Home MusikCD-Rezensionen Myrath überzeugen auch auf “Karma” mit ihrer packenden Fusion aus Metal, Progressive Rock und arabischen Musik-Elementen

Myrath überzeugen auch auf “Karma” mit ihrer packenden Fusion aus Metal, Progressive Rock und arabischen Musik-Elementen

Autor: Tobi

Myrath "Karma"

Myrath

“Karma”

(CD, earMUSIC, 2024)

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Nachdem das tunesische Quintett Myrath 2019 mit seinem Album “Shehili” (lies unsere CD-Rezension hier) voll zu überzeugen wusste, zog es immer mehr Fans rund um den Globus auch live in den Bann seines “Blazing Desert Metal” – und seine Livequalitäten untermauerte es dann 2020 mit dem starken Konzertmitschnitt “Live In Carthage” (lies unsere Rezension hier) aus dem heimischen Amphitheater von Karthago, wo es als erste Rockband überhaupt aufspielen durfte.

Fünf Jahre nach dem letzten Studioalbum folgt nun mit “Karma” das sechste als Myrath – eines hatten sie ja 2005 bereits unter dem Bandnamen X-Tazy im Eigenvertrieb veröffentlicht, vor der Umbenennung und auch stilistischen Neuausrichtung hin zum Progressive Metal. Was die Jungs um den ausdrucksstarken Frontmann Zaher Zorgati seither bieten, hat mit dem, was Kumpel Dirk und ich einst in den 90ern in den Gassen und Hotels von Sousse, Monastir und Hammamet an ortstypischen Musikstilen wie Raï kennenlernen durften, nichts zu tun und klingt absolut tauglich, auch global abzuräumen.

Myrath (© Marko Ristic)

(© Marko Ristic)

Auf den 48 Minuten von “Karma” bieten Myrath elf neue Songs, mit denen sie ihre Fusion aus Metal, Progressive Rock und arabischen Musik-Elementen weiter perfektioniert haben – und durch die englischsprachigen Texte besitzt das Ganze in jedem Fall das Potential, auch überall außerhalb von Tunesien und seinen Nachbarländern gehört und gefeiert zu werden.

Der Opener “To The Stars” eiert dann auch gar nicht erst um den Kern der Sache herum, sondern legt vom Start weg mit voller Kraft los, reißt einen hierdurch auch direkt mit, energetisch und treibend, mit guter Melodie aufwartend, dazu noch – nicht als einizge Nummer – mit feinem Gitarrensolo ausgestattet, zudem gewürzt mit choralen Momenten, Streichern und heimischem Percussion-Klackern.

Mit dem ebenfalls sehr knackigen, aber auch mit einer ruhigeren Passage aufwartenden “Into the Light” folgt eine emotionale Hymne, die eine Wandlung von Verzweiflung hin zu Stärke behandelt und samt Livevideo auch als Single auserkoren wurde.

Gleiches gilt für “Candles Cry”, welches als letzter Vorbote zum neuen Studioalbum geboten wurde, das von fremdgesteuerten, gegen eigenen Willen handelnden Soldaten erzählt und bei dem Kevin Codfert, Keyboarder und Produzent von Myrath, erstmals im Duett mit Zaher Zorgati singt. Das Livevideo zum Stück wurde im Mai 2023 im serbischen Belgrad gedreht und ist ein weiterer Hinweis auf die Livequalitäten der Tunesier.

Mit dem treibenden “Let It Go”, ebenfalls als Single vorausgeschickt, geht es weiter, einer tiefgründigen Hymne über das menschliche Leben mit all seinen Wendungen und die Unausweichlichkeit der Zeit, von denen man sich nicht negativ beeinflussen lassen sollte.

In puncto Antrieb wird bei den folgenden, etwas getragener angerichteten “Words Are Failing” und “The Wheel Of Time” zwar mal zwei, drei Rillen zurückgeschraubt, aber auch diese Nummern besitzen noch gut Kraft. Nach dem wieder etwas an Progressivität zulegenden “Temple Walls” entpuppt sich das im Midtempo angelegte “Child Of Prophecy” als am ruhigesten startende Nummer, die dann aber mächtig abgeht, sehr spannend und in jedem Fall packend strukturiert.

Mit dem fette Drums, Riffs und Bässe mit getragenen Momenten geschickt verbindenden “The Empire” neigt sich die Scheibe ihrem Ende zu. Zunächste aber wird mit der Single “Heroes” der Energie-Hahn wieder ganz kräftig durchgedrückt, wobei auch hier nicht auf eine gute, eingängige Melodie verzichtet wird, was die Nummer ebenfalls hymnisch macht.

Den Abschluss bildet mit “Carry On” dann noch einmal eine im Midtempo daher kommende Nummer, die hin und wieder tempotechnisch anzieht, dann aber auch wieder Leine lässt. Keine Frage, Myrath bieten mit “Karma” ein weiteres packendes Album, auf dem sie mit ihrem noch ausgefeilter wirkenden Stilmix erneut zu überzeugen wissen.

www.myrath.com
facebook.com/myrathband

Bewertung: 9 von 10 Punkten

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