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Two Door Cinema Club bieten auf ihrem fünften Album viele packende Songs

Autor: Tobi

Two Door Cinema Club "Keep On Smiling"

Two Door Cinema Club

“Keep On Smiling”

(digital, Lower Third, 2022)

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Zwölf Jahre ist es nun schon her, dass Two Door Cinema Club mit ihrem Debütalbum “Tourist History” auf der Bildfläche erschienen und mit tollen Songs wie “What You Know” oder “Something Good Can Work” zu begeistern wussten. Das zweite Album “Beacon” knüpfte 2012 mit Songs wie “Sun” und “Changing Of The Seasons” an und brachte die Band aus Nordirland bis auf Platz 2 der britischen Charts sowie an die Spitze in Irland.

Nach vier Jahren Pause erschien 2016 das dritte Album “Gameshow” mit Stücken wie “Are We Ready? (Wreck)” und “Bad Decisions”, kletterte zwar auf Platz 5 der UK-Charts und erhielt überwiegend positive Kritiken, insgesamt aber flaute der Erfolg hiermit leicht ab. Ähnlich platzierte sich die durchaus sehr anständige 2019er-Scheibe “False Alarm” (lies unsere Rezension hier) mit Songs wie “Talk”, “Satellite” und “Nice To See You” – in Großbritannien ging es kurzzeitig erneut mit Rang 5 in die Top Ten, aber die ganz große Begeisterung der Anfänge war nicht mehr auszumachen. Nachdem die Jungs 2020 auf der EP “Lost Songs (Found)” (lies unsere Rezension hier) ihren größten Fans einige alte, bislang unveröffentlichte Stücke bescherten, liegt nun ihr fünftes Album “Keep On Smiling” rein digital vor und bereitet viel Freude.

Two Door Cinema Club (© Katy Cummings)

(© Katy Cummings)

Auf den 47 Minuten bleiben sich Two Door Cinema Club nicht nur treu und bieten ihre so typische und besondere, stets mit markanter Kopfstimme und guten Melodien ausgestattete Fusion aus Indie-Pop, Rock, Funk und Elektro, im Vergleich zum Vorgänger kommen sie sogar noch etwas griffiger und über lange Strecken auch wieder packender daher.

Die im Juni als erste Single voraus geschickte, gutgelaunte und eingängige, tolle Ohrwurm-Single “Wonderful Life” hat nicht zu viel versprochen, “Keep On Smiling” entpuppt sich als starker Longplayer. Nach dem guten, atmosphärischen “Messenger AD (Intro)” geht es mit “Blue Light” direkt treibend und mächtig groovy ans Eingemachte und Alex Trimble (Gesang, Gitarre, Keyboards), Sam Halliday (Gitarre) und Kevin Baird (Bass) haben uns umgehend gepackt.

Das Trio aus Nordirland besticht erneut mit Leichtigkeit, Catchyness und Eingängigkeit, präsentiert sich hierbei abwechslungsreich. “Everybody’s Cool” und “Little Piggy” kommen im Midtempo etwas getragener daher, bieten aber hierbei immernoch Groove und Tanzbarkeit auf.

Noch direkter gehen die flotteren Stücke wie das tolle “Lucky” oder “Millionaire” in Ohr und Hüfte, bei denen in puncto der Gitarren ebenfalls feine Linien auf funky Licks treffen, der Bass gute Läufe beschert, elektronische Klänge optimal ergänzen, die Beats zum Tanzen animieren und Alex’ oft hohe Stimme das Ganze so eigenständig veredelt.

Mit “High” findet man zudem eine schöne, fließende Ballade, bevor gegen Ende der Scheibe das zwar sehr funky, aber auch etwas langweiliger daher kommende “Feeling Strange” und das vor allem durch unnötigen AutoTune-Gesangseffekt auffallende “Won’t Do Nothing” zu ersten Abzügen in der B-Note führen.

Das kürzere, elektronische Flächen und Streicherklänge fusionierende Intermezzo “Messenger HD” leitet dann zum abschließenden “Disappearer” über, bei dem erneut AutoTune genutzt wird, hier aber auch mit Verzerrungen, was dann doch weit besser zum bewusst schleppenden, schwereren, mit knarzigen Gitarren und fetten Synthieflächen arrangierten Gerüst des Finales passt.

Insgesamt ist das von der Band sowie Jacknife Lee (Bloc Party, The Killers, Taylor Swift) und Dan Grech Marguerat (Halsey, Lana Del Rey, George Ezra) produzierte Album gut, bereitet sehr viel Freude und weiß einen lange mit tollen Songs zu packen, auch wenn es gegen Ende etwas abbaut.

Die geplante Tour, die Two Door Cinema Club im Oktober für einige Gigs auch zu uns gebracht hätte, musste leider abgesagt werden, nachdem Bassist Kevin sich auf Grund einer früher dieses Jahr diagnostizierten Autoimmunkrankheit, gegen die er nun schon einige Zeit anzukämpfen versucht, einer Operation unterziehen muss. Wir wünschen alles Gute und beste Genesung, Kevin, auf dass es dir wieder gut gehen möge und der Albumtitel zum Programm wird!

twodoorcinemaclub.com
facebook.com/twodoorcinemaclub

Bewertung: 8 von 10 Punkten

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