Home Film„Silent Night, Deadly Night“ – recht unterhaltsames Remake des Weihnachtsslashers

„Silent Night, Deadly Night“ – recht unterhaltsames Remake des Weihnachtsslashers

Autor: Mick

"Silent Night, Deadly Night" Filmplakat (© Studiocanal)

Silent Night, Deadly Night

Darsteller: Rohan Campbell, Ruby Modine, David Lawrence Brown, David Tomlinson
Regie: Mike P. Nelson
Dauer: 95 Minuten
FSK: freigegeben ab 18 Jahren
Website: www.studiocanal.de/title/silent-night-deadly-night-2025
Facebook: facebook.com/STUDIOCANAL.GERMANY
Instagram: instagram.com/studiocanal.de
Kinostart: 11. Dezember 2025


Um den Weihnachtsslasherfilm „Silent Night, Deadly Night“ rankten sich 1984 reichlich Kontroversen, die mit einer Mischung aus verfehlter Promotion und fataler Kritik trotz finanziellen Erfolgs letztendlich zu einem Rückzug des Streifens aus den Kinos nach lediglich einer Woche Spieldauer führten. Kein Grund allerdings für Regisseur Mike P. Nelson, jetzt einer ersten Neuverfilmung von 2012 nicht seinen eigenen Versuch eines Remakes als weihnachtliches Kontrastprogramm folgen zu lassen. Mit diversen mehr oder weniger ernst gemeinten Splatterwerken ist dies ja mitten im jährlichen Wohlfühl-Festtagsrepertoire der Kinos inzwischen längst etabliert und bildet zum Jahresende hin auch stets eine willkommene Abwechslung.

Die bekommt man von Horrorfan Nelson („Wrong Turn“) hier auf jeden Fall geboten, wenn wir gleich eingangs gemeinsam mit dem kleinen Billy Zeuge werden, wie sein Opa bei einem Weihnachtsbesuch im Altersheim böse verreckt, imposanter blutiger Auswurf inklusive. Das aber soll es an Trauma noch lange nicht gewesen sein, das auch schon die Originalstory in den 80ern Billy mit auf den Weg gab, denn der muss anschließend schon auf der Rückfahrt miterleben, wie ein Killer-Weihnachtsmann seine Eltern brutal abschlachtet. Ein Start in den Horrorfilm, der, geschmackvoll oder nicht, zumindest keine Zweifel daran lässt, in welche Richtung es in diesem einschlägigen Film gehen soll, der mit heimeliger vorweihnachtlicher Stimmung so gar nichts am Hut hat.

Und so soll es auch weitergehen in Nelsons fllotter Inszenierung, wenn der inzwischen erwachsene Billy (Rohan Campbell) uns seine ganz eigene Interpretation eines Adventskalenders vorlebt. Hinter jedem Türchen nämlich hinterlässt er einen Fingerabdruck mit dem Blut eines seiner Opfer, die er dementsprechend täglich im Weihnachtsmannkostüm böse dahinmetzelt, und dem Erscheinungsbild des Kalenders nach kommt der bei weitem nicht zum ersten Mal zum Einsatz. Eigentlich eine ganz nette Idee, den von einer inneren Stimme getriebenen, dabei stark an die „Venom“-Filme erinnernden, Billy gnadenlos auf ahnungslose Menschen loszulassen. Die aber wurden vorher als kleine Rechtfertigung allesamt als „naughty“, alles andere als artig, befunden und haben somit durch ihre Verfehlungen die Strafe vom selbsternannten Weihnachtsmann Billy auch verdient.

"Silent Night, Deadly Night" Szenenbild (© Studiocanal / Cineverse / Heather Beckstead)

Rohan Campbell in seiner Rolle als Billy Chapman (© Studiocanal / Cineverse / Heather Beckstead)

Bei den teilweise mit lustigem Soundtrack unterlegten Splatterorgien jedoch bleibt einem angesichts der expliziten Brutalität der Kills zeitweise das Lachen im Halse stecken, ist der psychologische Hintergrund doch ein durchaus ernster und fällt so eine Wahrnehmung der immerhin realistisch dargestellten, einfallsreichen Gewaltexzesse als reine Parodie bisweilen überaus schwer. Schließlich haben wir ja trotz seiner Kaltblütigkeit inzwischen eine Beziehung zum vorbelasteten, rastlosen Billy aufgebaut, der nach den ersten Morden mal wieder spontan den Wohnort wechseln muss und als Aushilfe in einem kleinen, familiären Weihnachtsladen anheuert.

Doch auch dort gibt es garstige Menschen, und obwohl er sich prompt in die Tochter Pamela (Ruby Modine) des Shopbesitzers verliebt, mit der er gleich eine leidenschaftliche Affäre beginnt, hält ihn sein gewalttätiges Alter Ego zu weiterer brutaler Bestrafung an, wo er doch jetzt die Weihnachtstage besinnlich mit seiner neuen Freundin verbringen könnte. Aber wie vorher erwähnt, befinden wir uns hier ja im Kontrastprogramm, und so können wir uns an weiteren blutigen Szenen erfreuen, die allerdings wie das absurde Gemetzel bei einem Nazi-Treffen manchmal reichlich sinnfrei erscheinen.

Trotzdem gelingt Nelson hier eine über weite Strecken unterhaltsame Neuverfilmung, mit der er dem eindimensionaleren Original durch so manche Wendung in seiner Serienkillergeschichte weitere Facetten hinzufügt. Leider kann sich der kurzweilige Streifen insgesamt nicht so recht zwischen ernst gemeintem, bitterbösem Slasher und ironischem Splatter entscheiden und entlässt uns am Ende etwas irritiert mit ambivalenten Gefühlen.

Red-Band-Trailer (ab 18 Jahren):

Bewertung: 6 von 10 Punkten

 

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