
Das Ende der Sterne
Darsteller: Jacob Elordi, Josh Brolin, Margaret Qualley, Guy Pearce
Regie: Ridley Scott
Dauer: 119 Minuten
FSK: freigegeben ab 16 Jahren
Website: www.dasendedersternefilm.de
Facebook: facebook.com/20thCenturyStudiosDE
Instagram: instagram.com/20thcenturystudiosde
Kinostart: 27. August 2026
Nachdem Altmeister Ridley Scott („Alien“, „Blade Runner“, „Gladiator“, „Der Marsianer“) uns zuletzt mit den großangelegten und vieldiskutierten „Napoleon“ und „Gladiator 2“ zweimal in vergangene Zeiten eintauchen ließ, nimmt uns der momentan 88-jährige Brite nun in „Das Ende der Sterne“, seiner Adaption des Bestsellers „Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte“ von Peter Heller, mit in die Zukunft. Und diese ist hier alles andere als rosig, ist nach einer globalen Pandemie doch der Großteil der Menschheit verstorben – wobei Heller hier nicht von den COVID-19-Ereignissen inspiriert wurde, erschien sein Roman doch bereits im Jahr 2012.
Die Endzeitstimmung deutet sich zunächst nur an, wenn wir den früheren Mechaniker Hig (Jacob Elordi) kennenlernen, der mit seinem Hund Jasper durch die Natur streift, auf einem verlassenen Flugplatz für Kleinflugzeuge in den Bergen Colorados zu leben scheint. Schnell aber lernen wir, dass er diesen als sicheren Rückzugsort mit dem älteren Bangley (Josh Brolin) teilt, der statt die schöne Gegend zu genießen lieber auf einem Wachturm hockt und als Ex-Marine nahenden Eindringlingen zielsicher den Kopf wegpustet. Dass die Zivilisation im großen Format den Bach runtergegangen ist, das wird dann klar, als Hig mit Jasper in seiner Cessna durch die wunderschöne Landschaft nach Denver fliegt, welches zugewachsen und verwüstet brach liegt.
Da Hig weiß, wo er hier in einem versteckten Lager noch Lebensmittel und Benzin für seinen Flieger finden kann, kommt er anscheinend immer wieder mal vorbei, wundert sich aber über neue Beschriftungen und kryptische Symbole. Nach einem kleinen Flug-Abstecher zu ebenfalls in der Natur angesiedelten Mormonen um Aaron (Benedict Wong), wo sich die vielen Kinder über die mitgebrachte Limonade und kurzes Spielen mit Jasper freuen, geht es für Hig zurück zu Bangley, wo es sicher scheint – aber dies kann doch nicht den Rest des Lebens ausfüllen, welches für den jungen Piloten nach dem Verlust seiner schwangeren Frau von Melancholie geprägt ist. Er setzt immer wieder mal Funksprüche ab und vermutet nach einer nicht ganz verständlichen Antwort, dass in den Bergen beim Flugplatz Grand Junction weitere gesunde Überlebende sein könnten.
Als bei einem Angriff von vermeintlich Infizierten, die auf der Suche nach Nahrung und Waffen zum ruchlos abschlachtenden Mob werden, Higs geliebter Jasper verstirbt, hält es ihn nicht mehr bei Bangley. Der Flug nach Grand Junction verläuft allerdings nicht planmäßig, und so muss er irgendwo in den Wäldern bruchlanden. Auch hier gibt es zwei Überlebende, der verbissene, desillusionierte Jack (Guy Pearce) misstraut Hig aber und scheucht ihn fort, während seine Tochter Cima (Margaret Qualley) Mitleid hat und ihn unterstützt, über die Runden zu kommen und die Cessna sowie die mit Bäumen gesäumte Umgebung für einen Neustart herzurichten. Und auch hier ist der Frieden nicht von Dauer.

Jacob Elordi als Hig und Josh Brolin als Bangley
(Foto: Fabio Lovino. © 2026 20th Century Studios. All Rights Reserved.)
Mit „Das Ende der Sterne“ beschert Ridley Scott eine beeindruckende Adaption des Bestellers, die bei aller Endzeitstimmung vor allem atmosphärisch daher kommt und in der Schönheit und Hoffnung gegen Gewalt und Verzweiflung überwiegen. Die Aufnahmen der Flüge durch einfach nur wundervolle Landschaft – in den italienischen Alpen gedreht – wirken mit sanfter Musik unterlegt entspannend, ebenso wie der nächtliche Blick in die Sterne, anfangs zusammen mit Jasper an der Seite des stets unter freiem Himmel schlafenden Hig. Dessen Erinnerungen an seine Frau wecken immer wieder Trauer in ihm, und doch hat er den Glauben an ein Leben inmitten einer noch existierenden gesunden Gemeinschaft nicht aufgegeben.
Der Weg hierhin, wenn es sie denn noch gibt, ist aber offensichtlich steinig, und das Dasein auch von Härte geprägt. Der charakterlich so konträre Bangley strahlt diese aus, mit dem er eine Überlebens-Zweckgemeinschaft bildet, viel mehr verbindet die beiden aber anscheinend nicht. Mit dem gut ausgerüsteten, offenen Auges wachenden und zielsicher schießenden Ex-Soldaten kommt er zwar gut über die Runden, auf Dauer reicht dies aber nicht zum Glück, und so möchte Hig mehr herausfinden über die Herkunft des empfangenen Funksignals.
„Das Ende der Sterne“ besticht neben seiner Atmosphäre mit tollen Bildern, ob nun der Landschaft, der Flüge, des zerstörten Denver, der hin und wieder actionreich erfolgenden Angriffe oder seiner Protagonisten. Jacob Elordi, Josh Brolin, Margaret Qualley und Guy Pearce, den man anfangs kaum erkennt, spielen allesamt überzeugend, und auch Allison Janney tritt noch in Erscheinung als über Grand Junction – wo es noch zu spektakulären Szenen kommt – herrschende, mysteriöse Darlene.
Mit „Das Ende der Sterne“, der eigentlich nur in einer Überlebensszene an Glaubwürdigkeit einbüßt, weiß Ridley Scott vielleicht endlich mal wieder seine Kritiker zu überzeugen. Zumindest sollte das Diskussionspotenzial weit kleiner sein als beim Historienepos „Napoleon“ und der späten Fortsetzung „Gladiator 2“. Und hiermit scheint noch lange nicht Schluss zu sein, arbeitet Scott doch wohl bereits an „Gladiator 3“ als Abschluss und einer Neuverfilmung von Robert Louis Stevensons Abenteuerklassiker „Die Schatzinsel“ mit Hugh Jackman als Long John Silver. Wir sind gespannt, freuen uns aber erst einmal über diesen gelungenen Streifen.
Trailer:
Bewertung: 8 von 10 Punkten

