
Whalefall
Darsteller: Austin Abrams, Josh Brolin, Elisabeth Shue, Emily Rudd
Regie: Brian Duffield
Dauer: 106 Minuten
FSK: freigegeben ab 16 Jahren
Website: www.whalefallmovie.de
Facebook: facebook.com/20thCenturyStudiosDE
Instagram: instagram.com/20thcenturystudiosde
Kinostart: 15. Oktober 2026
Mit „Whalefall“ legt Regisseur Brian Duffield die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Daniel Kraus aus dem Jahr 2023 vor, der hierzulande als „Whalefall – Im Wal gefangen“ erschien – und mit Kraus schrieb er dann auch das Drehbuch zur Leinwandadaption. Hauptdarsteller derselben ist Austin Abrams. Der 1996 in Florida geborene Akteur ist zwar schon seit 2011 in Filmen und Serien zu sehen, erlebt aber aktuell seinen Durchbruch, wo er nach einer großen Rolle in Zach Creggers Horror-Erfolg „Weapons – Die Stunde des Verschwindens“ und der Hauptrolle in seiner starken, ebenfalls global abräumenden Neuinterpretation von „Resident Evil“ nun erneut im Rampenlicht steht – oder eher im Dunkeln verweilen muss, aber dazu gleich mehr. Erfahrene KollegInnen an seiner Seite sind diesmal Elisabeth Shue und vor allem Josh Brolin.
Selbigen sehen wir als Mitt Gardiner, der übelst hustend gleich zu Beginn auf einem Boot nahe der kalifornischen Küste schwer krank wirkt. Das ist er dann wohl auch, schnallt er sich doch einen Gürtel mit Gewichten um und geht hiermit freiwillig über Bord, nimmt sich also das Leben, was seinem parallel angelnden, offensichtlich in die Pläne eingeweihten Freund Hewey (John Ortiz) Tränen in die Augen treibt.
Auch die Familie von Mitt hat es schwer, zu akzeptieren, dass der Lungenkranke den Freitod einer zwar mit nicht allzu großen Chancen versehehen, aber möglichen Behandlung im Krankenhaus und einem langen Leid zu Hause vorzog. Als Naturbursche hat er diese Optionen aber ausgeschlossen. Während sein Frau Zara (Elisabeth Shue) und die bereits erwachsenen Töchter Eva (Jane Levy) und Nan (Emily Rudd) dies irgendwie einigermaßen zu verarbeiten wissen, hadert Sohn Jay (Austin Abrams) mit den Umständen und hat sich bislang auch geweigert, den vom Vater für ihn wie alle anderen hinterlassenen Brief zu öffnen.
In einer spontanen Aktion entscheidet sich Jay dann, die Überreste seines Vaters zu suchen, hat Hewey ihm doch erzählt, dass er an der Linie, wo der Boden wegzubrechen scheint und das Meer so richtig tief wird, seine maritime letzte Ruhe gesucht hat. Mit einer Gasflasche ausgestattet steigt Jay in den Ozean, doch bald schon sind Schlingpflanzen sein geringstes Problem, wird er doch nach dem Erreichen besagter Kante von einem riesigen Pottwal verschluckt, der eigentlich gerade Jagd nach einem großen Kraken gemacht hatte. Nun ist Jay gefangen im Inneren des Meerestiers und hat nur noch eine Stunde Sauerstoff verfügbar. Im Kampf ums Überleben erinnert sich Jay an diverse Weisheiten, die ihm sein Vater über die Natur mitgegeben hat – und die ihm nun durchaus helfen.

Austin Abrams als Jay Gardiner
(© 20th Century Studios. All Rights Reserved.)
Nachdem Brian Duffield die Zuschauer ja bereits im Thriller „Underwater – Es ist erwacht“ (2020) in eine missliche Unterwasserlage mitnahm, befördert er uns nun in „Whalefall“ ins Innere eines Wals. Die Prämisse ist hierbei sehr klar – 60 Minuten Zeit bleiben Jay, um nicht weiter verarbeitet zu werden, Angriffe des ebenfalls geschluckten, großen und feindseligen Oktopus abzuwehren und einen Weg zu finden, irgendwie wieder aus dem riesigen Meeresbewohner heraus zu gelangen.
Das Setting ist hierbei mal ein Besonderes und manchmal fühlt sich der Film an wie eine große Magenspiegelung, das Ganze sieht aber mit all seinen glatten, glitschigen und auch gefährlich kontrahierenden Elementen sehr glaubwürdig aus und erzeugt einen klaustrophobischen Effekt, vor allem, wenn der Nahrungsverarbeitungsprozess des Pottwals mal wieder probiert, Jay weiter in seinen Körper zu drücken. In dunklem Grün-Blau-Grau bewegen wir uns hier optisch meistens, und da kommt die bald hineingespült leuchtende Qualle doch gerade richtig, um als Lichtquelle zu dienen.
Was „Whalefall“ gut gelingt ist, das Ganze nicht auf den Überlebenskampf im Inneren zu reduzieren. Vielmehr erfahren wir in Rückblicken – Josh Brolin ist also durchaus noch präsent – viel über das angespannte, am Ende auch zerrüttete Verhältnis von Jay und seinem Vater. Dessen oft unerwünschte, auch harsche Belehrungen über den Ozean, die Tierwelt und das Leben an sich sind dem Filius nun durchaus nützlich. Dass sich der sehr ansprechend inszenierte Streifen gut anschauen lässt, liegt nicht nur an überzeugendem Schauspiel, der Glaubwürdigkeit des Walinneren und der erzeugten Spannung, sondern auch daran, dass in der Aufbereitung des Vater-Sohn-Konflikts auf zu viel Gefühlsduselei verzichtet wird, bis hin zum gelungenen Finale.
Trailer:
Bewertung: 7 von 10 Punkten

