Home Film “Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn” – die knallbunte und actionreiche Comicverfilmung ist zu sehr auf Effekt gebürstet

“Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn” – die knallbunte und actionreiche Comicverfilmung ist zu sehr auf Effekt gebürstet

Autor: Tobi

"Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn" Filmplakat (© 2020 Warner Bros. Entertainment Inc.)

Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn

Darsteller: Margot Robbie, Mary Elizabeth Winstead, Jurnee Smollett-Bell, Rosie Perez
Regie: Cathy Yan
Dauer: 109 Minuten
FSK: freigegeben ab 16 Jahren
Website: www.warnerbros.de/kino/Birds_of_Prey_The_Emancipation_of_Harley_Quinn.html
Facebook: facebook.com/WarnerBrosDC


Nachdem der “Joker” (lies unsere Filmkritik hier) mit dem ihm gewidmeten Film jede Menge Aufsehen erregte und äußerst erfolgreich im Kino verstörte, widmen sich die Filmemacher nun in “Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn” seiner Ex-Freundin. Selbige gab es in den alten Batman-Comics allerdings noch gar nicht, erschien Harley doch 1992 erst in der Zeichentrickserie “Batman: The Animated Series” auf der Bildfläche, von wo sie dann ab 1993 auch in Comics übernommen wurde.

Wir umreißen kurz die Vorgeschichte zu dem, was wir zu sehen bekommen. In ihrer Position als Psychologin ermöglichte Harley dem von ihr heiß geliebten Joker die Flucht aus der Anstalt Arkham Asylum, wohin sie daraufhin selbst eingewiesen wurde. Allerdings konnte auch sie entkommen und führte dann eine On-Off-Beziehung zum Joker, bis “Mr. J”, wie sie ihn nennt, sie fallen ließ.

Hier knüpft der neue Streifen an und präsentiert Harley Quinn (Margot Robbie), die 2016 im Film “Suicide Squad” ja bereits erstmals zu sehen war und dort noch vom Joker aus dem Gefängnis befreit wurde, als von der Trennung frustriertes, irres Trash-Girl, das im Trotz alkoholgeschwängert direkt mal mit einem geklauten Tanklaster eine Fabrik zum Explodieren bringt.

Mit einem fetten Knall nimmt uns Regisseurin Cathy Yan also mit in einen Streifen, der sich trotz des prominenten “Birds of Prey” im Titel der am Ende so genannten Gruppe an weiteren Anti-Heldinnen voll auf Harley Quinn konzentriert. Diese erzählt uns ihre Geschichte, und mit jeder Menge Zeitsprüngen versehen verstehen wir irgendwann, dass vor allem der Zwist mit Gangsterboss Roman Sionis (Ewan McGregor) im Mittelpunkt steht. Dieser – auch als Black Mask aktiv – hat es nämlich auf einen besonderen Diamanten abgesehen, und um den Stein zu bekommen, müssen er und sein treuer Helfer Victor Zsasz (Chris Messina) ein Mädchen namens Cassandra (Ella Jay Basco) in ihre Fänge kriegen. Da hat Harley etwas dagegen, und mit Hilfe von Armbrustschützin Huntress (Mary Elizabeth Winstead), Sängerin Dinah Lance alias Black Canary (Jurnee Smollett-Bell) und Polizistin Renee Montoya (Rosie Perez) versucht sie daher, Roman zu stoppen.

"Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn" Szenenbild (© 2020 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved. Photo: Claudette Barius)

(© 2020 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved. Photo: Claudette Barius)

Für Cathy Yan ist “Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn” nach “Dead Pig” der zweite Langfilm, den sie inszeniert hat. Das Drehbuch von Christina Hodson (“Bumblebee”) basiert natürlich auf den Charakteren von DC und gibt sich auch Mühe, Figuren wie Huntress ausführlich einzuführen, sorgt mit seinen übertriebenen Verschachtelungen aber nicht für den gewünschten Elan.

Für diesen sind vielmehr gut choreografierte Kampfszenen und jede Menge weiterer Action verantwortlich, die auch dank Kameramann Matthew Libatique optisch ansprechend serviert werden. Hiermit war es scheinbar aber nicht genug, und so wartet der Streifen mit einer Überdosis an filmischen Spielereien auf, was in der Summe dann doch zu viel Effekthascherei ergibt. Schließlich kommt hinzu, dass Margot Robbie ihrer Rolle einer Verrückten entsprechend an der Schwelle zum Overacting balanciert, so dass die Nerven insgesamt zu sehr strapaziert werden. Schauspielerisch macht sie dies aber durchaus solide, wobei die junge Ella Jay Basco von allen noch am meisten überzeugt.

Das Ganze hätte man mit gutem Humor vielleicht abfedern können, dieser allerdings ist nicht zu finden und die gerade in der ersten Hälfte aufdringlichen Versuche, den Zuschauer zum Lachen zu bringen, erzeugen erschreckend wenig Spaß. In dieser Hinsicht also ist “Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn” durchaus misslungen und bleibt dann auch nur als knallbunter Actionfilm um eine rotzig agierende Hauptfigur im Gedächtnis.

Trailer:

Bewertung: 5 von 10 Punkten

 

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