Home Film„Street Fighter“ – eine fürchterlich miese, auf schlechte Gags setzende Kampfspiel-Neuadaption

„Street Fighter“ – eine fürchterlich miese, auf schlechte Gags setzende Kampfspiel-Neuadaption

Autor: Tobi

"Street Fighter" Filmplakat (© 2026 Paramount Pictures)

Street Fighter

Darsteller: Noah Centineo, Andrew Koji, Andrew Schulz, Callina Liang
Regie: Kitao Sakurai
Dauer: 120 Minuten
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Website: www.paramount.de/street-fighter
Facebook: facebook.com/Paramount.Pictures.Germany.Kino
Instagram: instagram.com/paramount_pictures_germany
Kinostart: 15. Oktober 2026


1994 war es, als gleich zwei auf dem Capcom-Videospiel „Street Fighter II“ basierende Filme ins Kino kamen. Viele erinnern sich vielleicht an „Street Fighter – Die entscheidende Schlacht“, der einigermaßen erfolgreich lief, vor allem wohl dank des damals als Action-Haudrauf gerne gesehenen Jean-Claude Van Damme, bei Fans des Spiels – an das er nur lose angelehnt war – aber wenig Anklang fand. Weit mehr Lob erntete der japanische Animationsfilm „Street Fighter II: The Animated Movie“, dem aber hierzulande keine Vorführungen auf der großen Leinwand vergönnt waren. 2009 gab es mit „Street Fighter: The Legend of Chun-Li“ noch ein auf die ehemalige Interpol-Beamtin als Rächerin fokussierendes Spin-Off, aber es dauerte nun doch bis 2026, dass mit „Street Fighter“ ein neuer, auf den globalen Markt angelegter Streifen rund ums Thema in den Kinos startet.

Nachdem Ryu (Andrew Koji) beim ersten World Warrior Tournament im Jahr 1987 zwar gewonnen hat, hierbei aber im finalen Match gegen den Muay Thai Master Sagat die eher ungewollt erweckte, ebenso dunkle wie mörderische Energie des Hado von der diabolischen Gottheit Akuma nutzte, ist der Asiate untergetaucht. Sein Meister Gouken (Don Lee) war hierdurch verstorben, der ihn und seinen brüderlichen US-amerikanischen Freund Ken Masters (Noah Centineo) so vieles lehrte. Letzterer ist sechs Jahre später, also 1993, zwar noch medial präsent, aber eher als für B-Formate taugendes Muskelpaket auf Sendern wie MTV, nicht als Kämpfer – was seinem Manager Dan Hibiki (Andrew Schulz) aber auszureichen scheint.

Dann aber taucht die mysteriöse Chun-Li (Callina Liang) auf und erklärt, die besten Kämpfer weltweit für das nächste World Warrior Tournament in Metrolao zu rekrutieren. Auch weil sie andeutet, Ryu zurück zu holen, sagt Ken Masters zu – und nicht nur er, auch bekannte Größen wie Vega (Orville Peck), Guile (Cody Rhodes), Balrog (Curtis „50 Cent“ Jackson), Dhalsim (Vidyut Jammwal), E. Honda (Hirooki Goto), Zangief (Olivier Richters), Joe (Alexander Volkanovski) oder Akuma (Joe „Roman Reigns“ Anoa’i) treten an. Ryu hingegen lehnt das Angebot ab. Um ihn geht es dem eigentlichen Veranstalter aber, Diktator M. Bison (David Dastmalchian) vom Syndikat Shadaloo, und so lässt er ihn einsperren und gegen die brasilianische Bestie Blanka (Jason Momoa) kämpfen, denn er möchte Ryus verborgen gehaltene Hado-Kampfkraft für sich extrahieren, um noch mehr Macht zu erlangen, seine Psycho Power noch zu steigern. Mittels eines Hadouken gelingt Ryu aber die Flucht und er taucht doch noch beim World Warrior Tournament und seinem alten Kumpel Ken Masters auf.

"Street Fighter" Szenenbild (© 2026 Paramount Pictures, Capcom and Legendary. All Rights Reserved.)

Andrew Koji (links) und Noah Centineo
(© 2026 Paramount Pictures, Capcom and Legendary. All Rights Reserved.)

Unter der Regie von Kitao Sakurai, der das Drehbuch gemeinsam mit T. J. Fixman geschrieben hat, ist ein neuer „Street Fighter“-Film entstanden, der so viel Spaß macht wie eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt, nämlich gar keinen. Dies vielleicht auch, weil hier viel zu sehr auf gewollten Spaß gesetzt wird, wirkt der Streifen doch von Beginn an wie eine völlig misslungene Parodie auf die bekannte Kampfspiel-Serie. Die Charaktere – offensichtlich auch vor allem aus „Street Fighter II“ extrahiert – verlieren so, mal abgesehen vom desillusionierten Ryu, jede Ernsthaftigkeit, man soll ihnen dann aber doch bei ihren alles andere als zarten Duellen zuschauen und diese dann wieder als solche ernst nehmen. Nein, das funktioniert nicht.

Alleine schon das Installieren von Figuren wie dem luschigen Dan Hibiki oder dem von US-Komiker Eric André gespielten Turnieransager Don Sauvage mit seinem blödsinnigen, unseriösen Gehabe nimmt dem Streifen jeden Anspruch, und die Handlung kommt zudem extrem unspannend daher, so dass selbst in den gar nicht mal so übel inszenierten Kampfszenen totale Langeweile aufkommt.

Neben Andrew Koji als Ryu wissen lediglich Callina Liang als ernsthafte, bestimmt auftretende Chun-Li, Jason Momoa als grüner Muskelkoloss Blanka und Vidyut Jammwal als geschmeidiger Dhalsim zu gefallen, aber die anderen Kämpfer inkl. des lächerlich dargestellten Ken Masters oder auch David Dastmalchian als lauer Bösewicht erzeugen nur Ärger statt Akzeptanz.

Und genau das ist es, „Street Fighter“ ist ein ärgerlicher Film, weil er so viel mehr Potential gehabt hätte und sicher auch einiges an Budget in die Produktion geflossen ist. Der sich durchziehende, keine Lacher erzeugende Humor, die kaum gelungene 90er-Nostalgie und die öde Handlung dominieren aber den Eindruck in einer riesigen Enttäuschung, bei der die manchmal eingeflochtenen Animationsmomente noch das Highlight darstellen.

Trailer:

Bewertung: 1 von 10 Punkten

 

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