Home Film„Wildwood“ – ein begeisterndes Stop-Motion-Meisterwerk der LAIKA Studios (mit Gewinnspiel)

„Wildwood“ – ein begeisterndes Stop-Motion-Meisterwerk der LAIKA Studios (mit Gewinnspiel)

Autor: Tobi

"Wildwood" Filmplakat (© capelight pictures)

Wildwood

Animation
Regie: Travis Knight
Dauer: 132 Minuten
FSK: Freigabe ab 12 Jahren
Website: www.capelight.de/wildwood
Facebook: facebook.com/capelightpictures
Instagram: instagram.com/capelight_pictures
Kinostart: 5. November 2026


Dass die unzählige abfotografierte Bilder zu bewegten Aufnahmen aneinanderreihende Stop-Motion-Technik trotz ihrer immensen Produktions-Mühen auch heutzutage nicht ausgestorben ist, das untermauern Streifen wie der letztjährige, mit seinem schwarzen Humor deutlich für Erwachsene angelegte „Memoiren einer Schnecke“ oder ganz aktuell der für die ganze Familie bestens taugliche Knet-Animationsspaß „Shaun das Schaf – Spuk im Kürbisfeld“. Beide wussten absolut zu überzeugen, werden nun aber noch von „Wildwood“ überboten, einem wahren Meisterwerk der LAIKA Studios, die auf diese Technik spezialisiert sind und denen wir bereits Filme wie „Coraline“ (2009), „ParaNorman“ (2012) oder „Kubo – Der tapfere Samurai“ (2016) verdanken.

Letzterer war der erste Langfilm, bei dem der vorher für Animation und Produktion beteiligte Travis Knight – seit 2009 Chef des Studios – Regie führte. Nachdem er dies auch außer Haus beim gute Unterhaltung bietenden Transformers-Spin-Off „Bumblebee“ (2018) und kürzlich erst dem anspruchslosen Remake „Masters of the Universe“ tat, geht es für ihn nun wieder in die eigene Stop-Motion-Welt. Dieser blieb er aber auch zwischendurch ja nicht fern, wirkte er doch an der Produktion des letzten langen LAIKA-Films „Mister Link – Ein fellig verrücktes Abenteuer“ (2019) mit, und die Dreharbeiten für „Wildwood“ als Adaption eines 2011 erschienenen Buchs von Autor Colin Meloy und Illustrator Carson Ellis begannen auch bereits im Jahr 2021.

Als ihr kleiner Bruder Mac auf dem Spielplatz am Rande von Portland in Oregon von einem Schwarm Krähen entführt wird, fühlt sich die 12-jährige Prue nicht ganz zu Unrecht mitschuldig, sollte sie doch zu Hause und auch nur dort auf das Baby aufpassen während einer Abwesenheit der stets zur Vorsicht mahnenden Eltern. Nun aber ist der Junge weg, und so macht sich Prue auf die Suche und gelangt – womit gleich das nächste Verbot ignoriert wird – auf Bahngleisen über eine Schlucht in die von Menschen gemiedene „Undurchdringliche Wildnis“. Wie sie schnell herausfindet handelt es sich um einen verzauberten Wald, und durch eine vorherige Zufallsbegegnung erkundet sie diesen nun zusammen mit ihrem eher unbeholfenen und tollpatschigen Mitschüler Curtis.

Das Szenario entpuppt sich bald als recht komplex, nicht durch die hier sprechenden Tiere, aber Zauberei, ganz besondere Kreaturen und alte Mächte sorgen für verfeindete Parteien. Um ihren Bruder zu retten, muss Prue über sich hinaus wachsen und gegen die eingefahrenen Strukturen in „Wildwood“ unter Führung der ebenso herrischen wie melancholischen Alexandra und ihrer Armee an uniformierten Kojoten ankämpfen, wobei ihr Bandit Brendan mit seiner Bande zu Hilfe kommt. Prue riskiert viel, wie auch der sich unbedarft gebend nicht ganz so rasch aneckende Curtis, von dem sie dann bald getrennt wird.

"Wildwood" Szenenbild (© LAIKA)

(© LAIKA)

Dass „Mister Link – Ein fellig verrücktes Abenteuer“ als letzter Film der LAIKA Studios bereits sieben Jahre her ist, kann man gut verstehen, sieht man „Wildwood“ doch an, dass der Aufwand hier mit 136 liebevoll gestalteten Szenerien und 231 Puppen gigantisch gewesen sein muss – und hiermit vermuten wir wahrscheinlich noch weit zu wenig. In jedem Fall hat er sich gelohnt, denn auch wenn die oben kurz umrissene Handlung nicht übermäßig spektakulär klingt, ist es der Film umso mehr.

„Wildwood“ weiß einen vom Start weg einzufangen und entwickelt sich dann zu einem großartigen, bildgewaltigen Fantasy-Abenteuer, dessen epische 132 Minuten einem nie lang vorkommen. Hier geht es um weit mehr als nur die Rettungsmission für den kleinen Bruder, werden doch auch dramatische Hintergründe wie der von Alexandras Traurigkeit. Die Charaktere werden wunderbar ausgestaltet, wobei es neben den Menschen ja noch so viele andere, nicht nur tierische Kreaturen kennenzulernen gibt. Herrlich fantasievoll geht es zu und man wird förmlich in die magische Welt von Wildwood gezogen, in der man sich mal so gerne aufhält, die sich dann aber wieder so tückisch offenbart.

Die Story ist hervorragend und geist- wie ideenreich ausgearbeitet worden, und untermalt mit einem starken Score von Oscar®-Preisträger Dario Marianelli taucht man so gerne ein in die faszinierend gestaltete, visuell stets beeindruckende Stop-Motion-Welt. Da wir das stimmlich prominent Jacob Tremblay, Carey Mulligan, Mahershala Ali, Awkwafina, Angela Bassett oder Tom Waits aufbietende Original gesehen haben, können wir die deutsche Synchronisation nicht bewerten, diese ist bei LAIKA-Filmen aber ja bislang immer gut gewesen. Der mit einer FSK-Freigabe ab 12 Jahren richtig eingestufte, in seiner Gesamtheit einfach nur begeisternde „Wildwood“ ist eine absolute Empfehlung.

Trailer:

Bewertung: 10 von 10 Punkten

 


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