
Romería – Das Tagebuch meiner Mutter
Darsteller: Llúcia Garcia, Mitch Martín, Tristán Ulloa, José Ángel Egido
Regie: Carla Simón
Dauer: 114 Minuten
FSK: freigegeben ab 16 Jahren
Website: romeria.pifflmedien.de
Facebook: facebook.com/PifflMedienFilmverleih
Instagram: instagram.com/piffl_medien
Kinostart: 2. April 2026
Mit „Romería – Das Tagebuch meiner Mutter“ präsentiert uns die spanische Regisseurin und Drehbuchautorin Carla Simón ihren dritten Spielfilm nach „Fridas Sommer“ (2018) und dem auf der Berlinale 2022 mit dem Goldenen Bären als Gewinnerfilm ausgezeichneten „Alcarràs – Die letzte Ernte“.
Eine Romería, aus dem Spanischen übersetzt Pilgerfahrt, ist es allerdings nicht, die die 18jährige Marina (Llúcia Garcia) im Sommer 2004 aus Katalonien nach Vigo an die galicische Atlantikküste führt. Nach dem frühen Tod ihrer Eltern bei der Familie ihrer Mutter aufgewachsen benötigt sie für ein Stipendium an der Filmhochschule in Barcelona die Sterbeurkunde ihres Vaters Fon. Da das Amt allerdings keinen Beleg findet, dass sie sein Kind war, müsste der Großvater väterlicherseits (José Ángel Egido) dies bezeugen. Zu diesem hatte sie allerdings nie Kontakt, und wie sie von ihrem Onkel Lois (Tristán Ulloa) erfährt, ist der alte Herr mitsamt Gattin nicht immer kooperativ.
Vorsichtig also nähert sie sich der eigenen Familie und erfährt hierbei aus verschiedenen Quellen immer mehr über das bewegte Leben ihrer Eltern in den 80er-Jahren. Durch das sich in ihrem Besitz befindliche Tagebuch der Mutter war sie ja schon auf wilde Zeiten vorbereitet, von Heroinabhängigkeit und Drogendealerei aber wusste sie nichts oder wollte dies bewusst überlesen. Nun versucht sie mehr zu verstehen und fängt dabei mit einer Videokamera die Stimmung der Gegend ebenso ein wie Momente mit der Familie, die sie dann doch einigermaßen herzlich aufnimmt.

(© Piffl Medien, Mario Llorca)
„Romería – Das Tagebuch meiner Mutter“ wechselt zwischen Szenen aus 2004, wo Marina die malerischen Cíes-Inseln ebenso kennenlernt wie ihre Großeltern und diverse Cousins und Cousinen, von denen vor allem der etwa gleichalte Nuno (Mitch Martín) zu einer Art Bezugsperson wird, und Momenten aus der Vergangenheit, in denen wir Marinas Eltern erleben.
Diese werden ebenfalls von Llúcia Garcia und Mitch Martín gespielt, hier dann etwas erwachsener aussehend, und was sie zwischen großer Liebe, Genießen der schönen Gegend und Versinken im Drogensumpf so alles durchleben, ist mal poetisch schön, mal schwer bedrückend. Die beiden jungen Talente spielen die Doppelrollen gut, aber auch José Ángel Egido als bestimmender Großvater, der seinen Sohn auf Grund des aus seiner Sicht peinlichen AIDS-Tods lieber vergessen möchte, oder Tristán Ulloa als mit seinen Schilderungen von einst im Widerspruch zu den Offenlegungen von Virxinia (Sara Casasnovas) oder Iago (Alberto Gracia) stehender Onkel sind gut besetzt.
„Romería – Das Tagebuch meiner Mutter“ baut mit seinen Zeitwechseln eine besondere Atmosphäre auf und die von Kamerafrau Hélène Louvart eingefangenen Bilder tun ihr Übriges. So tauchen wir mit Marina ein in die Familiengeschichte, die durchaus unerwartete Emotionen weckt, kommen neben Liebe doch auch Schmerz und Scham wieder hoch, von Carla Simón ruhig erzählt. Kein mitreißender Film, aber doch einer, der sich gut anschauen lässt.
Trailer:
Bewertung: 6 von 10 Punkten

