Home Film„The Bride! – Es lebe die Braut“ – eine feministische, punkige Horror-Romanze mit Starbesetzung

„The Bride! – Es lebe die Braut“ – eine feministische, punkige Horror-Romanze mit Starbesetzung

Autor: Tobi

"The Bride! – Es lebe die Braut" Filmplakat (© 2026 Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved.)

The Bride! – Es lebe die Braut

Darsteller: Jessie Buckley, Christian Bale, Annette Bening, Peter Sarsgaard
Regie: Maggie Gyllenhaal
Dauer: 126 Minuten
FSK: freigegeben ab 16 Jahren
Website: www.warnerbros.de/de-de/filme/amrum
Facebook: facebook.com/WarnerBrosDE
Instagram: instagram.com/warnerbrosde
Kinostart: 5. März 2026


Maggie Gyllenhaal kennt man vor allem als Schauspielerin aus Filmen wie „SherryBaby“ (2006), „Crazy Heart“ (2009) oder „White House Down“ (2013). Nun bietet sie mit „The Bride! – Es lebe die Braut“ ihre zweite Regiearbeit nach dem im Dezember 2021 bei uns nur kurz im Kino gespielten, dann ab Ende des Monats auf Netlix verfügbar gemachten Drama „Frau im Dunkeln“. Wie schon bei diesem schrieb sie auch das Drehbuch, was ihr damals für „Bestes adaptiertes Drehbuch“ ihre zweite Oscar®-Nominierung nach „Beste Nebenrolle“ für „Crazy Heart“ einbrachte.

Mit „The Bride! – Es lebe die Braut“ beschert sie keine heitere Hochzeits-RomCom, sondern eine feministische, punkige Horror-Romanze mit Roadtrip-Würze, für die sie eine Starbesetzung vor die Kamera holte mit der gerade für „Hamnet“ als große Oscar®-Favoritin als „Beste Schauspielerin“ geltenden Jessie Buckley (der besagtes „Frau im Dunkeln“ ihre erste Oscar®-Nominierung in der Kategorie „Beste Nebendarstellerin“ bescherte), Christian Bale, Annette Bening, Peter Sarsgaard, Penélope Cruz und ihrem jüngeren Bruder Jake Gyllenhaal. Hierbei greift sie auf Mary Shelleys bekannten Roman „Frankenstein“ ebenso zurück wie den Film „Frankensteins Braut“ von James Whale aus dem Jahr 1935, in dem der wahnsinnige Dr. Prätorius dem fast schon zivilisiert gewordenen Monster Frankenstein hilft, eine Gefährtin für ihn zu erschaffen.

Buckley lernen wir – ebenfalls 1935 – in Chicago als feierwütige Ida kennen, die in einem Club über die Stränge schlägt und hierbei nicht nur ein paar verschlagene, protzende Ganoven vor den Kopf stößt, sondern auch noch den Mafia-Boss anpöbelt. Der Abend endet für sie nicht nur kritisch, sondern mit ihrem Tod nach einem Treppensturz. Etwas später taucht der von den Toten wiedererweckte Frank (Bale) – seinen Frankenstein-Namen nutzt er nicht mehr und seine überdeutlichen Zusammenflick-Narben verdeckt er mit einem Halstuch und Hut – bei Dr. Euphronius (Bening) auf, hat er doch gehört, dass diese auch ungewöhnliche Forschungen betreibt. Nach über 100 Jahren Alleinsein und Gejagtwerden sehnt er sich nach einem normalen Leben, und nach Liebe, auch körperlich. Er bittet die Wissenschaftlerin, ihm eine Tote zum Leben zu erwecken, auf dass sie seine Partnerin werde – und ja, die Wahl fällt auf Ida.

Die Ausgegrabene und dann Wiederbelebte, die sich erst einmal einen pechschwarzen Fleck ins Gesicht hustet, der nicht mehr verschwindet, erinnert sich nicht an ihr altes Leben. So flunkert ihr Dr. Euphronius vor, sie sei immer Franks Braut gewesen, habe dann aber einen Unfall gehabt, den sie zum Glück überlebt habe. Das Paar zieht von dannen, und bald stellt sich heraus, dass es mit dem normalen Leben doch schwierig wird, werden zwei sie angreifende Kerle doch rabiat eliminiert – und schon befinden sie sich auf der Flucht vor der Polizei, in Person von Kommissar Jake Wiles (Sarsgaard) und seiner ambitionierten Partnerin Myrna Mallow (Cruz). Ein Anhaltspunkt für diese beiden ist, dass die Flüchtigen anscheinend immer dort Station machen, wo Filme des tanzenden und singenden Stars Ronnie Reed (Jake Gyllenhaal) im Kino laufen.

"The Bride! – Es lebe die Braut" Szenenbild (© 2026 Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved.)

(© 2026 Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved.)

Mit „The Bride! – Es lebe die Braut“ bietet Regisseurin Maggie Gyllenhaals in jedem Fall einen Film, wie man ihn nicht jeden Tag sieht. Eröffnet wird dieser mit Schwarz-Weiß-Bildern von „Frankenstein“-Autorin Mary Shelley (ebenfalls Jessie Buckley), die nach ihrem Tod die gezeigte Geschichte um Ida bzw. die Braut erdenkt, exaltiert wirkend wie eben selbige auch. Punkig kommt die Braut daher, rotzig und vor Energie nur so strotzend, hierbei nicht nur positiver. Buckley spielt diese Rollen stark, und neben ihr verblasst Bale fast ein bisschen in seiner fast schon Gentleman-artigen Performance als das Kino und besonders die Werke von Reed liebender, sich nach Liebe sehenender Frankenstein.

Die Passagen mit Jake Gyllenhaal und alten Lichtspielhäusern drücken eine Liebe zum Kino aus, und durch sie halten auch Revue-Momente Einzug in die düstere Romanze. Diese mutiert dann in ihrem Verlauf etwas zum wilden Roadtrip des neuen Gangster-Pärchens, dabei wollte Frank doch das Gejagtwerden endlich hinter sich lassen. Mit der impulsiven Braut an seiner Seite klappt das aber mal so gar nicht, denn sie hat hier die Hosen an – und nicht nur dies ist feministisch, Frauen werden auch durch die immer populärerer werdende Braut angestiftet, sich zu wehren und selbstbestimmter zu leben, und gehen mit gleichem schwarzen Fleck auf der Wange als Erkennungszeichen auf die Barrikaden.

„The Bride! – Es lebe die Braut“ ist besonders, in jedem Fall, und auch durchaus unterhaltsam. Aber so richtig zu fesseln oder zu begeistern weiß einen der Film dann irgendwie doch nicht, der überladen wirkt und überambitioniert, dessen Meta-Ebenen auch nicht immer zu funktionieren scheinen, und der Parallelen zu „Bonnie & Clyde“ oder auch „Joker“ erkennen lässt – nicht nur auf Grund der musikalischen Untermalung von Hildur Guðnadóttir.

Trailer:

Bewertung: 6 von 10 Punkten

 

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