Home MusikKonzertberichteTame Impala bot eine überwältigende, mächtig abgefeierte Live-Show (Düsseldorf, 1. Mai 2026)

Tame Impala bot eine überwältigende, mächtig abgefeierte Live-Show (Düsseldorf, 1. Mai 2026)

Autor: Tobi
Tame Impala (© Tame Impala)

(© Tame Impala)

Der australische Sänger und Multiinstrumentalist Kevin Parker feiert mit seinem im Studio solo aufgenommenen, live dann mit Band realisierten Musik-Projekt Tame Impala seit dem dritten Album „Currents“ aus dem Jahr 2015 weltweit Erfolge. „The Slow Rush“ folgte 2020, und sein aktueller, im Oktober 2025 veröffentlichter Longplayer „Deadbeat“ stürmte ebenfalls wieder in die Top-5 nicht nur der heimischen Charts, sondern auch in den USA und Großbritannien – bei uns erklomm er hiermit Rang 7. Dass sich seine Livekonzerte lohnen, das untermauerte Parker nun bei uns im Rahmen einiger Gigs in großen Arenen – und diese vermeldeten trotz beachtlicher Ticketpreise rasch ausverkauft.

Am Abend des herrlich warmen und sonnigen 1. Mai 2026 war Tame Impala im Düsseldorfer PSD Bank Dome zu Gast, um den etwa 13.000 BesucherInnen ein ganz besonderes Spektakel zu bieten, welches das Phänomen seines weltweiten Siegeszugs und den Hype um ihn noch greifbarer und plausibler machte. Um 20.40 Uhr betrat Parker zusammen mit fünf Livemusikern die halbrunde Bühne und wurde von der offensichtlich bestens gelaunten Menge vom ersten Song „Apocalypse Dreams“ ab amtlich gefeiert. Dass neben Szene-Publikum und Liebhabern aufregender Musik auffallend viele jüngere BesucherInnen in der Arena waren, um dem 40-Jährigen zuzujubeln, das liegt vor allem wohl daran, dass diverse seiner Songs in den sozialen Medien viral gegangen sind, ob sie nun auf TikTok als Musik genutzt werden oder anderswo. Trotzdem schien die Masse nicht nur hier zu sein, um in Selfies teilen zu können, dass sie da war. Auch die Generation TikTok kannte die Lieder gut, sang die Texte mit, und die ausgelassene Stimmung bis in die obersten Ränge sorgte für einen tollen Abend – zusammen mit dem, was geboten wurde.

Und das war so einiges, bestens konzipiert. Die Idee, Rock mit Tanzmusik zu vermischen, ist ja nicht neu, wie Parker aber Psychedelic Rock alter Prägung in hervorragender Produktion mit melodischen Dance-Pop-Songs fusioniert, was mit Indie-Charme mal atmosphärisch getragene Ohrschmeichler ergibt, mal druckvoll treibende Club-Titel, das hat Klasse. Dazu kommt, dass er ein saucooler Frontmann mit guter Stimme ist. Wie das Ganze dann aber live im Bandgerüst arrangiert aufbereitet ist, auch mal von den Studioversionen abweichend, und mit einer atemberaubenden, technisch umwerfend ausgeklügelten Lightshow verabreicht wird, das ist einfach nur herausragend und jeden Cent des Eintrittsgeldes wert.

Im der ersten Hälfte des Konzerts waren mit „Elephant“, „Borderline“ und „Feels Like We Only Go Backwards“ schon einige Hits vertreten, bevor Parker dann – von einer Handkamera auf die zwei großen, vertikalen Videowände übertragen – durch die Gänge der Arena mit Zwischenstopp an Toilette (hier wurden nur die Füße gezeigt) und Waschbecken schritt und hinten im Innenraum wieder auftauchte, um eine kleine, dank aufgestellter Lampen Wohnzimmeratmopshäre simulierende Bühne inmitten der Fans zu besteigen. Hier bot er dann mit einigen Keyboards und Samplern die rein elektronischen Stücke „Ethereal Connection“ und „Not My World“, auch mal im Liegen, bevor es wieder nach vorne auf die Bühne ging.

Was dann folgte, ließ einem Gänsehaut sprießen, als der abwechslungsreiche, mal rockigere, mal druckvoll tanzbare Hit „Let It Happen“ aus 2015 über neun Minuten lang vom ganzen Saal frenetisch abgefeiert wurde, springend und mitsingend, und was hierzu an Lichtszenarien mit herunterfahrendem Ring, Strahlern, Flächen und Lasershow plus Konfettiregen aufgezogen wurde, war schlicht umwerfend. Nun war die Stimmung noch mehr am Sieden, und Hits wie „Eventually“, „Dracula“ und „New Person, Same Old Mistakes“ hielten sie oben. Mit den Zugaben „My Old Ways“ und „End Of Summer“ von „Deadbeat“ sowie „The Less I Know The Better“ von „Currents“ wurde nach etwas mehr als zwei Stunden eine einfach nur großartige, abwechslungsreiche Liveshow mit mal gemütlichen, mal treibenden, mal handgemachter rockenden, mal elektronisch geprägten Songs hoher Qualität abgeschlossen.

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Links:
Website von Tame Impala
Facebook-Seite von Tame Impala
Instagram-Kanal von Tame Impala
Website des PSD Bank Dome Düsseldorf

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