
That’s Why The Lady Is A Champ
Darsteller: Sydney Sweeney, Ben Foster, Merritt Wever, Katy O’Brian
Regie: David Michôd
Dauer: 135 Minuten
FSK: freigegeben ab 16 Jahren
Website: tobis.de/titel/thats-why-the-lady-is-a-champ
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Instagram: instagram.com/tobisfilm
Kinostart: 3. September 2026
Nachdem man schon vor einiger Zeit lesen konnte, dass die mit überzeugenden Rollen in der gut unterhaltenden RomCom „Wo die Lüge hinfällt“ und dem soliden Horrorfilm „Immaculate“ in der Langfilmwelt gut durchgestartete Sydney Sweeney nach den Flops „Madame Web“ und „Eden“ mit dem Boxerin-Biopic „Christy“ einen nächsten Film mit miesem Einspielergebnis in der US-amerikanischen Heimat zu verzeichnen hatte, kommt eben dieser Streifen nun unter dem Titel „That’s Why The Lady Is A Champ“ nun ein Jahr nach seiner Premiere beim 2025er Toronto International Film Festival und lange zehn Monate nach dem US-Kinostart doch noch in unsere Kinos. Dank einer Jeans-Werbekampagne, reizvollen Clips für ihre eigene Unterwäschemarke Syrn, ihrer weiteren Mitwirkung in der Serie „Euphoria“ und einer Hauptrolle in Paul Feigs bei uns im Januar 2026 angelaufenen Kinohit „The Housemaid – Wenn sie wüsste“ blieb Sweeney stets präsent in den Medien und ist einer der Namen, mit den man Publikum in die Kinos locken kann – warum also nicht auch zu diesem Streifen, ist er doch durchaus gelungen.
Im Biopic verwandelt sich die attraktive Blondine in die eher unscheinbar daher kommende Christy Salters, die im West Virginia Ende der 80er-Jahre als Tochter des Kohlebergmanns John (Ethan Embry) und der wenig toleranten Mutter Joyce (Merritt Wever) aufwächst. Nicht nur dass diese alles tut, um die Homosexualität ihrer Tochter zu bekämpfen, lässt Christy gerne mal gegen das Kleinbürgertum aufbegehren. Gegen den Willen ihrer Mutter nimmt sie an einem „Toughwoman“-Box-Wettkampf teil, und als sie diesen zur eigenen Überraschung gewinnt, wird der schmierige, aber renommierte Trainer und Manager Jim Martin (Ben Foster) auf sie aufmerksam, der ihr eine große Karriere verspricht, wenn sie einen Vertrag bei ihm unterzeichnet.
Dies tut sie und besticht im Ring mit etlichen Knockouts. Während sie hier auf der Siegerstraße zu sein scheint, nimmt sie privat die falsche Abzweigung und landet auch dort in Martins Fängen bzw. seinem Bett. Die beiden heiraten, doch parallel zu ihrem sportlichen Aufstieg als „The Coal Miner’s Daughter“ in große Arenen, wo sie nach dem Umzug nach Florida sogar an vom großen Promoter Don King (Chad L. Coleman) veranstalteten Abenden als erste Frau unter seinen Fittichen boxt, beginnt bald schon einiges Leid, schreckt Martin ihr gegenüber doch nicht vor häuslicher Gewalt zurück. So geht es für sie nicht mehr nur um Box-Ruhm, sondern auch um Selbstbestimmung bis hin zum Überleben.

Sydney Sweeney (Christy Martin), Ben Foster (Jim Martin)
(© Tobis Film)
„That’s Why The Lady Is A Champ“ zeigt uns die wahre Lebensgeschichte der US-amerikanischen Profiboxerin Christy Martin, die eine Pionierin des Frauenboxens war, im Laufe ihrer Karriere 49 Siege holte, 2009 WBC-Weltmeisterin im Superweltergewicht wurde und seit 2020 zur International Boxing Hall of Fame gehört. Im deutschen Titel angelehnt an die 1996er-„Sports Illustrated“-Cover-Überschrift „The Lady Is A Champ“ geht es aber natürlich nicht nur um den sportlichen Aufstieg, sondern auch um den Albtraum, den sie privat ertragen musste und gegen den sie sich erwehrte. Diese Ereignisse machen aus dem in der ersten Hälfte sehr gewöhnlichen SportlerInnen-Biopic dann noch einen Streifen mit weit mehr Substanz.
Sydney Sweeney verkörpert Christy mit vollem Einsatz und weiß in einer Rolle zu überzeugen, in der es mal nicht um ihre Reize geht, sondern um schauspielerische Leistung. Ob der Film ausgerechnet deshalb das US-Publikum nicht genug ins Kino locken konnte, das ist nur Spekulation und wäre auch schade, denn „That’s Why The Lady Is A Champ“ lässt sich insgesamt gut anschauen und erzählt – wenn auch etwas zu lang geraten – eine hierzulande vmtl. nicht vielen bekannte Geschichte zwischen sportlichem Aufstieg und privatem Drama.
Trailer:
Bewertung: 6 von 10 Punkten

