Home MusikCD-RezensionenNick Murphy veröffentlicht als Chet Faker ein neues Album mit abwechslungsreichen, guten Songs

Nick Murphy veröffentlicht als Chet Faker ein neues Album mit abwechslungsreichen, guten Songs

Autor: Tobi

Chet Faker "A Love For Strangers"

Chet Faker

„A Love For Strangers“

(CD, BMG Rights Management, 2026)

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Mit seinem Debütalbum „Built On Glass“ sorgte Chet Faker bzw. Nick Murphy, wie der Songwriter, Musiker und Produzent eigentlich heißt, 2014 für reichlich Furore. Nicht nur erobert er in seiner australischen Heimat die Spitze der Charts, auch in Europa war die Scheibe ein Erfolg und ebenfalls in den USA, wo er vorher schon durch seine in einem beim Superbowl 2013 gezeigten Bierwerbespot verwendete Coverversion des Blackstreet-Songs „No Diggity“ aus der 2012er-EP „Thinking in Textures“ bekannt geworden war. Platin-Status und ARIA Awards in den Kategorien „Best Male Artist“, „Best Independent Release“, „Producer of the Year“ (Nick Murphy selbst), „Engineer of the Year“ (Eric J Dubowsky) sowie „Best Cover Art“ (Tin and Ed) folgten – und die Single „Gold“ aus dem Album ist mit ihrer Fusion aus chilligem TripHop und Soul bis heute als absolutes Juwel im Ohr, hat auf YouTube mehr als 286 Millionen Abrufe.

Nachdem das zweite Album „Run Fast Sleep Naked“ (2019) und die Instrumentalscheibe „Music For Silence“ (2020) beide unter seinem Geburtsnamen Nick Murphy wenig erfolgreich waren, kehrte er mit dem Longplayer „Hotel Surrender“ inkl. des kleinen Hits „Low“ im Juli 2021 zu Chet Faker zurück, bescherte zudem als Nick Murphy & The Program im Dezember des selben Jahres das weitere Album „Take In The Roses“. An alte Popularität konnte er allerdings nicht anknüpfen, und so war es nun spannend, wie nach längerer Pause das neue Chet-Faker-Album „A Love For Strangers“ klingen würde.

Chet Faker (© @CaptureCharles)

(© @CaptureCharles)

Im Vorfeld der Veröffentlichung bescherte Chet Faker schon einen bunten Strauß an Singles, die verdeutlichten, dass es wieder abwechslungsreich und im Grundton entspannt zugeht auf der neuen Scheibe, die größtenteils eine Fusion aus Chill-Pop, TripHop und Soul darstellt, auch wenn hier und da mal Elemente aus HipHop und sogar Drum ’n‘ Bass aufploppen.

Zwölf Songs sind auf den 45 Minuten des Longplayers zu finden. Erste Vorabsingle war das mit warmen Klängen groovy tanzbar angerichtete „Far Side Of The Moon“, in der Nick auf ein Zeichen wartet, um eine Liebe wieder zu reanimieren, und stilistisch in die gleiche Richtung driftet auch „1000 Ways“.

Mit der ruhigen, schönen Gitarrennummer „Inefficient Love“, die von Streicherflächen ergänzt wird, folgte eine intime Liebeserklärung, die zeigte, dass es auch mal reduziert und wenig auf Elektronik setzend zugeht. Auch das ruhig pulsierende, sogar Walgesang aufbietende „The Thing About Nothing“ mit der guatemaltekischen Künstlerin aLex vs aLex als weiblichem Gesangsgast und das feine „Remember Me“ kommen entschleunigt mit Streichern daher, Letzteres dann aber wieder elektronischer, mit einer Saxophonlinie ergänzt.

Vor allem auf Piano und relaxte Beats zum Gesang setzt das ebenfalls als Single vorausgeschickte, soulig groovende und am meisten HipHop-Vibe enthaltende „This Time For Real“, und Piano ist auch Nicks Haupt-Begleiter in der abschließenden, schönen Ballade „Just My Hallelujah“.

Gleiches gilt auch für die weitere, als vierter Vorbote gesandte Ballade „Can You Swim?“, die mit warmen Klängen und nur ganz verhaltenem Rhythmus wunderbar entspannend ins Ohr fließt, ebenso wie das ambientlastige „A Level Of Light“, das hinten raus dann allerdings noch mit Drum ’n‘ Bass Wirbeleien aufwartet.

Eröffnet wird das neue Album mit dem melodischen Nach-Beziehungs-Kopfnicker „Over You“ als fünfter Single, und komplettiert wird es vom instrumentalen Zwischenspiel-Einminüter „Angels Dolphins 1:11“ und dem mit zwei Minuten ebenfalls kurzen, durchaus druckvollen „Oh No Oh No“.

„A Love For Strangers“ bietet also die erwähnte Vielseitigkeit im Elan und ist insgesamt eine gute neue Scheibe von Chet Faker, die allerdings nicht zwingend einen nächsten großen Hit herauskristallisiert – was aber ja auch nicht sein muss für einen sehr feinen Gesamtgenuss.

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Bewertung: 8 von 10 Punkten

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