
Schwesterherz
Darsteller: Marie Bloching, Anton Weil, Proschat Madani, Laura Balzer
Regie: Sarah Miro Fischer
Dauer: 96 Minuten
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Website: www.eksystent.com/schwesterherz.html
Facebook: facebook.com/EksystentDistribution
Instagram: instagram.com/eksystent_filmverleih
Kinostart: 8. Januar 2026
Mit „Schwesterherz“ legt die deutsche Regisseurin Sarah Miro Fischer ihr Langfilmdebüt vor, für das sie zusammen mit Agnes Maagaard Petersen auch das Drehbuch schrieb. Seine Weltpremiere feierte der Film bei den 75. Internationalen Filmfestspielen Berlin im Februar 2025 in der Sektion Panorama, wurde dann im Oktober bei den First Steps Awards 2025 als „Bester abendfüllender Spielfilm“ ausgezeichnet.
Das Schwesterherz ist und hat im Streifen Rose (Marie Bloching), die nach Trennung von ihrer Freundin erst einmal bei ihrem älteren Bruder Sam (Anton Weil) einzieht, bis sie eine neue Bleibe findet – was für diesen kein Problem darstellt, verstehen sich die beiden doch ausgezeichnet und können auch mit einem gemeinsamen Freundeskreis Spaß haben.
Als Rose in einer Nacht hört, wie der sich nicht in einer Beziehung befindende Sam eine Frau mit nach Hause bringt, die beiden kichernd in seinem Zimmer verschwinden und dann deutlich hörbar Sex haben, da denkt sie sich nichts dabei, auch wenn sie verwundert ist, dass die Liebschaft dann direkt wieder geht und verschreckt aussieht, als sie sie in der Küche erblickt. Dann aber erhält Rose einen Brief und wird als Zeugin vorgeladen, da ihrem Bruder eine Vergewaltigung vorgeworfen wird.
Dass der liebevolle, sanfte, eigentlich doch auch so bedacht handelnde Sam wirklich ein sexueller Straftäter sein soll, das kann sie sich nicht vorstellen, und so macht sie ihre Aussage auch von dieser Überzeugung zusammen mit Loyalität und der Liebe zu ihm gefärbt. Aber was, wenn dies doch stimmen sollte? In Rose kommen Zweifel auf und und ein wachsendes Gefühl der Verantwortung, sich hier nicht blind nur auf Basis der Zuneigung zum Bruder hinter ihn zu stellen und ihn zu entlasten, falls doch etwas Wahres an den Vorwürfen sein sollte. So spricht sie nicht nur eindringlich mit Sam, um dem Geschehenen auf den Grund zu gehen, sie versucht auch, das vermeintliche Opfer kennen zu lernen.

(© 2025 eksystent Filmverleih)
„Schwesterherz“ ist ein berührendes Drama, das nachdenklich macht und somit über das Anschauen hinaus wirkt. Die Geschichte ist von Sarah Miro Fischer ebenso griffig wie ergreifend inszeniert worden, so dass man von Beginn an nah an der Protagonistin Rose ist und ihre Gedanken mit durchlebt, wie sie noch von der eigenen Trennung bedrückt eigentlich nichts mehr will als warme Geborgenheit und Frieden. Diese findet sie zunächst beim liebevollen Sam, mit dem sie zusammen lebt, als hätten sie schon immer eine WG gehabt – vertraut, unkompliziert und schön.
Dann aber kommt es zum besagten Vorfall, der zunächst wie die typische Liebelei am Ende einer Partynacht klingt – ja, wir hören mit Rose zu -, dann aber doch auch in der späteren Reflektion und der Zuordnung des Gehörten zu den Vorwürfen plötzlich starke Zweifel aufkommen lässt. Noch vor all diesen Gedankengängen aber sagt Rose bei der Polizei aus und Sam scheint davon zu kommen. Ist dies aber okay, und wie überhaupt fühlt er sich, wessen ist er sich bewusst, wo doch auch einiges an Alkohol im Spiel war?
„Schwesterherz“ kommt vielschichtig daher und weiß einen zu packen, auch durch äußerst authentisches, starkes Schauspiel von Marie Bloching, die einmal mehr zeigt, dass weit mehr in ihr steckt als die humorvollen Momente in „Die Discounter“, und Multitalent Anton Weil, der als Rapper unter seinem Nachnamen Weil noch nicht viel Aufsehen erregt hat, als Darsteller in Filmen und Serien aber nun schon mehrfach positiv auffallen konnte.
Trailer:
Bewertung: 8 von 10 Punkten

