
The Housemaid – Wenn sie wüsste
Darsteller: Sydney Sweeney, Amanda Seyfried, Brandon Sklenar, Michele Morrone
Regie: Paul Feig
Dauer: 131 Minuten
FSK: freigegeben ab 16 Jahren
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Instagram: instagram.com/leoninestudios
Kinostart: 15. Januar 2026
Nachdem die durch ihre Rollen in den Serien „Everything sucks!“ und „Euphoria“ bekannt gewordene Sydney Sweeney 2023 und Anfang 2024 auch im Kino ordentlich durchstartete, als sie erst im packenden Drama „Reality“ und dann im Neo-Western „Americana“ sowie der gut unterhaltenden RomCom „Wo die Lüge hinfällt“ in Hauptrollen zu überzeugen wusste, wurde es etwas durchwachsener für die 1997 geborene, US-amerikanische Schauspielerin. Die Marvel-Verfilmung „Madame Web“ wurde zum Flop, Ron Howards namhaft besetzter „Eden“ noch weit mehr, und nur der Horrorfilm „Immaculate“ brachte zwischendurch wieder positive Ergebnisse. Aufsehen und allgemeine Diskussionen in den USA erzeugte 2025 dann eine nicht sehr bedacht phrasierte Jeans-Werbekampagne, während „Echo Valley“ gemischte Kritiken einfuhr und sich das Boxerinnen-Drama „Christy“ als nächster Film mit miesem Einspielergebnis erwies. Umso mehr freut sich die zwischendurch auch mal mit transparentem Kleid auf dem roten Teppich auftauchende und so mit ihren unverborgenen Reizen die Schlagzeilen der Boulevardpresse beherrschende Sydney sicher, nun mit Paul Feigs „The Housemaid – Wenn sie wüsste“ mal wieder einen Kassenschlager vorweisen zu können, hat der Thriller doch schon vor dem Kinostart bei uns fast 200 Millionen US-Dollar eingespielt und ist bei einem Budget von etwa 35 Millionen somit ein sicherer Erfolg. Das Drehbuch von Rebecca Sonnenshine basiert hierbei auf dem gleichnamigen Bestseller und BookTok-Community-Hit „The Housemaid“ (bei uns „Wenn sie wüsste“) von Freida McFadden.
Sweeney spielt die 27-jährige Millie Calloway, die nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis weder Geld noch eine Bleibe hat. Als sie sich auf eine Annonce hin als Hausmädchen beim wohlhabenden Ehepaar Nina (Amanda Seyfried) und Andrew Winchester (Brandon Sklenar) bewirbt, glaubt sie nicht wirklich an eine Chance, schafft es mit Flunkerei und sympathischem Auftreten aber dann tatsächlich, den Job in der schicken, großen Villa der Familie auf Long Island zu erhalten, wo sie praktischerweise dann auch direkt mit einzieht, so wie es die Stelle vorsieht. Schließlich geht es nicht nur um den Haushalt, sondern auch darum, sich um Tochter Cecelia (Indiana Elle) zu kümmern.
Was für Millie zunächst wie der große Wurf wirkt entpuppt sich bald aber schon als wenig Freude bringende Situation. Nina hat sich selbst überhaupt nicht im Griff, rastet immer wieder mal aus und unterstellt ihr diverse Verfehlungen, die sie gar nicht verschuldet hat. Tochter „Cece“ präsentiert sich ähnlich unangenehm nicht nur verhätschelt, sondern auch respektlos und verschlagen. Und dass Millies Zimmer unter dem Dach ein nicht zu öffnendes Fenster und eine nur von außen zu verriegelnde Tür besitzt, stiftet ebenso wenig Vertrauen. Obwohl Nachbarn sie in düstere Momente aus Ninas Vergangenheit einweihen und Gärtner Enzo (Michele Morrone) zu warnen scheint, schmeißt Nina auf Grund ihrer Alternativlosigkeit nicht hin, so dass die Lage irgendwann eskaliert.

Millie Calloway (Sydney Sweeney) hofft, nach ihrem Gefängnisaufenthalt als Hausmädchen neu anfangen zu können.
(© LEONINE Studios)
„The Housemaid – Wenn sie wüsste“ lässt sich als Thriller mit erotischer Note ganz gut anschauen, wobei nach Chubby Checkers Motto „Let’s do the Twist“ auch hier Wendungen verabreicht werden. Diese sind allerdings nicht immer unvorhersehbar, und auch die Logik spielt bis zum Ende nicht durchgängig mit, was dann doch zulasten der Spannung geht, genauso wie die mit 131 Minuten zu lange Spielzeit. Da wusste der vorher für Komödien bekannte Paul Feig doch mit seiner Thriller-Premiere „Nur ein kleiner Gefallen“ 2018 weit mehr zu fesseln.
Hier setzt er vor allem erst einmal auf eine edle und somit sicher reizvolle Kulisse – ein prächtiges, toll ausgestattetes Haus, in dem sich dann auch ein Großteil der Handlung abspielt. Die Charaktere hingegen werden wenig inspiriert ausgemalt, was einem schnell gewisses Stirnrunzeln beschert – zumal einige Randfiguren von ihnen eher überflüssig erscheinen und Klischees bedient werden. Sydney Sweeney spielt die Millie dann auch mit wenig Emotion und Ausstrahlung, lässt eher ihre oft gezeigte Sexyness durchschlagen, und auch Brandon Sklenar beschränkt sich lange blass auf den attraktiven netten Pol der Familie, während Amanda Seyfried weit überzeugender agiert und in ihrer sich erst nach und nach erschließenden Rolle weit mehr aufgeht.
Wie oben erwähnt ist „The Housemaid – Wenn sie wüsste“ an den Kinokassen aber bereits ein Erfolg, und da Freida McFadden mit „The Housemaid’s Secret“ („Sie kann dich hören“) und „The Housemaid Is Watching“ („Sie wird dich finden“) schon zwei Fortsetzungen sowie eine Kurzgeschichte folgen ließ, ist davon auszugehen, dass auch filmisch nachgelegt werden wird.
Trailer:
Bewertung: 6 von 10 Punkten

