
The Testament of Ann Lee
Darsteller: Amanda Seyfried, Thomasin Mckenzie, Lewis Pullman, Tim Blake Nelson
Regie: Mona Fastvold
Dauer: 137 Minuten
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Website: www.searchlightpictures.com/the-testament-of-ann-lee
Facebook: facebook.com/20thCenturyStudiosDE
Instagram: instagram.com/20thcenturystudiosde
Kinostart: 12. März 2026
Nachdem es Amanda Seyfried gerade erst im Thriller „The Housemaid – Wenn sie wüsste“ mit Sydney Sweeney zu tun bekam und im Vergleich mit selbiger schauspielerisch weit mehr zu überzeugen wusste, liegt nun mit „The Testament of Ann Lee“ ein Film vor, bei dem sie alles aus sich heraus holen konnte – und wohl auch musste. Regisseurin Mona Fastvold widmet sich hierin nämlich der freikirchlichen, sich in ekstatische Momente versetzenden Shaker-Glaubensgemeinschaft, und hierbei vor allem ihrer Gründerin Ann Lee.
Diese wird 1736 im britischen Manchester geboren und ist zunächst noch ein für die damalige Zeit ganz normales Mädchen (Esmee Hewett), das mit ihrem Bruder William (Benjamin Bagota) in einer Baumwollfabrik arbeitet. Als sie eines Nachts ihre Eltern beim Sex beobachtet, kommt ihr dieser wenig harmonisch vor und sie ordnet ihn als sündige, männerdominierte Handlung ein. Als Jugendliche dann lernt sie (jetzt Millie Rose Crossley) zusammen mit William (Harry Conway) und Nichte Nancy (Viola Prettejohn) das Paar Jane (Stacy Martin) und James (Scott Handy) Wardley kennen, die als Quäker von Jesus‘ nahender Rückkehr auf die Erde in Gestalt einer Frau überzeugt sind und ihrem Glauben mit lauten Schreien, Zuckbewegungen, Tänzen und Musik Ausdruck verleihen.
Ann (nun Amanda Seyfried) wird Teil der Gruppe, wo sie den Schmied Abraham (Christopher Abbott) kennenlernt, den sie heiratet. Doch nicht nur sein Hang zum Sadomasochismus verheißt Unheil, Ann wird auch viermal schwanger und verliert dann jedes ihrer Kinder im Babyalter. Mental schwer angeschlagen kommt sie nach einer die allgemeine Ruhe störenden Aktion der Quäker in Haft, wo sie sich zwei Wochen lang weigert, zu essen und zu trinken. Körperlich am Ende erscheinen ihr Adam und Eva im Garten Eden und für sie wird klar, dass Ehe und Sex nur Schlechtes über die Menschheit bringen.
Wieder in Freiheit sind andere Quäker von ihrem erleuchtet erscheinenden Auftreten und ihren mit Nachdruck vermittelten Erkenntnissen beeindruckt, vermuten den weiblichen Messiah in ihr und machen sie zur neuen Führerin „Mutter Ann“. Die neue, auf Gleichberechtigung und sexuelle Abstinenz ebenso wie zuckende Tänze in Trance-ähnlichem Zustand setzende Shaker-Bewegung wird aber von vielen Bürgern als Gefahr wahrgenommen und dann sogar so wütend angegriffen, dass Ann mit den noch verbleibenden Verbündeten mit Hilfe des wohlhabenden Farmers Richard Hocknell (Jamie Bogyo) auf einem Schiff in die USA nach New England flieht. Die Crew an Bord findet ihre Gäste zwar äußerst fragwürdig, als Ann dann aber mit ihrem Glauben durch einen bösen Sturm zu helfen scheint, erntet sie Respekt. In New York City angekommen finden sie nördlich der Stadt ein Stück Land, um sich niederzulassen, und von hier aus wird die sich mit handwerklicher Expertise viel aufbauende und missionierend ausschwärmende Gemeinschaft durch neue Anhänger immer größer – wobei auch diverse Probleme bleiben.

(© Searchlight Pictures)
Für „The Testament of Ann Lee“ schrieb Regisseurin Mona Fastvold das Drehbuch zusammen mit ihrem Ehemann Brady Corbet, wie schon beim vielbeachteten Drama „Der Brutalist“, das er inszeniert hatte. Nun also führte sie Regie und nimmt uns mit in die Historie der Shaker. Eingeleitet von einer Ouvertüre sehen wir drei Kapitel über das Leben und Wirken von Ann Lee, die durchaus nicht uninteressant sind, aber doch nicht nur inhaltlich schwer zugänglich, sondern auch sehr speziell.
Amanda Seyfried, die für die Titelrolle eine Golden Globe®-Nominierung als beste Hauptdarstellerin in einem Musical oder einer Komödie erhielt, spielt, zuckt und singt sich die Seele aus dem Leib, mit voller Hingabe, sehr beeindruckend. Die Gefühlswelt der Ann Lee nachzuvollziehen fällt dennoch schwer, und so verfolgt man geduldig die Studie einer äußerst ungewöhnlichen Person, die es einst schaffte, mit Ausstrahlung und Überzeugung von den anderen als neue Heilsbringerin angesehen zu werden, der man folgen sollte.
Die Handlung wird uns von der Shaker-Anhängerin Mary Partington (Thomasin McKenzie) erzählt, die zur engsten Vertrauten von Ann Lee wird, und es bleibt nicht bei kurz eingestreuten musikalischen Shaker-Momenten, mehrere Lieder werden mit sauber choreografierten Tänzen verabreicht. Stilistisch ist es hierbei sehr interessant, wie von kirchlich ja bekanntem Gospel und zum ländlichen Ambiente passenden Folk bis hin zu elektronischen Klängen variiert wird. Und nicht nur dies, auch die auf 70mm-Material besonders wirkenden Bilder sind speziell, manchmal auch besonders angerichtet. So ist „The Testament of Ann Lee“ in jedem Fall ein kunstvolles, aber auch erschöpfend wirkendes und nicht wirklich massentaugliches Historienepos über eine sich in Ekstase versetzende Glaubensbewegung, die einst bis zu 6.000 Mitglieder zählte, von denen im Jahr 2025 dann nur noch zwei übrig geblieben waren.
Trailer:
Bewertung: 7 von 10 Punkten



(© Searchlight Pictures / Girls on Tops)
Anlässlich des Kinostarts von „The Testament of Ann Lee“ hab Searchlight Pictures und Girls on Tops (A T-Shirt Celebration of Female Voices in Film) T-Shirts für die Hauptdarstellerin Amanda Seyfried und die Regisseurin Mona Fastvold entworfen. Wir verlosen ein bestens zum Inhalt passendes Amanda Seyfried T-Shirt in Größe M. Zur Teilnahme einfach das folgende Formular ausfüllen und absenden. Einsendeschluss ist der 12. Mai 2026. Viel Glück!
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