Home Film„Eagles of the Republic“ – hochspannendes Drama über politische Verwicklungen in Ägypten

„Eagles of the Republic“ – hochspannendes Drama über politische Verwicklungen in Ägypten

Autor: Mick

"Eagles of the Republic" Filmplakat (© MFA Film)

Eagles of the Republic

Darsteller: Fares Fares, Lyna Khoudri, Zineb Triki, Amr Waked
Regie: Tarik Saleh
Dauer: 129 Minuten
FSK: freigegeben ab 16 Jahren
Website: www.mfa-film.de/kino/id/eagles-of-the-republic
Facebook: facebook.com/mfa.filmdistribution
Instagram: instagram.com/mfa_film
Kinostart: 21. Mai 2026


2017 trat der schwedisch-ägyptische Filmemacher Tarik Saleh mit dem ersten Teil „Die Nile Hilton Affäre“ seiner Kairo-Trilogie an, um die toxischen Hierarchien im modernen Ägypten, dem Heimatland seines Vaters, anzuprangern. Nachdem er sich 2022 in Teil zwei „Die Kairo Verschwörung“ die religiösen Machtstrukturen vornahm, komplettiert er jetzt mit der letzten Episode „Eagles of the Republic“ seinen kritischen Dreiteiler, der damit äußerst realistisch einen großen Bereich politischer Verwerfungen abdeckt. Das Thema Korrumpierbarkeit zieht sich konstant durch die gesamte Trilogie, deutlicher als hier aber, wo ein Promi nicht ganz unverschuldet in die Fänge staatlicher Instanzen gerät, trat sie vorher kaum zutage.

Salehs Leib- und Magendarsteller Fares Fares, der auch schon in den beiden Vorgängern die Hauptrolle bekleiden durfte, gibt den ägyptischen, als „Pharao der Leinwand“ gefeierten Schauspieler George. Der hat sich mit seiner Beliebtheit einige Privilegien erarbeitet, lebt in dem religiösen Land getrennt von seiner Ehefrau finanziell unabhängig mit seiner blutjungen Geliebten Donya (Lyna Khoudri) und leistet sich auch sonst so einige Extravaganzen. Langsam aber nimmt auch die Regierung Anstoß am ausschweifenden Leben des Filmstars, ist schon eine harmlose Kussszene Anlass für eine Intervention der staatlichen Zensurbehörde und dünnen auch die Rollenangebote für den als Regierungsgegner Diffamierten in letzter Zeit merkwürdig aus.

Es scheint genau der richtige Zeitpunkt zu sein, um seine Beteiligung an einer staatlichen Filmproduktion einzufordern, bei der er vorteilhaft den Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi verkörpern soll. Wenig überraschend entpuppt sich der Film schon nach wenigen Drehtagen als reine Propagandaveranstaltung, bei der der Präsident in einem besseren Licht dastehen soll, wie George mit ständigen Eingriffen am Set unmissverständlich klargemacht wird. Spätestens da ist Salehs Film von einer anfänglichen Promisatire, die mit bissiger Situationskomik über die Welt des ägyptischen Superstars herzieht, zum Drama geworden, das allein mit der zwielichtigen Figur des omnipräsenten Geheimdienstchefs Dr. Mansour (Amr Waked) reichlich Unbehagen erzeugt.

"Eagles of the Republic" Szenenbild (© Yirgit Eken)

Donya (Lyna Khoudri) und George (Fares Fares) im Club
(© Yirgit Eken)

Trotzdem scheint George noch immer am Steuer seines eigenen Schicksals, lässt für seine Privilegien neben der offenkundigen Instrumentalisierung auch die zunehmenden Gängelungen über sich ergehen, wenn er doch im Gegenzug mit seinen neuen Beziehungen Einfluss auf die Strafverfolgung von Bekannten nehmen kann. Alles Dinge, die Saleh geschickt in seinen anfangs komödiantisch angelegten Streifen einsickern und schon bald mit deutlicher Regimekritik eskalieren lässt. Nicht umsonst fanden die Dreharbeiten nach Entzug der Genehmigung durch die ägyptische Regierung bei den Vorgängern diesmal sicherheitshalber komplett in der Türkei statt.

Denn was wie ein weiterer Gefallen für die Führungskreise, die „Eagles of the Republic“ nämlich, aussieht, in denen der eigentlich unpolitische George jetzt verkehrt – er wird zum Laudator für den Präsidenten auserkoren –, erweist sich als auch für uns schwer durchschaubares Intrigenspiel, in dem er auch durch seine gefährliche Affäre mit der Frau eines hohen Generals immer mehr zur Schachfigur höherer Mächte wird. Und schon geht es nicht mehr nur um seine Karriere sondern buchstäblich um Leben und Tod, wie uns der Regisseur in einer erschütternden Exekutionsszene nachdrücklich beweist.

Wie bei den ersten beiden Teilen hält sich Saleh auch diesmal mit Kritik am autoritären ägyptischen System nicht zurück, die er zunächst eher subtil und amüsant am Beispiel der entrückten Oberschicht äußert, nur um zum Ende hin die skrupellose Militärdiktatur mit ihrem effizienten Geheimdienstapparat direkt anzuprangern. Das verpackt er mit Georges zunehmenden politischen Verstrickungen in einen wohldurchdachten Plot, der den vielschichtigen Film nach etwas behäbigem Beginn zum hochspannenden Politthriller werden lässt. Mit einem wieder einmal in allen Facetten überzeugenden Fares Fares ist sein „Eagles of the Republic“ so auf jeden Fall ein fesselnder und würdiger Abschluss der aufrüttelnden Kairo-Trilogie.

Trailer:

Bewertung: 7 von 10 Punkten

 

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