Home Film„They Will Kill You“ – amüsante Horrorkomödie ohne größeren Tiefgang

„They Will Kill You“ – amüsante Horrorkomödie ohne größeren Tiefgang

Autor: Mick

"They Will Kill You" Filmplakat (© 2026 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.)

They Will Kill You

Darsteller: Zazie Beetz, Patricia Arquette, Myha’la, Heather Graham
Regie: Kirill Sokolov
Dauer: 94 Minuten
FSK: freigegeben ab 16 Jahren
Website: www.warnerbros.de/de-de/filme/they-will-kill-you
Facebook: facebook.com/WarnerBrosDE
Instagram: instagram.com/warnerbrosde
Kinostart: 26. März 2026


Der junge Russe Kirill Sokolov bewies schon früh einen sehr eigenwilligen Humor und empfahl sich mit seinen einschlägigen, noch in der Heimat realisierten Low-Budget-Schockern „Why Don’t You Just Die!“ (2018) und „No Looking Back – Ohne Rücksicht auf Verluste“ (2021) nachdrücklich für ein Hollywood-Engagement. Folgerichtig bekommen wir jetzt mit „They Will Kill You“ seine erste amerikanische Produktion zu sehen, mit der er bei deutlich gesteigertem Etat dem Genre des Comedy-Horrors treu bleibt und uns diesmal in die Abgründe einer düsteren New Yorker Hochhausgemeinschaft entführt.

In die gerät Protagonistin Asia (Zazie Beetz) kurz nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis, als sie auf der Suche nach ihrer jüngeren Schwester Maria (Myha’la) im äußerst mysteriösen Hochhaus „Virgil“ als Hausmädchen anheuert. Zehn Jahre zuvor schoss sie mit Maria auf der Flucht vor ihm auf ihren gewalttätigen Vater und ging anschließend jahrelang in den Knast, der sie zumindest rigoroses Durchsetzungsvermögen und ein breites Spektrum von Nahkampfkünsten lehrte, wie wir zeitnah lernen werden. Nach einem Hinweis vermutet sie Maria als Angestellte im „Virgil“ und schon steht sie ihrer wenig vertrauenerweckenden Chefin Lilith (Patricia Arquette) gegenüber, die ihr sogleich einige der nicht weniger obskuren Bewohner des durch schwere Riegel von der Außenwelt abgetrennten, elitären Gebäudes vorstellt.

Der Grundstein für die obskuren Vorkommnisse ist mit den gesäten Zweifeln schon mal gelegt, und mit teilweise abenteuerlichen Kamerawinkeln und -fahrten stimmt uns Regisseur Sokolov vergnüglich auf kommendes Unheil ein. Dem verleiht er bei Asias Bezug ihres Zimmers mit einer kryptischen Botschaft am beschlagenen Badezimmerspiegel und unter Bemühen nahezu aller bekannten Horrorklischees inklusive Soundtrack sogar noch Nachdruck, der durchaus neugierig macht auf folgendes Übel.

"They Will Kill You" Szenenbild (© 2026 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.)

(© 2026 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.)

Lange müssen wir darauf nicht warten, sieht sich Asia doch umgehend einer illustren Abordnung schweinemaskierter Gegner unter der Leitung der fiesen Sharon (Heather Graham) gegenüber, derer sie sich unter Anwendung all ihrer in der Haft erworbenen Fertigkeiten mit allerlei Schlagwerkzeugen erwehren muss. Und schon geht er los, Sokolovs temporeich choreografierter Splatter-Wahnsinn, der fast schon grotesk blutig in seinen Kämpfen erstmal Rätsel aufgibt. Als ganz so sinnfrei wie vermutet aber erweist sich der Plot nicht, auch wenn sich die Fragezeichen bald von selbst auflösen. Denn wie in seinen Vorgängern ist dem Regisseur auch hier nicht in erster Linie an einer hochkomplizierten Handlung gelegen – seichte Anflüge von Gesellschaftskritik wirken etwas aufgesetzt – sondern an einer Umsetzung, die mit einer Menge kreativer Einfälle wieder bestens amüsiert.

Das historische Haus entpuppt sich als Hort des Teufels, dem sich seine Bewohner einer satanischen Sekte ähnlich im Tausch gegen Unsterblichkeit verschrieben haben, und der regelmäßig nach neuen Menschenopfern verlangt. Da aber haben sie die Rechnung ohne die wehrhafte Asia gemacht, die jetzt in wilden, manchmal etwas ausufernden Gemetzeln sich und ihre tatsächlich anwesende Schwester gegen die fest entschlossene, seit über einem Jahrhundert verschworene Hausgemeinschaft verteidigt. Dass die sich auch bei nachhaltigsten Exekutionen nicht reduzieren lässt, ist natürlich dem teuflischen Pakt geschuldet und liefert gleichzeitig den nächsten Scharmützeln fortwährend neue Nahrung, denen man vor allem Sokolovs Spaß an der Realisation anmerkt.

Das ist zeitweise wirklich brutal, so dass wir uns doch über das FSK16-Rating wundern, und doch fast immer mit der richtigen Dosis eines schelmischen Augenzwinkerns versehen, das auch den explizitesten Szenen einfallsreicher Kills einen gewissen Witz verleiht. Etwas ermüdend wirkt es auf die Dauer schon, wenn sich die Schwestern dem Showdown des einfach gestrickten Streifens entgegenmetzeln, mit den Effekten aber, denen man erfreulich das höhere Budget ansieht, liefert Sokolovs Horrorkomödie allemal gute Unterhaltung.

Trailer:

Bewertung: 6 von 10 Punkten

 

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