Home MusikKonzertberichte Pop-Shooting-Star Griff überzeugte vor ausverkauftem Haus mit toller Stimme und guten Songs (Köln, 18. März 2024)

Pop-Shooting-Star Griff überzeugte vor ausverkauftem Haus mit toller Stimme und guten Songs (Köln, 18. März 2024)

Autor: Tobi
Griff (© Warner Music Group)

(© Warner Music Group)

Nachdem Pop-Shooting-Star Griff (bürgerlich Sarah Faith Griffiths) zuletzt bereits in Australien, Südostasien und den USA Headliner-Shows gegeben hatte, hatte sich die Britin für drei Konzerte auch in Deutschland angesagt, und diese konnten bereits Wochen vorher ausverkauft vermelden. Es war den Fans wohl klar, dass man hier vielleicht eine der kommenden großen Künstlerinnen noch einmal im kleinen Rahmen erleben konnte – die ja nicht umsonst schon im Vorprogramm von Ed Sheeran, Dua Lipa oder Coldplay ihre Musik präsentieren durfte.

Mit etwa 950 Besuchern und vor allem Besucherinnen größtenteils jüngerer Generation war das Kölner Gloria dementsprechend amtlich gefüllt, als die 23-Jährige am Abend des 18. März 2024 auf dem Programm stand, und auch wenn es draußen noch frisch war, wurde es drinnen schnell warm. Hierfür sorgte zunächst aber auch die Australierin Cxloe, die ab 20 Uhr für eine halbe Stunde Songs aus ihrem am 17. Mai erscheinenden Debütalbum “Shiny New Thing” vorstellte – mit guter Stimme und zusätzlich zu elektronischen Pop-Klängen vom Band einem starken Live-Drummer, mit dem sie ihren limitierten Bühnenplatz gut zu nutzen und die Menge durchaus auch zu bewegen wusste. Hierbei freute sie sich vor allem darüber, dass das Gloria bereits zum Support-Act voll war, während sich in der fernen Heimat die Reihen immer erst zu den Headlinern füllen würden.

Ja, die Stimmung im Saal war gut, und das blieb sie sogar in der Umbaupause, als gefühlte 95% der Anwesenden Taylor Swifts “All Too Well” lauthals mitsangen. Apropos Taylor Swift, der Megastar hatte Griffs neueste Single “Miss Me Too” kürzlich mit “damn Griff I love this one” gelobt – auch das wird die aufstrebende Karriere zusätzlich befeuert haben. Kein Wunder also, dass dieser Vorbote zur am 5. April erscheinenden EP “vert2go vol.2” – der Fortsetzung ihrer letztjährigen “vert1go vol.1”-EP – nicht in der Setlist fehlte.

Los ging es um 21 Uhr aber mit einem anderen gut bekannten Song, nämlich der Single “Black Hole” aus dem Jahr 2021 von der “One Foot In Front Of The Other”-EP, mit der es Griff als erste Künstlerin überhaupt mit einem Mixtape in die Top 5 der UK-Charts schaffte – und als “Rising Star” wurde sie bei den BRIT Awards kurz zuvor auch noch ausgezeichnet. Die Stimmung im Gloria war entsprechend vom Start des Gigs weg bestens, und das war sie auch bei Griff, die mit “Walk” und “Heart Of Gold” direkt noch zwei Stücke ihres damaligen Mixtapes nachlegte.

Mit einem Keyboarder und einem Drummer trat Griff auf, die zu Beginn erst einmal “Cologne 18/03” auf eine die aktuellsten Europatour-Daten verewigende Stoffbahn hinter sich gesprüht hatte – eine witzige Idee. In stets gut wechselnden Lichtszenarien ging es mit der zusammen mit Sigrid veröffentlichten 2022er-Single “Head On Fire” und dem 2021-Mini-Hit “One Night” (mit Silber ausgezeichnet) weiter. Schon hier hatte Griff längst untermauert, welch gute Kompositionen sie hervor bringt, ob nun tanzbar oder auch mal getragener wie bei der abgroovenden Midtempo-Nummer “Shade Of Yellow” – und die Britin schreibt ihre Songs ja selbst, oft auch alleine. Und nicht nur dies, gesanglich war sie über alle Zweifel erhaben und wusste voll zu überzeugen.

Sympathisch präsentierte sich Griff von Anfang an schon, suchte dann aber auch die Nähe zu den Fans, als sie wie Moses die Menge teilte und in den hinteren, etwas erhöhten Teil des Gloria schritt, um dort alleine mit Gitarre die Lieder “Earl Grey Tea” und “So Fast” akustisch inmitten der BesucherInnen zu singen. Auf dem Rückweg nach vorne wurde rasch noch etwas persönlich signiert, dann ging es auf der Bühne weiter, wo sie nun am Keyboard Platz nahm, um mit “Good Stuff” noch einen weiteren ruhigen, selbst mit Pianoklängen begleiteten Song folgen zu lassen. Es wurde also untermauert, dass Griff nicht nur toll singt, sondern auch an Instrumenten zu verzaubern weiß.

Mit dem zunächst auch noch verhalten startenden “Into The Walls” wurde es dann wieder tanzbar, bevor Griff mit “Hole In My Pocket”, “Pillow In My Arms” und “Cycles” die drei noch unveröffentlichten Songs ihrer kommenden “vert2go vol.2”-EP bot, die allesamt wieder gut klingen. Klar, die hier anschließende aktuelle Single “Miss Me Too” wurde dann – da bekannt – mehr gefeiert, und mit dem umjubelten 2023er-Hit “Vertigo” ging Griff von der Bühne, um dann mit der wundervollen, im Original von Coldplay-Frontmann Chris Martin am Piano begleiteten Ballade “Astronaut” ein starkes Konzert abzuschließen.

Einen kleinen Abzug in der B-Note kann man allerdings dafür geben, dass Griff als Headliner nur 66 Minuten Live-Genuss bot. Mit “Love Is A Compass”, mit dem sie 2020 die Disney-Kampagne Make-A-Wish untermalt hatte, oder frühen Singles wie “Say It Again” und “Paradise” hat sie schließlich noch diverse eigene Songs in ihrem Fundus, die noch 15 weitere Minuten locker hätten füllen können.

Aber sonst keine Frage – Griff, die 2021 noch im knapp 400 Menschen Platz bietenden Kölner Artheater zu erleben war und nun das Gloria vermutlich zweimal hätte füllen können, wird völlig zu Recht immer größeres Publikum erreichen mit ihren tollen Songs und dann auch in größeren Hallen spielen. So war es schön, sie hier noch einmal in kleinerem Rahmen erleben zu können.

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Links:
Website von Griff
Website des Gloria Köln

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