten. Dank der Ergebnisse zusammengeschnitten mit öffentlichem Material sowie diversen Interviews nimmt sie uns nun mit durch das Leben des Künstlers. Hierfür sprach sie auch mit Rebecca Moore, die in den Jahren seines Aufstiegs Jeffs Partnerin war und die sich 30 Jahre lang kaum geäußert hatte, da Freundinnen oft als Feindbild angesehen werden, wie sie erklärt.

Laut seiner Mutter Mary Guibert sang Jeff schon im Babyalter, der Sohn einer Einwanderin aus Panama und eines Musikers, den sie früh in ihrer Französischklasse kennengelernt hatte. Mit 17 Jahren schon war Mary schwanger und wurde noch vor der Geburt von Tim Buckley verlassen, da dieser Karriere als Singer/Songwriter machen wollte. Im Kindesalter schon versuchte Jeff, seiner Mutter Halt zu geben, in einem Umfeld, in dem Musik stets eine Rolle spielte, ob Mama nun Judy Garland hörte oder der Stiefvater Led Zeppelin.

Nachdem Jeff später als Teenager seinen Vater bei einem Konzert kennenlernte, verbrachte er in den Ferien eine Woche mit ihm – zwei Monate später allerdings starb sein Dad an einer Überdosis. Jeff, der mit 15 Jahren schon jeden Abend Al Di Meola auf der Gitarre geübt hatte und auch in einer Schulband sang und spielte, wollte selbst eine Musikkarriere anstreben. „Ich steckte vieles in die Musik, damit ich nicht in ein schwarzes Universum schrumpfe“, erklärt er, der dann bei einem Gedenkkonzert zu Ehren des Vaters mit auf der Bühne stehen durfte. Eigentlich nur als Lückenfüller eingeplant begeisterte er alle im Saal – und hier lernte er dann auch Rebecca kennen, die für Ton und Licht im Saal verantwortlich war.

Die beiden wurden ein verliebtes Paar und zogen 1991 nach New York, wo sie kreativ waren, Jeff neben Musik auch verrückte Nachrichten aufnahm, manchmal als „Spinat, die Katze“. Jeff erklärt, dass er eine Chanteuse werden wollte wie Nina Simone oder singen wollte wie Nusrat Fateh Ali Khan. Nun war er aber ein weißer Junge aus Orange County, der noch nichts groß vorzuweisen hatte. Im irischen Coffeeshop „Sin-é“ arbeitete er nicht nur, er griff auch immer mal zur Gitarre und sang dazu, größtenteils Coversongs, dann auch eigene Stücke – und das sprach sich herum. Immer mehr Leute kamen, um ihn zu sehen, hierunter bald auch Verantwortliche von Plattenfirmen, und ehe er sich versah hatte Buckley die Wahl, bei wem er unterschreiben würde.

Er entschied sich für Sony/Columbia, machte aber klar, dass sie nichts diktieren könnten und er nur mache, worauf er Lust habe. 100 Songs in fünf Wochen wollte er schreiben, die „manchmal aus Geschichten entstehen, manchmal aus Träumen“. In Sachen Produzenten und Covergestaltung, die dem Label mit Glitzerjacke eigentlich zu feminin war, ging er ungewöhnliche Wege und nahm „Grace“ auf, von David Bowie als bestes Album aller Zeiten bezeichnet, während Alanis Morissette Buckley als beste Stimme jemals lobt, egal ob männlich oder weiblich.

"It’s Never Over, Jeff Buckley" Szenenbild (© Merri Cyr. Photo courtesy of Piece of Magic Entertainment)

(© Merri Cyr. Photo courtesy of Piece of Magic Entertainment)

Mit der Scheibe, die sieben eigene Songs und drei Coverstücke bot, eroberte Jeff die Welt – wobei der Erfolg in Übersee noch weit größer war als in der Heimat. Eine innige Freundschaft zu Soundgardens Chris Cornell begann und eine Starwelt, in der Jeff Selbstsicherheit nur spielte. Von Rebecca hingegen entfernte er sich nun, traf sich mit Aimee Mann und versuchte mit geschriebenen Botschaften, die gezeigt werden, sie ins Bett zu kriegen. Dies klappte nicht, und so wurde Joan Wasser (besser bekannt als „Joan As Police Woman“) seine neue Freundin – und die Band seine neue Familie.

