Home Film„Father Mother Sister Brother“ – Jim Jarmuschs Episodenfilm bietet fein nuancierte Charakterstudien (mit Gewinnspiel)

„Father Mother Sister Brother“ – Jim Jarmuschs Episodenfilm bietet fein nuancierte Charakterstudien (mit Gewinnspiel)

Autor: Tobi

"Father Mother Sister Brother" Filmplakat (© Weltkino Filmverleih)

Father Mother Sister Brother

Darsteller: Tom Waits, Adam Driver, Mayim Bialik, Charlotte Rampling
Regie: Jim Jarmusch
Dauer: 111 Minuten
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Website: weltkino.de/filme/father-mother-sister-brother
Facebook: facebook.com/WeltkinoFilmverleih
Instagram: instagram.com/weltkinofilmverleih
Kinostart: 26. Februar 2026


Mit „Father Mother Sister Brother“ legt der Independent-Filmemacher Jim Jarmusch seinen neuen Streifen vor, der mit einigen Vorschusslorbeeren in unseren Kinos startet, wurde er doch bei den 82. Filmfestspielen von Venedig 2025 als bester Film mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Man konnte also sehr gespannt sein, was uns der mit Werken wie „Stranger Than Paradise“ (1984), „Down By Law“ (1986) und „Mystery Train“ (1989) bekannt gewordene US-Amerikaner nach seiner dürftigen Zombie-Komödie „The Dead Don’t Die“ (2019) diesmal beschert, wobei er wie so oft nicht nur Regie führte, sondern auch das Drehbuch schrieb – und auf eine namhafte Besetzung zurückgreifen konnte.

„Father Mother Sister Brother“ entpuppt sich als dreigeteilter Episodenfilm. Im ersten, im Nordosten der USA spielenden Abschnitt „Father“ begleiten wir die Geschwister Jeff (Adam Driver) und Emily (Mayim Bialik), die im fortgeschrittenen Erwachsenenalter nicht mehr so richtig viel miteinander zu tun haben, noch weniger aber offensichtlich mit ihrem Vater (Tom Waits), den sie in seinem abgelegenen Haus auf dem Land besuchen. Seit dem Tod seiner Frau wohnt der alte Kauz alleine im leicht heruntergekommenen Anwesen, dessen Anfahrtsweg schon Tristesse ausstrahlt, ebenso wie sein altes Auto vor der Hütte und eigentlich auch das ganze, wenig aufgeräumte Innenleben. Die Freude beim Vater über das Wiedersehen ist dann auch größer als bei den Kindern, denen es schwer fällt, ein herzliches Gespräch mit ihm zu führen. Distanz ist nicht zu überhören und zu übersehen, und doch versichert der Alte, ihm gehe es soweit gut, wobei heraus kommt, dass er ohne Wissen von Emily finanziell von Jeff unterstützt wird, der ihm auch noch einen Präsentkorb mit teureren Lebensmitteln mitgebracht hat. Emily wundert sich aber nicht nur über den Bruder, sondern auch über die Rolex am Arm ihres Daddys, die er aber als Fake-Produkt erklärt.

In „Mother“ befinden wir uns im irischen Dublin, wo die noch weit ungleicheren Schwestern Timothea (Cate Blanchett) und Lilith (Vicky Krieps) sich beim anscheinend jährlich geleisteten Pflichtbesuch bei der Mutter (Charlotte Rampling) treffen. Die scheint gutsituiert zu sein, und so serviert die stocksteife, harsch erscheinende Dame den Töchtern teure Petits Fours und Pralinen zum Tee. Zur ihre Beförderung verkündenden Timothea passt das Ambiente nicht so schlecht, die mit pink gefärbten Haaren sehr konträr erscheinende, weit flippigere und von Influencern erzählende Lilith aber, die offensichtlich auch nicht über ihre Homosexualität sprechen möchte und Freundin Jeanette (Sarah Greene) daher als Uber-Fahrerin verkauft hat, fühlt sich deplatziert.

