Home MusikCD-Rezensionen Die Kaiser Chiefs bieten Ohrwürmer zwischen Indie-Rock und poppigeren Disco-Klängen

Die Kaiser Chiefs bieten Ohrwürmer zwischen Indie-Rock und poppigeren Disco-Klängen

Autor: Tobi

Kaiser Chiefs "Kaiser Chiefs' Easy Eighth Album"

Kaiser Chiefs

“Kaiser Chiefs’ Easy Eighth Album”

(CD, V2 Records, 2024)

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Nachdem die Kaiser Chiefs in den ersten Jahren ihrer Karriere vor allem mit rockigen Songs wie “Ruby”, “I Predict A Riot”, “Everyday I Love You Less And Less” oder “Coming Home” auf sich aufmerksam machten, die von rockigen Klängen und guten Melodien geprägt waren und ihnen zwischen 2004 und 2008 große Erfolge bescherten, änderte sich ihr Sound nach dem Ausstieg von Drummer und Haupt-Songschreiber Nick Hodgson im Jahr 2012 von Indie-Prägung hin zu mehr Mainstream-Klarheit, ohne aber die eigene Identität zu verleugnen oder langweilig zu werden. Auf das weniger absatzkräftige Album “The Future Is Medieval” (2011) folgte dann mit “Education, Education, Education & War” auch 2014 wieder ein UK-Nummer-Eins-Longplayer mit Gold-Auszeichnung.

Mit dem sechsten Album “Stay Together” (2016) präsentierten sich die Jungs dann noch deutlicher offen im Stil und boten auch einige Stücke, die weit tanzbarer als früher daher kamen und von einigen Fans als zu poppig erachtet wurden. Mit dem Nachfolger “Duck” rückten die Kaiser Chiefs dann 2019 noch weiter aus dem großen Interesse raus, und doch gehen Ricky Wilson (Gesang), Andrew “Whitey” White (Gitarre), Simon Rix (Bass), Nick “Peanut” Baines (Keyboards) und Vijay Mistry (Drums) den eingeschlagenen Weg weiter, der aber auch gut zurück zum Erfolg führen könnte.

Kaiser Chiefs (© Cal McIntyre)

v.l.: Nick Baines, Andrew White, Ricky Wilson, Vijay Mistry und Simon Rix
(© Cal McIntyre)

Ob die im Jahr 2000 in Leeds gegründete Band sich mit ihrem achten Longplayer so locker und leicht taten, das weiß man nicht, aber als sie im November 2022 mit “How 2 Dance” einen ersten Vorboten veröffentlichten, da klang dieser schon mächtig fröhlich und beschwingt. Die mit funky Gitarrenlicks, eingängiger Melodie und treibenden Beats ausgestattete Nummer war eher im Pop als Rock angesiedelt, ging aber gut ins Ohr.

Locker und leicht – warum eigentlich nicht, und so betiteln die Briten dann auch die nun fast eineinhalb Jahre später folgende Scheibe “Kaiser Chiefs’ Easy Eighth Album” und bieten auf eher schlanken 30 Minuten zehn Songs, die sich keiner Genre-Einordnung beugen wollen. Mit “Feeling Alright” eröffnet ein Stück, das zwischen den Welten liegt, wenn niemand geringeres als Nile Rodgers als Gast für Funk sorgt, im Refrain aber auch gerockt wird – und das Gut-Fühlen schwingt auch hier schwerverliebt voll mit.

Produziert von Amir Amor (Sam Smith, Ed Sheeran, Charli XCX) präsentieren sich die Kaiser Chiefs aber auch nicht völlig fernab alter Zeiten, wenn bei Songs wie dem ebenfalls verschossenen “Beautiful Girl”, dem mit fetter Basslinie und verzerrtem Gesang aufwartenden “Reasons To Stay Alive” und später “Noel Groove” auch noch solider Indie-Rock verabreicht wird, gekrönt vom hymnischen Abschluss eines noch traditioneller im Klang rockenden “The Lads”.

Genretechnisch offener präsentiert sich das mit leichten Reggae-Anleihen gut groovende, mit Gast-Vocals von Hak Baker und Trompete bereicherte, hin und wieder auch amtlich knarzige Riffs bietende “The Job Centre Shuffle”, während sich das poppigere, mit Streichern verzierte “Burning In Flames” eingängig und ebenfalls gut groovy im Ohr festsetzt und auch “Sentimental Love Songs” sowie das fröhliche “Jealousy” gekonnt zwischen Pop und Rock balancieren. Dem “Kaiser Chiefs’ Easy Eighth Album” fehlt es sicherlich manchmal an Kantigkeit, aber es handelt sich um eine interessante Scheibe, die sich sehr gut anhören lässt, mit einigen Ohrwürmern.

kaiserchiefs.com
facebook.com/kaiserchiefs

Bewertung: 8 von 10 Punkten

 

 

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