Home MusikCD-Rezensionen Ex-Nena-Drummer Rolf Brendel schwelgt auf seinem Solo-Debüt musikalisch und textlich in Erinnerungen (mit Gewinnspiel)

Ex-Nena-Drummer Rolf Brendel schwelgt auf seinem Solo-Debüt musikalisch und textlich in Erinnerungen (mit Gewinnspiel)

Autor: Tobi

Rolf Brendel "Vergessene Helden"

Rolf Brendel

“Vergessene Helden”

(CD, Eigenproduktion, 2020)

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Rolf Brendel kennen die Älteren unter uns noch gut als Schlagzeuger und auch Ex-Freund von Nena. In den frühen Erfolgsjahren der nach ihr betitelten Band war er ab 1982 zusammen mit Keyboarder Uwe Fahrenkrog-Petersen, Gitarrist Carlo Karges und Bassist Jürgen Dehmel durchaus präsent und als Komponist und Texter bis 1987 auch an allen Nena-Alben beteiligt, die Hits wie “Nur geträumt”, “Irgendwie, irgendwo, irgendwann” oder “99 Luftballons” hervor brachten.

1987 dann trennte sich Brendel von Nena, zog erst einmal nach Los Angeles, um am “Musicians Institute” Schlagzeug  zu studieren. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland zwei Jahre später war er für verschiedene Bands (inkl. Soloprojekten von Nena und der Band von Herwig Mitteregger (Spliff)) als Schlagzeuger aktiv oder tourte mit der Blues Rock Formation Crash´n Burn auch mal ein Jahr durch England. Anfang des neuen Jahrtausends übernahm er das Management des Sängers Marlon, für den er auch Songs und Texte schrieb, arbeitete in seinem Tonstudio und veröffentlichte im 2014 die offizielle Biografie “Nena – Geschichte einer Band”.

Rolf Brendel (© Peter Spelde)

(© Peter Spelde)

Nachdem Brendel 2009 mit der punkigen Combo Strom und 2012 mit der Crossoverband Peter und der Rolf Alben veröffentlichte, legt er nun mit “Vergessene Helden” sein Solo-Debüt vor, bei dem er nach so vielen Jahren als Rhythmusgeber nun auch ans Mikrofon wechselt, wozu er erklärt: “Das Besondere an diesem Album ist für mich natürlich die Tatsache dass es um mich geht. Als Schlagzeuger in einer Band ist man ein Teil davon. Hier bin ich erstmals der Protagonist. Zum ersten Mal alles von A-Z selbst zu delegieren, zu komponieren, zu texten, vieles zu spielen, zu singen und mit meinem Freund und Mitproduzenten Lutz Fahrenkrog-Petersen zu produzieren, ohne mich mit unzähligen verschiedenen und zeitraubenden Meinungen auseinanderzusetzen, war eine wunderbare und lehrreiche Herausforderung.”

Mit den zehn Songs auf 42 Minuten geht Brendel musikalisch keinerlei Experimente ein und reist vielmehr zurück in der Zeit, und das gleich in dreifacher Hinsicht. Direkt ins Auge fällt das Cover-Artwork, auf dem ein altes Brendel-Bild aus den 80ern im Pop-Art-Stil vierfach zu sehen ist. Auch textlich werden viele Erinnerungen an alte, erfolgreiche Tage geboten, aber nicht nur.

Vor allem aber lehnt sich Rolf Brendel musikalisch doch auch mal gerne an alten 80er-Stil an, was nicht zu überhören ist, wenn der eröffnende Titelsong “Vergessene Helden”, “Im Himmel ist noch ein Zimmer frei” oder “Immer unter Strom” mit Oktavensprung-Keyboardklängen und auch sonst in altem Sound-Gewand daher kommen.

