Home MusikCD-Rezensionen Saint Phnx bieten auf ihrem Debütalbum “DDMN” zu hymnenhaften Indie-Pop

Saint Phnx bieten auf ihrem Debütalbum “DDMN” zu hymnenhaften Indie-Pop

Autor: Tobi

Saint Phnx "DDMN"

Saint Phnx

“DDMN”

(CD, MAAS Music, 2020)

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Das Duo Saint Phnx aus Glasgow verabreicht auf seinem Debütalbum “DDMN” Indie-Pop, der mit seinen hymnenhaften Gesängen und dem unverborgenen Streben nach Charterfolg den eigenen Anspruch, irgendwie als Alternative durchzugehen, untergräbt. Zehn Songs findet man auf den 33 Minuten der Scheibe, und vom Start weg nimmt man den Brüdern Stevie und Alan Jukes das Ganze irgendwie nicht ab.

Der Opener “Scream” steht hierbei sinnbildlich für das Dilemma der Scheibe. Die Jungs behängen ihren Gesang mit verzerrenden Effekten und warten im Refrain mit progressiven Tönen und scheppernden Becken-Beats zur wummernden Basslinie auf, präsentieren sich dann in der Strophe aber handzahm, schieben eine groovige Sprachgesangs-Passage ein und pfeifen dann auch noch lustig vor sich hin.

Diese Kombination weiß nicht zu begeistern, und im weiteren Verlauf richten sich Saint Phnx dann auch noch umso mehr am Mainstream aus und bieten immer häufiger hymnenhafte Refrains und Weichmacher-Elemente. Klar, Songs wie “Death Of Me” mit seinem souligen Unterton, “Nunchuk” mit R&B-Ausrichtung oder das groovige “Deadman” kommen sehr eingängig daher, aber sie packen einen nicht, da sie zu sehr auf Ohrwurm gebürstet sind.

Hinzu kommen mit dem sanft startenden Midtempo-Song “Mountains” und der abschließenden Ballade “Up To The Stars” einige ruhige Nummern, die ahnen lassen, wo die Jungs eigentlich hin wollen – ins Herz ihrer vermutlich nicht allzu alten Fans. Und ja, das Finale kommt mit Piano und Streichern durchaus gut gemacht daher und klingt fein, richtet sich außerdem ja an eine verstorbene Person und baut so auf automatisch aufkommende Melancholie, aber es ist hiermit auch das einzige Stück, welches auch nur ansatzweise berührt.

Der Titel “DDMN” des Longplayers, der auf allen Download- und Streaming-Plattformen sowie als Limited Edition Vinyl erhältlich ist, steht übrigens für den Song “Deadmen” über den Vater von Stevie und Alan. Stevie erklärt: “Die Textzeile ‘Head Full of Angels, Demons at My Feet’ verkörpert das Konzept unseres Albums. ‘DDMN’ handelt von einer Reise zu sich selbst. Es ist die Geschichte der Band – woher wir gekommen sind und wo wir jetzt stehen. Es geht darum, wie die Entscheidungen, die wir treffen, unser Leben beeinflussen. Das Album besteht aus zwei Teilen: einer hellen und einer dunklen Seite…”

Mit Bands wie Twenty One Pilots, X Ambassadors und Imagine Dragons, die im Pressetext zur Scheibe als Einfluss genannt werden, können es Saint Phnx sicherlich nicht aufnehmen. Dass man seinen Indie-Anspruch nicht aufgeben muss, wenn man eingängige Stücke erschafft, zeigten in der Vergangenheit ja diverse Formationen – das Ganze sollte aber seine Glaubwürdigkeit behalten.

Hier sind Saint Phnx live zu sehen – Tickets gibt es z.B. hier bei Eventim (Partnerlink).

12.02.20 Hamburg, Nochtwache
13.02.20 Köln, Helios 37
17.02.20 München, Milla

saintphnx.com
facebook.com/saintphnx/

Bewertung: 5 von 10 Punkten

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