
Der Astronaut – Project Hail Mary
Darsteller: Ryan Gosling, Sandra Hüller, Lionel Boyce, Ken Leung
Regie: Phil Lord, Christopher Miller
Dauer: 156 Minuten
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Website: www.DerAstronautFilm.de
Facebook: facebook.com/SonyPicturesGermany
Instagram: instagram.com/SonyPictures.de
Kinostart: 19. März 2026
Alleine schon die Eckdaten von „Der Astronaut – Project Hail Mary“ klingen interessant. Es handelt sich um die Verfilmung eines 2021 erschienenen Romans des US-amerikanischen Science-Fiction-Schriftstellers Andy Weir, dem wir auch „Der Marsianer“ und „Artemis“ zu verdanken haben. Regie führte das Duo Phil Lord und Christopher Miller, das man vor allem für seinen witzig-rasanten Animationsfilm „The Lego Movie“ kennt, oder als Produzenten der „Spider-Verse“-Streifen. Nun liegt ihre erste finalisierte Regiearbeit seit „22 Jump Street“ im Jahr 2014 vor, den sie ihrem „21 Jump Street“ aus 2012 folgen ließen. Und für diese gewannen sie ein reizvolles Schauspiel-Ensemble mit dem beliebten, kanadischen Hollywood-Charmebolzen Ryan Gosling und dem deutschen Shooting-Star Sandra Hüller, die sich mit ihren ausgezeichneten Rollen im britisch-polnisch-amerikanischen KZ-Drama „The Zone of Interest“ sowie dem französischen Justizdrama „Anatomie eines Falls“ international einen Namen machte und für „Rose“ gerade erst auf der Berlinale den Silbernen Bär als beste Hauptdarstellerin mit nach Hause nahm. Zu ihnen gesellen sich aus den USA Schauspieler und Rapper Lionel „L-Boy“ Boyce, Ken Leung und Milana Vayntrub, die Australierin Liz Kingsman und der in Hongkong geborene Orion Lee.
Nun garantieren ansprechende Eckdaten noch lange keine guten Filme – in diesem Fall aber geht die Rechnung auf. Gosling erleben wir als Ryland Grace, der seiner waldschratigen Haarpracht zufolge nach längerer Zeit der geistigen Abstinenz auf einem Raumschiff erwacht, ohne jede Erinnerung, wie er wohl hierhin gekommen war, warum, und wer er überhaupt ist. Nach und nach kehrt sein Gedächtnis zurück und mit ihm erfahren wir so, dass er als Naturwissenschaftslehrer und Molekularbiologe von der NASA rekrutiert wurde, um den mysteriösen „Astrophage“-Mikroorganismus zu erforschen, der die Sonne zu erlöschen droht, womit auf der Erde innerhalb der nächsten 30 Jahre fast alles aussterben würde.
Grace erforscht das Raumschiff und findet schnell heraus, dass er der einzige Überlebende der Mission ist, auf die er sich mit den weiteren Crew-Mitgliedern Yáo Li-Jie (Ken Leung) und Olesya Ilyukhina (Milana Vayntrub) begab. Auch an diese erinnert er sich nach und nach, und an Eva Stratt (Sandra Hüller), die für die Regierung das sogenannte „Project Hail Mary“ führend leitet und ihn mehr oder weniger überredet hatte, auch im All teilzunehmen, wobei er seine Angst und Zweifel immer mehr mit dem nahbar wirkenden Sicherheitsoffizier Carl (Lionel Boyce) geteilt hatte.
Nun ist Grace auf dem Raumschiff Mary, das mittels Künstlicher Intelligenz und weiblicher Stimme auf seine Fragen antwortet, Lichtjahre von der Erde entfernt auf dem Weg zum einzig gegen Auswirkungen des Astrophage immun erscheinenden Stern Tau Ceti und eine Rückkehr zur Erde scheint zumindest ohne erfüllte Mission undenkbar. Also versucht er sich mit guter statt verzweifelter Laune zu akklimatisieren, rasiert sich für das Video-Tagebuch in adrette Form, beginnt mit seinen Forschungen und ist baff, als er ein in abstrakter Form daher kommendes Flug-Objekt bei Tau Ceti entdeckt, das von einem ebenso stein- wie spinnenartigen Alien gesteuert wird. Zu diesem nimmt er Kontakt auf, und „Rocky“, wie er ihn nennt, scheint nicht feindselig.

Ryan Gosling als Ryland Grace
(Foto: Jonathan Olley © 2026 Amazon Content Services LLC. All Rights Reserved.)
Nach einem Drehbuch von Drew Goddard, der selbiges auch bereits für die Andy-Weir-Adaption „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ lieferte und mit „The Cabin In The Woods“ (2011) sowie „Bad Times At The El Royale“ (2018) schon zwei überzeugende Regiearbeiten vorlegte, bescheren Phil Lord und Christopher Miller mit „Der Astronaut – Project Hail Mary“ ein unterhaltsames Weltraumabenteuer.
Das Aufwachen aus einem erzwungenen Koma, das Verstehen der aktuellen Umstände und Vorgeschichte durch nach und nach zurückkehrende Erinnerungen, die wir als Rückblenden erleben, sowie Fragen an Mary, ergeben mit dem Erforschen der Raumschiff-Umgebung eine abwechslungsreiche, mehrschichtige Handlung. Die positive Grundeinstellung von Ryland Grace überträgt sich auf den Zuschauenden, auch durch seinen immer wieder eingebrachten Humor, und mit dem Entdecken von „Rocky“ nimmt das Ganze dann noch einiges an Fahrt auf.
Eine Spur zu witzlastig ist „Der Astronaut – Project Hail Mary“ hier und dort, aber insgesamt weiß der Streifen sehr gut zu unterhalten als im stets reizvollen All spielendes, optisch ansprechendes, humorvolles, auch warmherziges Abenteuer, das vor allem von Ryan Gosling und der hiermit nachdrücklich in Hollywood angekommenen Sandra Hüller stark gespielt ist. Für die 156 Minuten muss man etwas Sitzfleisch mitbringen, aber dies lohnt sich.
Trailer:
Bewertung: 8 von 10 Punkten

