Home Film„Primate“ – im gut gemachten, traditionellen Horrorfilm wütet ein kranker Schimpanse

„Primate“ – im gut gemachten, traditionellen Horrorfilm wütet ein kranker Schimpanse

Autor: Tobi

"Primate" Filmplakat (© Paramount Pictures)

Primate

Darsteller: Johnny Sequoyah, Jessica Alexander, Troy Kotsur, Victoria Wyant
Regie: Johannes Roberts
Dauer: 89 Minuten
FSK: freigegeben ab 16 Jahren
Website: www.primatefilm.de
Facebook: facebook.com/Paramount.Pictures.Germany.Kino
Instagram: instagram.com/paramount_pictures_germany
Kinostart: 29. Januar 2026


Die Referenzen des Regisseurs und Drehbuchschreibers Johannes Roberts, der sich offensichtlich im Horror-Genre heimisch fühlt, sind äußerst durchwachsen, war der atmosphärische „47 Meters Down“ (2017) als gut gemachter Schocker doch bislang eine Ausnahme inmitten dürftiger Streifen wie „The Other Side of the Door“ (2016), „47 Meters Down: Uncaged“ (2019) oder zuletzt „Resident Evil: Welcome to Raccoon City“ (2021). Da überrascht es doch positiv, dass der Brite nun mit „Primate“ mal wieder ein sehr anständiges Werk präsentiert.

Mit einigen Fakten zum Thema Tollwut eröffnet der Streifen, zusätzlich zu einer Szene, in der wir Zeuge werden, wie ein offensichtlich ansonsten friedlicher, in einem Käfig gehaltener Affe seinen vertrauten Tierarzt angreift – womit wir bereits die Ursache hierfür ahnen. Wie wir lernen, handelt es sich um den Schimpansen Ben, der über viele Jahre von einer Linguistik-Professorin aufgezogen wurde, die dann aber verstarb. Seitdem lebt Ben mit ihrem Mann, dem taubstummen Adam (Troy Kotsur), und den Töchtern Erin (Gia Hunter) und Lucy (Johnny Sequoyah) in ihrem schicken, auf einer Klippe über dem Meer gelegenen Haus auf Hawaii, wo der Affe nachts in seinem Käfig ist, am Tag eher wie ein Familienmitglied behandelt wird.

Lucy ist als ältere der Schwestern allerdings schon vor Jahren flügge geworden und studiert woanders in den USA. Nun aber – 36 Stunden vor dem anfänglich gezeigten Ereignis – kehrt sie auf einem Wochenendtrip heim, zusammen mit ihre besten Freundin Kate (Victoria Wyant) und deren Bruder Nick (Benjamin Cheng), in den Lucy verschossen scheint. Zur ihrer unfreudigen Überraschung hat Kate zudem noch die als anstrengend empfundene Hannah (Jessica Alexander) mitgebracht, zu der sie eher ein distanzierteres Verhältnis pflegt.

Anfänglich scheint alles noch okay. Adam und Erin freuen sich, auch wenn die jüngere Schwester Lucy übel nimmt, dass sie sich viel zu selten meldet. Kate, Nick und Hannah sind begeistert von der luxuriösen Villa mit Pool, und verwundert darüber, dass hier mit Ben auch ein Affe lebt. Dieser ist aber ja gut erzogen, kommuniziert intelligent sogar über ein Druckknopf-Tablet und gibt sich zudem wohlgesonnen – bis er dann, als der erfolgreiche Autor Adam zu einer Buchmesse aufgebrochen ist, von einer Manguste mit Tollwut gebissen wird und zur tödlichen Bedrohung mutiert.

"Primate" Szenenbild (© 2026 Paramount Pictures. All Rights Reserved.)

Benjamin Cheng als Nick, Victoria Wyant als Kate, Jessica Alexander als Hannah, Johnny Sequoyah als Lucy und Miguel Torres Umba als Ben
(© 2026 Paramount Pictures. All Rights Reserved.)

Mit „Primate“ legt Johannes Roberts, der zusammen mit Ernest Riera auch das Drehbuch geschrieben hat, einen gundsoliden Horror-Thriller vor, der sehr traditionell daher kommt, und das nicht nur, weil er größtenteils auf CGI verzichtet und Schimpanse Ben von Miguel Torres Umba gespielt wird – gekonnt, denn nur ganz selten wirkt der Affe mal unrund in seinen Bewegungen oder seiner Mimik. Die Handlung klingt wenig innovativ und das ist sie auch gar nicht, sehr geradlinig aber steuert sie Richtung Übel, und das ist dann packend inszeniert, von passender Musik unterlegt, die ebenfalls an alten Horror-Schlag erinnert.

Natürlich denkt man bei einem wütenden Affen an Filme wie den Klassiker „King Kong“ oder den 80er-Jahre-Schocker „Link der Butler“ – Vergleiche muss man hier aber gar nicht groß anstellen, schafft „Primate“ es doch schnell, einen mit seiner Grundsituation vertraut zu machen und dann diese sich bald zuspitzen zu lassen.

Die Akteurinnen spielen allesamt solide, und obwohl die Charaktere nicht sonderlich einfallsreich ausgearbeitet wurden, fügt sich das Gemenge schnell zu einem reizvollen Ganzem zusammen, mit dem tollen Haus, wo in schön anzusehendem Ambiente bald jeder Winkel Gefahr bedeuten könnte, denn nicht immer ist klar, wo sich Ben gerade befindet. Lucy und die anderen müssen sich also etwas einfallen lassen, wenn sie überleben wollen – und hier scheinen die Möglichkeiten begrenzt. „Primate“, mit seinen 89 Minuten genau richtig lang, entpuppt sich als Johannes Roberts‘ bislang bester Horrorfilm.

Trailer (FSK ab 16 Jahren):

Bewertung: 8 von 10 Punkten

 

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