Wir erfahren, dass Jeff es hasste, vom People Magazine zu einem der 50 schönsten Menschen gekürt oder mit seinem Vater verglichen zu werden, dass er Zeit in Europa als Erleichterung empfand und wie er in Frankreich bei einem Festival-Gig von Page & Plant todesmutig am Geländer neben der Bühne weit hochkletterte. Von Plant dann aber als größter neuer Sänger bezeichnet zu werden – hierfür machte Buckley Musik.

Natürlich wird uns im Laufe der Doku auch immer wieder diese geboten und wer noch kein Fan von Jeff war kann sicher nachvollziehen, wie seine hingebungsvoll gesungenen und gespielten, alles andere als gewöhnlichen Songs seinen Kultstatus begründeten – ob nun seine bekannte „Hallelujah“-Interpretation als Ehrerweisung an Leonard Cohen, „Lilac Wine“, „Last Goodbye“ oder „Eternal Life“.

Selbiges war ihm dann leider mal so gar nicht vergönnt. Depressionen setzten ein und wurden immer größer, Buckley tauchte teilweise tagelang ab. Mit dem Druck der Plattenfirma, ein zweites Album aufzunehmen, kam er nicht zurecht, hatte zudem Schulden beim Label auf Grund der damaligen Verträge. Dann kam es noch zum Bruch mit Drummer Matt, der die Band verließ, und an seinem 29. Geburtstag stellte Jeff zwar fest, dass er nun älter als sein Vater geworden sei, innerlich aber war er am Boden. „Ich glaube, ich bin manisch depressiv“, sagte er zu Wasser. Nach Memphis zog er 1996 in ein Haus, rief wochenlang Bekannte an, um nicht zu alleine zu sein, hierunter auch Rebecca, der er sagte, dass er viel Musik höre und wisse, dass er sie liebe.

So langsam begann Buckley dann mit Arbeiten an neuen Songs, trat im lokalen „Barrister’s“ hin und wieder auf, und schickte seine Demos für das zweite Album an die Band. Als die Jungs allerdings am 29. Mai 1997 in Memphis eintrafen, war Jeff schon nicht mehr am Leben, da er an diesem Tag beim Schwimmen im Fluss ertrank. Wie sich heraus stellte, waren Drogen nicht im Spiel, er hatte lediglich etwas Bier getrunken – ein Unglück also, das sich ereignete. Nun gab es eine Gedenkfeier für ihn selbst, der sich in einer letzten Sprachnachricht auf dem Anrufbeantworter der Mutter, die diese vorspielt, bei ihr bedankte und Liebe ausdrückte. Dies bleibt ihr nun, und uns ein legendäres Album und die Erinnerung an einen tollen Musiker und speziellen Menschen, dem Amy Berg hiermit eine besondere Ehre erweist. „It’s Never Over, Jeff Buckley“ ist eine interessante, dank des bislang ungesehenen Materials sehr informative Doku, nicht nur für die Fans von Buckley.

Trailer:

Bewertung: 7 von 10 Punkten

 


Verlosung

Album "Grace": © Sony Music / T-Shirt: © Piece of Magic Entertainment

(Album „Grace“: © Sony Music / T-Shirt: © Piece of Magic Entertainment)

Wir verlosen zum Filmstart drei tolle Artikel, und zwar ein schickes T-Shirt zum Streifen in Größe L, ein von Regisseurin Amy Berg handsigniertes Filmplakat und ein Exemplar des Kultalbums „Grace“ auf Vinyl, welche uns hierfür netterweise zur Verfügung gestellt wurden. Zur Teilnahme einfach das folgende Formular ausfüllen, Wunschgewinn wählen (Mehrfachwahl möglich) und absenden. Einsendeschluss ist der 9. Mai 2026. Viel Glück!







    Ich möchte gewinnen (Mehrfachwahl möglich):

    T-Shirtsigniertes FilmplakatVinyl 'Grace'

     

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