
„Wuthering Heights“ – Sturmhöhe
Darsteller: Margot Robbie, Jacob Elordi, Alison Oliver, Shazad Latif
Regie: Emerald Fennell
Dauer: 136 Minuten
FSK: freigegeben ab 16 Jahren
Website: www.warnerbros.de/de-de/filme/wuthering-heights—sturmhohe
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Kinostart: 12. Februar 2026
„Sturmhöhe“, Emily Brontës Romantik-Klassiker von 1847, hat über die Jahrzehnte schon so manche Verfilmung erlebt. Regisseurin Emerald Fennell („Promising Young Woman“, „Saltburn“), die nicht müde wird zu betonen, wie besessen sie als Teenagerin von dem Buch war, fügt der Reihe mit „“Wuthering Heights“ – Sturmhöhe” jetzt ihre eigene Adaption des damaligen Skandalromans hinzu und arbeitet das erotisch aufgeladene Thema einer tragischen Liebesbeziehung mit ansehnlicher Starbesetzung bildgewaltig ab.
Auch bei ihr lernen wir die Hauptfiguren Catherine und Heathcliff als Kinder kennen, die gemeinsam unter den alkoholbedingten Eskapaden ihres jähzornigen Vaters Mr. Earnshaw (Martin Clunes) auf dem Gutshof Sturmhöhe in England zu leiden haben. Und während sich das Adoptivkind von der Straße Heathcliff ein ums andere Mal bei den gewalttätigen Entgleisungen des verwitweten, verbitterten Earnshaw für die seelenverwandte Gutsherrentochter Catherine opfert, entsteht zwischen den beiden schon im Kindesalter eine intime Verbindung, die für die späteren dramatischen Ereignisse ursächlich sein soll.
Denn mit einer Nahaufnahme der Stockhieb-Narben auf Heathcliffs Rücken vollzieht Fennell einen Zeitsprung, der uns direkt ins sexuelle Erwachen der nun jungen erwachsenen Stiefgeschwister (Margot Robbie und Jacob Elordi) katapultiert. Verpackt in atmosphärische Einstellungen transportiert die Regisseurin hier vor allem Catherines erotische Fantasien, macht dabei das aufkommende Begehren beider spürbar und sorgt so glaubhaft für die Voraussetzungen der folgenden emotionalen Verwicklungen, die die beiden danach voll erfassen.

Margot Robbie als Catherine Earnshaw und Jacob Elordi als Heathcliff
(© 2026 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved)
Heathcliff nämlich ist Cathy längst verfallen und lässt nichts unversucht um ihr endlich auch körperlich nahezukommen. Die allerdings wehrt trotz eigener emotionaler Abhängigkeit seine Avancen wegen ihres Standesdenkens ab und lässt sich für eine gesicherte Zukunft stattdessen auf eine Hochzeit mit dem wohlhabenden, benachbarten Großgrundbesitzer Edgar (Shazad Latif) ein, der es ihr auf seinem Anwesen auch an nichts fehlen lässt. Die Dramatik aber, die auch Brontës Romanvorlage speist, erreicht ihren Höhepunkt erst, als Heathcliff nach mehrjähriger Abwesenheit als reicher Mann nach Sturmhöhe zurückkehrt und in Cathy längst verloren geglaubte Gefühle wiedererweckt.
Nach ihrer einfühlsamen Einführung setzt Fennell da hauptsächlich auf die Inszenierung ihres schönen Hauptdarsteller-Pärchens, wenn Cathy jetzt neben ihrem Leben im goldenen Käfig ihrer lange unterdrückten Begierde nachgibt und sich auf eine leidenschaftliche Affäre mit ihrem Stiefbruder Heathcliff einlässt. Dies im viktorianischen England des Romans nahezu undenkbare Ausleben sexueller Lust, das in der viel züchtigeren Vorlage mit durchaus feministischem Ansatz einem veritablen Skandal gleichkam, kostet die Regisseurin hier mit reichlich pathetischem Soundtrack in vollen Zügen aus, selbst wenn sie dabei weitestgehend auf nackte Haut verzichtet.
Eine gute Figur machen ihre Stars dabei unbestritten, und doch fehlt den geheimen Treffen der beiden irgendwie das Knistern, strahlen Einstellungen von zerbrochenen Eiern oder geknetetem Teig noch die meiste Erotik aus. Wie überhaupt Fennells teilweise experimentelle Bildkompositionen eine Menge Spaß bereiten, in denen sie auch die überbordende Opulenz von Edgars Anwesen mit der Düsternis der verkommenden Sturmhöhe kontrastiert, die wunderbar die Abgründe von Heathcliffs dunklen Vergeltungsplänen spiegelt. Der einst Zurückgewiesene spielt da hinten raus in der stärksten Phase des Films längst ein böses Spiel mit Cathy, die er im Wissen um ihren Seelenzustand in einen sadomasochistischen Strudel von Psychospielchen stürzt.
Emerald Fennells im Titel nicht zufällig in Anführungszeichen gesetzter „Wuthering Heights“ beschränkt sich so auf die erste Hälfte von Brontës Roman, treibt mit dessen Erotisierung die Tragik der Beziehung der beiden Hauptfiguren auf die Spitze und hinterlässt trotzdem den Eindruck, damit vor allem seine beiden attraktiven Stars in vorteilhaften Bildern theatralisch in Szene setzen zu wollen.
Trailer:
Bewertung: 6 von 10 Punkten


