Home MusikKonzertberichte Cage The Elephant – Kritik des Konzerts in Köln am 21. Juni 2011

Cage The Elephant – Kritik des Konzerts in Köln am 21. Juni 2011

Autor: Tobi

Manche verbringen die letzten Stunden vor dem 40. Geburtstag trauernd alleine oder feiernd im Kreise ihrer Liebsten – ich entschied mich für Cage The Elephant, um mir nochmal die Ohren mit Rock durchblasen zu lassen – was sich als gute Entscheidung heraus stellte.

Nachdem The Tunics aus London einen anständigen halbstündigen Job als Vorband abgeliefert hatten, kamen Cage The Elephant gegen 22 Uhr auf die Bühne und machten direkt mal klar, dass Freunde gepflegter Kuschelmusik fehl am Platz wären. Mit “2024” eröffneten sie den Abend, jedoch in einer weit schnelleren und krachigeren, noch weit punkigeren Version als auf dem aktuellen, zweiten Album “Thank You, Happy Birthday”. Auch Berührungsängste wurden direkt mal ausgeschlossen – gefühlte 5 Millisekunden nach Konzertbeginn sprang Frontmann Matt Schultz erstmals stagedivend ins Publikum. Dieses war zahlreich erschienen – ausverkauft war das Luxor sicherlich nicht, aber gut gefüllt, die Klasse und besonders vermutlich die Livequalitäten der fünf Jungs aus Kentucky hatten sich also herum gesprochen. Wobei Jungs an diesem Abend nur bedingt stimmte, stand mit Produzent Jay Joyze doch ein im Vergleich zu den noch sehr jungen Gesichtern von Schultz und Co. sehr markanter Mann mit auf der Bühne, als Vertretung an der Gitarre – auch nicht selbstverständlich, klasse Sache.

Vom ersten Song an hatten Cage The Elephant die zumeist auch eher jungen Besucher (den Schnitt zog ich auch mit 39 noch klar nach oben) direkt gepackt und es wurde getanzt, eher seichter Pogo zelebriert, und viel gehüpft. Wer das Luxor kennt, der weiß, dass es hiermit natürlich auch mal wieder subtropisch heiß wurde. Aber egal. Soundtechnisch hatte der Mann am Pult zwar leider einen äußerst schlechten Tag erwischt und ziemlichen Brei gemischt, aber man hörte sich hier rasch rein und hatte dann doch massig Spaß an diesem Konzert. Die Songs der Jungs sind stark, variieren zwischen Indie-Rock und Punkrock, besitzen starke Melodien – und sie wissen einfach, wie man live abrocken muss, um zu begeistern, allen voran Matt Schultz, der mächtig einheizte und alles gab. Zwischendurch zeigten Cage The Elephant, dass sie auch ruhige Töne anzuschlagen wissen, beim psychedelischen “Flow” oder der feinen Ballade “Rubber Ball”. Highlights des Abends waren “Aberdeen”, die neue Single “Around My Head” und die erste Single “Shake Me Down”, welche als erste Zugabe gespielt wurde. Die Stimmung im Publikum war durchgehend famos, viel mehr kann man eine Band live nicht feiern – und das hatten sie sich verdient. Einzige Negativpunkte neben dem Sound waren, dass der starke Album-Opener “Always Something” leider nicht gespielt wurde und dass das Konzert schon nach 50 Minuten und 13 Songs vorüber war. Hier hätten die Jungs gerne noch ein paar Songs mehr spielen können, auch wenn der Eintrittspreis von 13,90 EUR im Vorverkauf noch völlig okay war für das Gebotene – etwas neidisch aber wird man schon, wenn man im Netz dann liest, dass es am Tag drauf in Amsterdam 18 Stücke gab. In jedem Fall aber insgesamt Daumen klar nach oben, sehr gute Musik und hervorragende Liveband – für mich ein würdiger Abschied aus den 30ern…
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Links:
Website von Cage The Elephant
MySpace-Site von The Tunics
Homepage des Luxor Köln

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