Home Film “Zwei im falschen Film” – wenn die Beziehung den Zauber verliert

“Zwei im falschen Film” – wenn die Beziehung den Zauber verliert

Autor: Tobi

"Zwei im falschen Film" Filmplakat

Zwei im falschen Film

Darsteller: Laura Tonke, Marc Hosemann, Christine Schorn, Rolf Becker
Regie: Laura Lackmann
Dauer: 107 Minuten
FSK: noch nicht bekannt
Website: www.zwei-im-falschen-film.de
Facebook: facebook.com/zweiimfalschenfilm


Dass in der Beziehung von Hans (Marc Hosemann) und seiner Freundin Laura (Laura Tonke) irgendetwas nicht in Ordnung ist, erkennt man schon daran, dass er sie nicht “Schatz”, “Maus” oder wenigstens bei ihrem Namen nennt, sondern ihr den Kosenamen “Heinz” verpasst hat. Nach acht Jahren zusammen, in denen Kinderwunsch wohl immer wieder mal diskutiert und dann verworfen wurde, ist Alltag eingekehrt – was normal ist.

Nun kann Alltag erfüllend sein und trotz des Alltag-Seins zufrieden stellen – bei Hans und Heinz ist dem aber nicht so. Da grenzt es schon totale Romantik, wenn Heinz ihn einen heimlich beim alleinigen Spielen ihres gemeinsamen Fantasy-Videogames entdeckten Ring auch noch einmal finden lässt, oder wenn er sich damit abfindet, sie nicht während ihrer Tage in den Allerwertesten zu poppen.

Auch ihr Arbeitsleben füllt sie nicht sonderlich aus, bei dem sie als Synchronstimme einer Zeichentrickampel fungiert und er einen kleinen Copyshop mitleitet. Als Hans dann an ihrem Jahrestag beim nicht zwingend spontan einberufenen Essengehen auch noch einem ehemaligen Verehrer von Heinz ohne zu zögern ihre Handynummer gibt, wird ihr klar, dass sie etwas tun müssen. So schreiben beide eine kleine Liste an Dingen, die sie zurück in ihre Beziehung bringen wollen, wie Romantik und Leidenschaft. Aber klappt dies geplant?

"Zwei im falschen Film" (© Friede Clausz / Studio.TV.Film GmbH)

(© Friede Clausz / Studio.TV.Film GmbH)

Drehbuchautorin und Regisseurin Laura Lackmann (“Mängelexemplar”) nimmt uns mit dorthin, wo man sich immer etwas unbehaglich fühlt – ins reale Leben mit realen Problemen. “Zwei im falschen Film” führt einem so manche Parallelen zum eigenen Dasein vor Augen und lässt einen dann doch erhobenen Hauptes aus dem Kino gehen, denn so schlimm ist es bei einem selbst ja dann doch nicht … also hoffentlich nicht.

Laura Tonke und Marc Hosemann spielen die Normalos gut und glaubwürdig, auch weil sie sich für nichts zu schade sind, bis hin zu Nacktbildern in nicht immer vorteilhaften Momenten. Lackmann verzichtet in ihrer Geschichte auf dummen Slapstick oder unglaubwürdige Momente und bringt einem die Alltagsprobleme des Paares mit eher unterschwelligem Humor in aller Ruhe näher, was umso mehr Realismus erzeugt. Somit ist das Ganze keine Schenkelklopferkomödie, sondern ein Film, der einen durchaus auch nachdenken lässt über das, was bei einem selbst vielleicht schon schleichend verloren gegangen ist. Es wäre allerdings hilfreich gewesen, den Film auf 90 Minuten zu straffen, weist er doch gegen Ende einiges an Längen auf.

Trailer:

Bewertung: 7 von 10 Punkten

 

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