Home Film„In the Grey“ – Guy Ritchie liefert gut aussehende Action, lässt aber Finesse vermissen

„In the Grey“ – Guy Ritchie liefert gut aussehende Action, lässt aber Finesse vermissen

Autor: Tobi

"In the Grey" Filmplakat (© LEONINE Studios)

In the Grey

Darsteller: Jake Gyllenhaal, Henry Cavill, Eiza González, Rosamund Pike
Regie: Guy Ritchie
Dauer: 98 Minuten
FSK: freigegeben ab 16 Jahren
Facebook: facebook.com/LEONINEStudios
Instagram: instagram.com/leoninestudios
Kinostart: 21. Mai 2026


Nachdem Guy Ritchies Anfang 2023 im Kino gestarteter Film „Operation Fortune“ als starbesetzte Mischung aus Agenten-Thriller und Gangster-Komödie jede Menge Spaß zu bereiten wusste, wie man es vom britischen Regisseur und Drehbuchautor ja schon einige Male erlebte („Bube, Dame, König, grAS“, „Snatch – Schweine und Diamanten“, „The Gentlemen„), gab es von ihm erst einmal noch im gleichen Jahr mit „Der Pakt“ einen Streifen, der in Europa direkt auf Amazon Prime Video im Streaming debütierte, was 2025 dann auch für „Fountain of Youth“ auf Apple TV+ galt. Zwischendurch schlug er mit „The Ministry of Ungentlemanly Warfare“ 2024 nochmals auf der großen Leinwand auf, allerdings nicht erfolgreich. Henry Cavill und Eiza González gehörten hier zu den HauptdarstellerInnen, was nun gleichfalls für sein neues Kino-Werk „In the Grey“ gilt, wo die beiden mit Jake Gyllenhaal eine Dreierspitze bilden.

Sid (Cavill) und Bronco (Gyllenhaal) fungieren hierbei als schlagkräftige Führungskräfte im Team der als Unterhändlerin fungierenden Anwältin Sophia (González), die bei der in einer Investmentfirma verantwortlichen Bobby Sheen (Rosamund Pike) mit der Idee vorstellig wird, dass sie die von Manny Salazar (Carlos Bardem) geliehene und nicht zurückgezahlte eine Milliarde Dollar wiederbeschaffen könne – natürlich gegen eine ordentliche Provision. Der Deal lohnt sich trotzdem, schließlich wurde Sheens zuletzt hierauf angesetzter Verhandler vom Sicherheitschef des skrupellosen Gauners kaltblütig erschossen, was nicht zwingend auf eine baldig geplante Rückzahlung der Schulden schließen lässt.

So begeben sich Sophia, Sid und Bronco alsbald in die Planung, wie Salazar maximal unter Druck gesetzt werden kann. Dessen Anwalt Mr. Horowitz (Fisher Stevens) lehnt das Angebot Sophias für eine ebenso gütige wie gutmütige Lösung des Problems im Namen des Despoten dankend ab, und so beginnen die ehemaligen Elitesoldaten Sid und Bronco mit einem kleinen Team an vertrauten Experten mit der Vorbereitung detaillerter Szenarien, wie sie auf der von Salazar als Rückzugsort erwählten Privat-Insel tätig werden können. Einfach wird es nicht, da diesem auch der Polizeiapparat gehorcht, aber die Profis geben sich dank ausgiebiger Sichtung aller Gegebenheiten und geheimer Vor-Ort-Präparierungen selbstsicher und entspannt, das gefährliche Unterfangen zu starten.

"In the Grey" Szenenbild (© LEONINE Studios)

Henry Cavill, Eiza González und Jake Gyllenhaal
(© LEONINE Studios)

Mit „In the Grey“ verabreicht Guy Ritchie reichlich gut aussehende Action, aber nicht vom Start weg. In der ersten Hälfte des Streifens wird viel gesprochen, vielleicht zu viel, mit Off-Kommentaren und Monologen zusätzlich zu Dialogen, und dazu gibt es mehrfach noch eingeblendete Schriften, die als Stilmittel fungieren. Mit all den ausgiebigen Erklärungen wird sichergestellt, dass man den Planungen auch haargenau folgen kann, das wirkt aber etwas überzogen und nimmt schon einiges von dem vorweg, was dann in der zweiten Hälfte folgen wird.

Hier geht es dann vor allem eben um die Umsetzung in Form von handfester Action, und dass Ritchie diese zu inszenieren weiß, das wissen wir. Quads, Enduro-Bikes, ein Kleinflugzeug – rasant geht es dann zu, und gerne auch staubig, wurde doch auf Teneriffa und in Saudi-Arabien gedreht. So richtig Spannung kommt allerdings nicht auf, ahnt man doch, wer hier gewinnen könnte.

Schauspielerisch liefern Jake Gyllenhaal als lockerer, charmanter, impulsiver Bronco und Henry Cavill als gegensätzlich angelegt stoischer, besonnen agierender Sid bei aller Coolness nur solide Leistungen ab, die gegen die überzeugende Eiza González als mutige, resolute Sophia verblassen, die von den ihren liebevoll „Mom“ genannt wird und deren Schutz oberste Priorität hat. Der eingeflochtene Humor funktioniert mal ganz gut, mal bleibt er etwas flach, vor allem aber lässt der mit schönen Menschen auf der Seite der Sympathen garnierte „In the Grey“ über eine Operation in der legalen wie moralischen Grauzone mit seiner wenig wendungsreichen Abarbeitung von Plänen die Finesse vermissen, die man bei einigen Ritchie-Filmen so mochte.

Trailer:

Bewertung: 6 von 10 Punkten

 

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