
Toy Story 5
Animation
Regie: Andrew Stanton
Dauer: 102 Minuten
FSK: freigegeben ohne Altersbeschränkung
Website: www.disney.de/filme/toy-story-5
Facebook: facebook.com/disneydeutschland
Instagram: instagram.com/disneydeutschland
Kinostart: 23. Juli 2026
Filmreihen, bei denen alle Streifen toll sind, die Fortsetzungen nichts an Reiz einbüßten und man stets voll zufrieden den Kinosaal verließ (oder von der heimischen Couch aufstand), sind äußerst selten. Eine der wenigen sind die wunderbaren Geschichten der „Toy Story“. Im Gegensatz zu vielen Filmen, die bei Erfolg direkt Sequels nach sich ziehen, lassen sich die Macher von Disney•Pixar hier tatsächlich Zeit und kommen immer erst mit einem neuen Film ums Eck, wenn die Story es wert ist – technisch hierbei immer in den neuesten Standards bestechend. 1995 ging es mit „Toy Story“ los, und nach 1999, 2010 und 2019 liegt nun also „Toy Story 5“ vor, bei dem man kein Prophet sein muss, um zu sagen, dass es sich um den nächsten großen Erfolg von Disney•Pixar handelt – schön auch, weil das Spin-off „Lightyear“ 2022 weit unter den Erwartungen blieb. Da „Toy Story 5“ in den USA bereits Mitte Juni startete, sind an den Kassen bereits 890 Millionen US-Dollar eingefahren, das Budget von etwa 250 Millionen ist also bereits mehr als dreifach wieder reingeholt, und einige Märkte wie unserer folgen ja erst noch.
Da Cowboy Woody die gewohnte Riege unserer liebgewonnenen Spielzeuge am Ende des vierten Teils „A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando“ verlassen hatte, um sich Porzellinchen anzuschließen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, aussortierten Spielzeugen neue BesitzerInnen zu verschaffen, fokussiert sich der neue Film erst einmal auf Cowgirl Jessie, Astronaut Buzz Lightyear und ihre Freunde, zu denen inzwischen auch die aus Plastikbesteck gebastelten Forky und Karen Beverly gehören.
Als die nun achtjährige Besitzerin Bonnie realisiert, dass sie von den Klassenkameradinnen, die in der Freizeit fast nur noch an ihren digitalen Geräten hängen und mehr über Gamechats als verbal kommunizieren, so gut wie nicht mehr beachtet wird, verfällt das Mädchen in Trauer. Eigentlich spielt sie noch so gerne mit Spielzeugen, aber keiner mehr mit ihr. Die Eltern sind zwar keine Freunde der neuen digitalen Welt, kaufen der Tochter dann aber doch ein in Froschdesign daher kommendes „Lilypad“-Tablet. Sofort ist die Stimmung aufgehellt, und bald schon wird Bonnie zu einer Übernachtung mit mehreren Mädels eingeladen.
Groß hingegen ist die Aufregung bei Jessie, Buzz Lightyear und den anderen, als sie merken, dass Bonnie trotz mehrerer Versuche, zurück in ihre Aufmerksamkeit zu gelangen, nicht mehr mit ihnen spielt. Stattdessen ist da nun Lilypad, die als modernes Spielzeug ebenfalls bei Abwesenheit von Menschen lebendig wird und sehr von sich überzeugt ist. Wie könnte man Bonnie umstimmen, die auch jetzt nicht glücklich wird? Über ein Walkie-Talkie wird Woody kontaktiert, der zur Hilfe eilt, und der Plan, für Bonnie eine noch analog spielende Freundin zu suchen, führt zurück bis auf den Bauernhof von Jessies früherer Besitzerin Emily. Doch nicht nur dies, auch eine durch ein Transportunglück aktivierte Armee an Buzz-Lightyear-Figuren greift noch mit ein.

(© Disney. All Rights Reserved.)
Bei „Toy Story 5“ führte Andrew Stanton Regie, der dies schon bei Disney•Pixar-Erfolgen wie „Findet Nemo“, „WALL·E – Der Letzte räumt die Erde auf“ und „Findet Dorie“ tat, zudem bereits am Drehbuch von „Toy Story“, „Toy Story 2“ und „A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando“ mitschrieb. Das Buch für „Toy Story 5“ verfasste er nun zusammen mit Kenna Harris, die sich mit ihrem 2021er-Kurzfilm „Ciao Alberto“ einen Namen gemacht hatte.
Zusammen greifen sie mit der auch schon bei Kindern immer mehr Einfluss nehmenden Digitalisierung ein absolut aktuelles Thema auf und vermitteln auch einige Folgen wie die Traurigkeit der niedlichen Bonnie, die eigentlich noch so gerne analog spielt, aber hiermit alleine dasteht und hierfür sogar von den anderen gemobbt wird. Der neue Besitz eines Tablets spült sie zwar kurz mal wieder in die Gruppe der vermeintlichen Freundinnen, da diese aber selbst bei Übernachtungspartys fast nur an ihren Geräten sitzen und über diese kommunizieren, wird Bonnie nicht glücklich – und in Chats noch von den anderen runtergemacht.
„Toy Story 5“ gelingt es wunderbar, hier nicht nur mit erhobenem Zeigefinger zu agieren, sondern sehr sensibel auf die Thematik einzugehen, so dass vielleicht das eine oder andere Kind, das den Film sieht, ins Grübeln über das eigene Digital- und Sozialverhalten kommt – und den Eltern wird einmal mehr vermittelt, die Augen offen zu halten, vor allem auch für die Gemütszustände der Kleinen. Die Technik generell wird hier auch nicht verteufelt, will Lilypad doch nur Bonnies Bestes – aber der Umgang mit ihr ist der entscheidende Faktor.
Dies alles wird wieder sehr unterhaltsam und rasant verabreicht, und zusätzlich zu den bekannten Spielzeugen und auch in einigen Momenten den im vierten Teil eingeführten Porzellinchen oder Motorrad-Stuntspringer Duke Caboom gibt es neue Figuren, die Spaß bereiten. Neben Lilypad kommen hier mit Toilettengang-Lern-Gerät Schlaumeier in Klopapier-Design, Kinderkamera Schnappi und Navigations-Nilpferd Atlas weitere Geräte neu zum Zug, und dazu Charaktere wie die kostümierte Erdnuss Dr. Nutcase, Actionfigur Combat Carl oder neue Kuscheltiere.
Die Animation von „Toy Story 5“ ist wieder atemberaubend großartig bis ins kleinste Detail, und der einmal mehr warmherzige Streifen bereitet wie schon all seine Vorgänger sowohl Kindern als auch Erwachsenen jede Menge Freude. Den stimmungsvollen, bestens passenden Score erschuf übrigens wie schon in allen Teilen der Reihe zuvor Randy Newman – und im äußerst nett gestalteten Abspann, der noch eine Mid-Credit-Szene aufbietet, hört man dann noch das extra hierfür geschriebene „I Knew It, I Knew You“ von Taylor Swift, welches in den USA Platz 1 der Charts erobern konnte.
Trailer:
Bewertung: 9 von 10 Punkten

