Home MusikAlbum-RezensionenDie Editors kehren auf ihrem überzeugenden achten Album zu ihren klanglichen Wurzeln zurück

Die Editors kehren auf ihrem überzeugenden achten Album zu ihren klanglichen Wurzeln zurück

Autor: Tobi

Editors "Surface, Echo & Sound"

Editors

„Surface, Echo & Sound“

(Album, Play It Again Sam, 2026)

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Nachdem die Editors nach dem Einstieg von Elektronik-Produzent Benjamin John Power alias Blanck Mass als sechstem Mitglied mit ihrem siebten Album „EBM“ 2022 eine Hommage an härtere elektronische Musik der 80er-Jahre boten (lies unsere Rezension hier), kehren sie nun mit dem Nachfolger „Surface, Echo & Sound“ zu ihren klanglichen Wurzeln zurück, das handgemachten Indie-Rock mit Wave-Einflüssen und nur wenigen elektronischen Sounds fusioniert – vielleicht auch, weil Power die Band 2025 wieder verließ.

Eine recht umgehende Rückbesinnung liegt bei den Editors also vor, und die Fans werden dies begrüßen. Auch wenn der letzte Longplayer seinen Reiz hatte, hört man die Jungs um Frontmann Tom Smith doch am liebsten so, wie sie nun wieder klingen, wobei es diesmal auch noch weit weniger elektronisch zugeht als auf den „EBM“ vorausgehenden Scheiben „In Dream“ (2015) und „Violence“ (2018).

Editors (© Rahi Rezvani)

(© Rahi Rezvani)

Eröffnet wird das neue Album vom Titelsong „Surface, Echo & Sound“ dann sogar eher akustisch, wenn Smith echobehangen und fast bluesig zu kurzgeschlagener Akustikgitarre in einem Zweiminüter darüber singt, dass jeder so seine Probleme hat. „The is no surface, there is no echo and there is no sound“ heißt es hier, bevor im treibenden, eingängigen ersten Vorboten „Call It In“ dann geschickterweise die Textzeile „Surface, echo and sound“ noch einmal auftaucht und in den starken Refrain überleitet.

Die mitreißende Single über sinnvolle Ratsuche bei Ängsten und Hilfe durch gute Freunde entstand während Studio-Sessions, die zwischen Toms Debüt-Soloalbum „There Is Nothing In The Dark That Isn’t There In The Light“ und Live-Auftritten stattfanden, und im ländlichen Gloucestershire arbeiteten Tom Smith, Russel Leetch (Bass, Synths), Ed Lay (Schlagzeug, Percussions), Justin Lockey (Gitarre) und Elliott Williams (Gitarre, Keyboard) eher traditionell an neuen Songs.

Mit „The Rush“, welches Smith eigentlich zuerst für sein Soloalbum geschrieben hatte, folgt dem Titel entsprechend ein weiterer treibender Song, der als zweiter Vorbote auserkoren wurde und in dem der Frontmann eine imaginäre Barszene schildert, in der zwei Menschen über das Leben reden, etwas trinken und über all die Höhen und Tiefen nachdenken, sowie über die Hetze unserer Zeit: „This living hurts, it’s never ending. This living hurts – but nothing hurts like the rush.“ Smith ist hierbei auch an der Mandoline zu hören, und das Instrument verleiht dem Album nicht nur hier einen organischeren Klang mit Folk-Würze.

Auch beim folgenden, etwas gemütlicher angelegten, durchaus aber packenden „Rescue“ ist die Mandoline nicht zu überhören, bevor mit „Shadow“ eine erste Ballade erklingt. Den schönen, zärtlichen, am Ende dann noch energetisch ausbrechenden Song hat Smith für eine befreundete Person geschrieben, die kürzlich ihren Vater verlor. „I know it still hurts, you’re still afraid of the undertow, whichever way you look, I’ll be your shadow. It’ll always get dark, it gets heavy down every road, but there’s still a moon and I’m still your shadow.“ – einfach wunderschön, und von Tom mit viel Ausdruck mal wieder toll gesungen.

Mit der Midtemponummer „Real“ wird es dann wieder etwas folklastiger, wobei hier auch Gitarren aufheulen und der Gesang in den Strophen mal sehr effektverdunkelt erklingt, im Refrain umso rauer. Ganz anders kommt dann „Happiness“ daher, das in Sound und Machart etwas an The Cure erinnert, und wieder eine ganz andere Seite der Editors bringt das packende „Much Love“ mit seiner tiefen, herausstechenden Basslinie und feinen Wave-Klängen.

Sehr viel hoffnungsvoller und sanfter werden dann die „Butterfly Wings“ geöffnet, bevor das als dritte Vorab-Single gebotene „Seriously“ im Tempo deutlich anziehend erneut gut vorangeht, wobei auch hier New Wave und 80er-Indie-Anleihen verabreicht werden, die erneut etwas an The Cure denken lassen. Und auch inhaltlich bleibt es optimistischer, wenn es darum geht, einen Weg nach vorn zu finden, wenn das Leben dunkler wird.

Mit „The Hills We Died Upon“ schließt dann eine Lagerfeuer-taugliche Nummer die insgesamt 45 Minuten ab, bei der Tom vor allem zu akustischer Gitarre über das auch für Momente in Beziehungen sinnbildliche Ende der Nacht singt: „Dawn serenading the dark, if the morning could roll back the time, take us back to the start. Dawn serenading the dark, we couldn’t stop the leaving stars, they won’t light where we are.“ Mit dem gelungenen Album „Surface, Echo & Sound“ kehren die Editors sehr ansprechend zu ihren klanglichen Wurzeln zurück, mit guten, abwechslungsreichen Songs.

Hier sind die Editors im Frühjahr 2027 live zu sehen – Tickets gibt es z.B. hier bei Eventim (Partnerlink):

02.02.2027 CH-Zürich – Xtra
07.02.2027 München – Zenith
08.02.2027 A-Wien – Gasometer
11.02.2027 Berlin – Columbiahalle (ausverkauft)
14.02.2027 Köln – Palladium (ausverkauft)
16.02.2027 Leipzig – Haus Auensee (hochverlegt)
20.02.2027 Hamburg – Inselpark Arena (ausverkauft)

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Bewertung: 8 von 10 Punkten

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