"Father Mother Sister Brother" Szenenbild (© Vague Notion, Foto: Yorck Le Seaux)

Lilith (Vicky Krieps) und ihre ältere Schwester Timothea (Cate Blanchett) beim alljährlichen Kaffeekränzchen im Haus ihrer dominanten Mutter (Charlotte Rampling) in Dublin.
(© Vague Notion, Foto: Yorck Le Seaux)

Der dritte Teil „Sister Brother“ nimmt uns mit nach Paris, wo die Zwillinge Skye (Indya Moore) und Billy (Luka Sabbat) sich treffen, um das Appartement ihrer bei einem Flugzeugunglück ums Leben gekommenen Eltern final zu räumen. Hierbei verfallen sie, die beide lässig daher kommen und diesmal nicht so unterschiedlich wirken, in Erinnerungen, als ihnen alte Fotos und noch nicht bekannte, stutzig machende Dokumente in die Hände fallen. Diese machen ihnen klar, dass sie bei weitem nicht alles über ihre Eltern gewusst haben müssen.

Mit „Father Mother Sister Brother“ liefert Jim Jarmusch einen Episodenfilm, in dessen Fokus Familien stehen, Entfremdung und die Unfähigkeit, offen zu kommunizieren, so dass Geheimnisse existieren – eine Eskalation wird aber immer vermieden, und die Verbindung ist angekratzt, aber nicht gebrochen. Hierbei bietet er fein nuancierte Charakterstudien und arbeitet mit erzählerischer Ruhe die so verschiedenen Figuren bestens heraus, in besonderen Situationen, die auch hier und dort eine Prise lakonischen Humors zu versprühen wissen.

Die drei Geschichten, in die auf Grund ihrer verschiedenen Spielorte in den USA, Irland und Frankreich auch kuturelle Unterschiede am Rand mit einfließen, sind nicht miteinander verknüpft, und doch gibt es Gemeinsamkeiten mit der Familienthematik, der Entfremdung und nicht einfachen Kommunikation als Kernpunkte, und natürlich besonderen Anlässen des Zusammenkommens. Hinzu gesellen sich stets eine Rolex, die Erwähnung von Trinkbehältnissen und irgendwo auch SkateboarderInnen – ein kleiner, aber funktionierender Konsistenzgag von Jarmusch.

Mit seinem lässigen Erzähltempo, einer ordentlichen Portion Coolness und Musikelementen zwischen Jazz und Punk ist „Father Mother Sister Brother“ ein für ihn typischer Film, dessen Handlung einen nicht mitreißen soll, aber man ist gerne interessierter Beobachter der gezeigten Situationen, die durchaus zu unterhalten wissen. Dies wird natürlich begünstigt durch eine illustre, gut spielende Besetzung, die sich größtenteils auf die genannten Individuen plus Françoise Lebrun als Pariser Vermieterin Madame Gautier beschränkt. Nach dem enttäuschenden „The Dead Don’t Die“ bietet Jarmusch nun somit wieder ein ansprechendes Werk.

Trailer:

Bewertung: 8 von 10 Punkten

 


Verlosung

"Father Mother Sister Brother" Freikarten und "Paterson" Blu-ray (© Weltkino Filmverleih)

(© Weltkino Filmverleih)

Wir verlosen ein Paket zum Film, bestehend aus 1×2 Freikarten (in Deutschland einlösbar) für den Streifen und einer Blu-ray von Jim Jarmuschs 2016er-Drama „Paterson“. Zur Teilnahme einfach das folgende Formular ausfüllen und absenden. Einsendeschluss ist der 25. Februar 2026, damit die digitalen Tickets zum Ausdrucken (oder Online-Einlösen, was bei vielen Kinos schon funktioniert) zum Kinostart bei der Gewinnerin oder dem Gewinner ankommen – und die Blu-ray kommt dann per Post hinterher. Viel Glück!







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