Home Film “Die Mucklas …und wie sie zu Pettersson und Findus kamen” – das Spin-off zur erfolgreichen Kinderreihe kann sich sehen lassen

“Die Mucklas …und wie sie zu Pettersson und Findus kamen” – das Spin-off zur erfolgreichen Kinderreihe kann sich sehen lassen

Autor: Mick

"Die Mucklas und wie sie zu Pettersson und Findus kamen" Filmplakat (© Wild Bunch Germany)

Die Mucklas …und wie sie zu Pettersson und Findus kamen

Darsteller: Uwe Ochsenknecht, Christine Urspruch, Stefan Kurt, Marianne Sägebrecht
Regie: Ali Samadi Ahadi, Markus Dietrich
Dauer: 81 Minuten
FSK: freigegeben ohne Altersbeschränkung
Website: www.wildbunch-germany.de/movie/die-mucklas-und-wie-sie-zu-pettersson-und-findus-kamen
Facebook: facebook.com/wildbunch.filmlounge.de


Die Mucklas??? Noch nie gehört? Dabei spielen die kleinen Wesen in der ungemein erfolgreichen schwedischen Kinderbuchreihe „Pettersson und Findus“ von Sven Nordqvist schon seit jeher eine nicht unwesentliche Nebenrolle. Nach der nicht minder beliebten Zeichentrickserie und folgenden Kinoadaptionen nahm sich vor kurzem Ali Samadi Ahadi des Themas an und brachte seit 2014 in regelmäßigen Abständen jetzt schon drei gelungene Mischungen aus Real- und Animationsfilm über den kauzigen Pettersson und seinen frechen Kater Findus in die Kinos, wo auch die Mucklas angenehm auffielen. Damit waren sie bei weitem nicht die Ersten, die sich durch ihre populären Auftritte für höhere Aufgaben empfohlen und so eigene Filmabenteuer verdient haben. Das dachte sich wohl auch Regisseur Samadi Ahadi und präsentiert uns jetzt mit seinem klassischen Spin-off „Die Mucklas …und wie sie zu Pettersson und Findus kamen“ die Vorgeschichte der trolligen Geschöpfe.

Und für die tauchen wir komplett ein in ihre Welt, in der die Chaosverliebten plötzlich als ganz eigenständige Charaktere sprechen können und eine Rolle einnehmen, die sich so sehr vom sonst von ihnen gewohnten, stummen, nahezu unsichtbaren Schattendasein unter Petterssons Dielen unterscheidet. Nach wie vor aber haben sie mit Ordnungsliebe rein gar nichts am Hut und fühlen sich deswegen im Durcheinander von Herrn Hanssons Kramladen pudelwohl. Dabei übertreiben sie es mit dem Anrichten von Chaos jedoch bisweilen etwas und haben so bald auch Herrn Hansson auf dem Gewissen. Haben Herrn Hansson auf dem Gewissen? In einem Kinderfilm? Tatsächlich schluckt man bei der Anfangssequenz kurz und stellt sich automatisch die Frage, ob die in der Konsequenz unbedingt kindertauglich ist.

Für die Handlung allerdings ist sie unerlässlich, wird doch durch Hanssons Tod erst der Weg frei für den neuen Ladenbesitzer, den fiesen, ordnungsfanatischen Kammerjäger Karl (Uwe Ochsenknecht), der zwar die Mucklas auch nicht sehen, dafür aber umso besser riechen kann. Und dulden tut er sie bei sich erst recht nicht, was sie dann dazu zwingt, sich wohl oder übel ein neues Zuhause zu suchen. Die Einführung geht Samadi Ahadi recht leicht von der Hand, bekommt man durch sie so gleich einen guten Einblick in die Sorgen der wiederum überaus kindgerecht niedlich animierten Mucklas, für die plötzlich ein Ortswechsel unvermeidlich ist. Das aber ist nicht sonderlich innovativ und als Erwachsener kann man sich trotz aller Bösartigkeit Karls, den Ochsenknecht oft jenseits der Grenze zum Overacting gibt, des Eindrucks nicht erwehren: selber schuld.

"Die Mucklas und wie sie zu Pettersson und Findus kamen" Szenenbild (© Wild Bunch Germany)

(© Wild Bunch Germany)

Kindern aber dürfte dieser Weitblick wohl fehlen und so sind sie bestimmt voll bei den nun zur Flucht gezwungenen Mucklas, die in Svunja, Tjorben und Smartö erstmal eine Abordnung vorausschicken, um eine potenzielle neue Heimat für sie zu finden. Nanu, hat man das nicht genauso erst vor kurzem bei den Minions gesehen? Spätestens mit dem genauso drollig Kauderwelsch dahinplappernden Smartö aber nehmen die Parallelen wirklich überhand und sorgen unweigerlich für Abzüge in puncto Originalität.

Dafür aber sind die liebevollen Animationen für das schmale Budget wirklich gelungen, kann man sich mit den drei Abgesandten so voll in die Abenteuer ihrer Erkundungsmission in der Kanalisation stürzen, die manchmal fast wie Auszüge aus „Indiana Jones“ anmuten. Ob die, genauso wie die aufgesetzte Liebesgeschichte von Karl und Molli (Christine Urspruch), immer unbedingt Sinn machen, sei mal dahingestellt, rasant inszeniert sind sie dafür allemal. So gerät das Prequel von „Pettersson und Findus“ zur kurzweiligen Suche nach Heimat inklusive moralischer Botschaft, bei der besonders die Kleinen mit den niedlichen Wesen mitfiebern können. Auf dass sie schließlich zu Pettersson finden mögen.

Trailer:

Bewertung: 6 von 10 Punkten

 

Related Articles