Home Film “Weihnachten im Zaubereulenwald” – die ruhige Wintererzählung bringt Kindern unaufdringlich Umweltschutz nahe

“Weihnachten im Zaubereulenwald” – die ruhige Wintererzählung bringt Kindern unaufdringlich Umweltschutz nahe

Autor: Tobi

"Weihnachten im Zaubereulenwald" Filmplakat

Weihnachten im Zaubereulenwald

Darsteller: Paula Rits, Siim Oskar Ots, Jaan Rekkor, Märt Pius
Regie: Anu Aun
Dauer: 98 Minuten
FSK: freigegeben ohne Altersbeschränkung
Website: www.24-bilder.de/filmdetail.php?id=839
Facebook: facebook.com/Zaubereulenwald


Zu für Kinderfilme schon immer typischen Kernthemen und Werten wie Freundschaft, Zusammenhalt, Mut und Abenteuerlust haben sich in den letzten Jahren bedingt durch unsere Gesellschaft und ihren Umgang miteinander sowie mit unserem Planeten auch wichtige Punkte wie Toleranz, Ablehnung von Fremdenfeindlichkeit und Umweltbewusstsein gesellt. Nachdem zuletzt Adam und sein Vater in “Bigfoot Junior – ein tierisch verrückter Familientrip” (lies unsere Filmkritik hier) gegen Umweltzerstörung kämpften und die Hamburger JungdetektivInnen in “Die Pfefferkörner und der Schatz der Tiefsee” (lies unsere Filmkritik hier) Umweltverbrechen auf die Spur kamen, macht der estnische Film “Weihnachten im Zaubereulenwald” nun deutlich, wie wichtig die Erhaltung unserer Natur nicht nur für uns, sondern auch für die Tierwelt ist – das allerdings weit weniger rasant.

Als sich die 10-jährige Eia (Paula Rits) schon auf den geplanten Weihnachts-Urlaub mit ihrer Mutter Lillis (Mirtel Pohla) freut, wenn schon Vater Oskar (Priit Võigemast) wie so oft arbeiten muss, wird sie enttäuscht. Eine Arbeitskollegin der Mutter fällt krankheitsbedingt aus, und so kann auch bei ihr keine Besinnlichkeit aufkommen. Um die Tochter nicht im Trubel zum eigentlichen Fest der Liebe alleine zu Hause sitzen zu lassen, schickt die Mutter sie nach einigen Diskussionen mit dem Vater in den Weihnachtsferien auf den Bauernhof ihres guten Bekannten Ott (Jaan Rekkor).

Okay, vor Hektik jeglicher Art ist Eia hier offensichtlich bewahrt, lebt Ott doch mitten in einem großen Waldgebiet auf seinem sogenannten Zaubereulenhof in schöner, jetzt auch wunderbar verschneiter Natur. Nach überwundener Enttäuschung findet Eia mehr und mehr Freude, denn die netten Nachbarn bringen auch einiges Leben in die abgelegene Bude. Mit dem gleichaltrigen Ats (Siim Oskar Ots), der als Hobby-Ornithologe Vögel beobachtet, und Otts freundlicher Tochter Jete (Liis Lemsalu), die ihren Vater zu Weihnachten besucht und als Tierfotografin arbeitet, hat Eia auch bald neue Bezugspersonen liebgewonnen.

Die Beschaulichkeit und aufkommende Freude werden allerdings dadurch getrübt, dass der raffgierige Verwalter Ravio (Juhan Ulfsack) plant, den alten Wald direkt neben Otts Anwesen abzuholzen, ohne Rücksicht auf die schöne Natur und die Tiere, die dort leben. Vielleicht können Eia und die anderen hieran aber ja doch noch etwas ändern, ist sie doch sicher, eine geschützte Eulenart im Wald gesehen zu haben.

"Weihnachten im Zaubereulenwald" Szenenbild (Foto: Kristjan Mõru © 2018 Luxfilm)

(Foto: Kristjan Mõru © 2018 Luxfilm)

Mit sehr viel Ruhe nimmt uns Regisseurin Anu Aun (“The Polar Boy”) mit in den kalten, aber wunderschönen Winter Estlands, wo die zuerst arg enttäuschte Eia dann doch noch ein Abenteuer erlebt und schließlich sogar noch etwas mehr über ihre eigene Familie erfahren soll.

Mit Weihnachten selbst hat der Film nur etwas zu tun, weil seine Handlung sich um das Fest herum abspielt und dadurch eben auch Plätzchen gebacken oder die Schlittschuhe angeschnallt werden, ansonsten könnte sich die Umweltproplematik auch zu jeder anderen Zeit des Jahres ergeben. Der Winterwald bietet aber natürlich umso schönere Bilder, und diese serviert uns Aun dann auch teilweise wie in einem Kalender oder einer Doku angerichtet.

Dies und auch die Tatsache, dass sich Eia für eine 10-Jährige vielleicht doch etwas zu schnell in der unerwarteten Fremde akklimatisiert, wirkt manchmal etwas zu erzwungen, insgesamt aber liegt ein schöner Familienfilm vor, der neben Freundschaft, Mut und Respekt auch das heutzutage so wichtige Engagement für Umweltschutz und gegen profitsüchtige Rücksichtslosigkeit in den Mittelpunkt rückt, und das sehr sanft und nicht zu aufdringlich.

Trailer:

Bewertung: 7 von 10 Punkten

 

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