“Meine Vorstellung war, dort anzuknüpfen wo wir musikalisch mit Nena in den 80er-Jahren aufgehört haben zu schreiben, mein Songwriting aus diesen Zeiten aber gleichzeitig weiterzuentwickeln, zeitlos und gleichermaßen modern zu klingen”, erklärt Brendel. Das mit dem frühen Ansatz ist ihm hierbei weit besser gelungen als das Streben nach modernem Sound.

Schlimm aber ist das nicht, kommt die Scheibe doch schlichtweg sehr sympathisch daher und bietet sie dann noch einiges an Abwechslung, auch wenn hier nicht die moderne Keule geschwungen wird. Mit “Im nächsten Leben” wird Blues-Rock eingeschoben und “Ich will eure Hände sehen” ist als hymnenhafte Live-Nummer konzipiert. Ein sehr persönlicher Song ist das schöne “Das Meer berührt den Horizont”. Die Erinnerung an den 2002 verstorbenen Freund und Nena-Bandkollegen Carlo Karges startet balladesk, um dann in Midtempo überzugehen. Mit Uwe Fahrenkrog-Petersen und Jürgen Dehmel spielen hier dann auch alte Weggefährten mit, zudem gibt es textliche Reminiszenzen an Nena-Hits wie “irgendwie irgendwann” oder “und dass sowas von sowas kommt”.

Im Gesangs-Stil erinnert Brendel nicht nur hier auch mal an Udo Lindenberg, ist oft gedoppelt abgemischt, und mit Sabine Manke erklingt auch mehrfach ergänzender weiblicher Gesang. Im ruhig basierten “Blaues Eis” werden heutige Naturproblematiken thematisiert, “Einmal nur du sein” sehnt sich groovy nach Rollentausch, und mit “Sowas wie Dich” gibt es ebenso ein Liebeslied wie mit “Die Farbe meiner Seele” als sentimentalem Album-Ausklang, der mit Streicherklängen und Akkordeon auch klangliche Facetten bietet.

“Das Album bedeutet für mich einen Aufbruch zu anderen, spannenden Ufern. Ich habe den Wasserhahn aufgedreht und das fliessen lassen, was sich in den letzten Jahrzenten an musikalischen Einflüssen und Erfahrungen angesammelt hatte. Textlich spiegelt jeder seiner Songs einen Teil seiner Persönlichkeit wieder”, erklärt Brendel und fügt zu seinen musikalischen Mitstreitern an: “Es haben viele meiner Freunde gespielt, z.B. Lutz Fahrenkrog-Petersen, der bei Nena schon als Gastmusiker aushalf und mit dem ich zwei internationale Tourneen spielte. Jürgen Dehmel und Uwe Fahrenkrog-Petersen, die Nena Bandmitglieder. Highko Strom spielt weltweit mit den Adicts, eine der bekanntesten englischen Punkrockbands, Alex Conti ist einer der legendärsten deutschen Gitarristen, bekannt vor allem mit Atlantis, Lake und Hamburg Blues Band. Carli Quiroz spielt u.a. bei John Lee Hooker jr., ein weltbekannter US-Rock’n’Roll Star, Sabine Manke, bekannt als Sängerin bei ‘Just Friends’, die mit Lutz Fahrenkrog Petersen in den 90er-Jahren einige Top Ten Hits hatten. Malcolm Arison, Gitarrist und Mundharmonika Spieler, spielt bei The Boss Hoss. Nicht zuletzt Peter Aalderks, Gitarrist, vor allem in der Heavy Metal Szene bekannt. Mein Schwiegersohn spielt Keyboards und Klavier und brachte gleich den ‘KlimaChor’ mit ins Studio, bestehend aus meinen beiden Enkelkindern Helene und Henri. Alles in allem ein bunter Cocktail aus aus erfahrenen Musikern, Familie und Freunden.”

Mit ihnen hat Rolf Brendel ohne Label im Rücken, also in Eigenregie, ein Album eingespielt, das sich gut anhören lässt und gerade für ältere Semester Reiz haben dürfte.

rolfbrendel.de
facebook.com/brendelrolf

Bewertung: 6 von 10 Punkten

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