
EPiC: Elvis Presley in Concert
Dokumentation
Regie: Baz Luhrmann
Dauer: 97 Minuten
FSK: freigegeben ab 6 Jahren
Website: www.upig.de/micro/epic-elvis-presley-in-concert
Facebook: facebook.com/UniversalPicturesDE
Instagram: instagram.com/universalpicturesde
Kinostart: 26. Februar 2026
Mit seiner sensationellen, epischen Biografie „Elvis“ setzte der Australier Baz Luhrmann („Moulin Rouge!“, „Australia“) 2022 der Legende des Rock’n’Roll Elvis Presley ein Denkmal und outete sich dabei als absoluter Elvis-Fan. Quasi als Abfallprodukt seiner damaligen Recherchen für den Streifen produzierte der Musikliebhaber anschließend den Konzertfilm „EPiC: Elvis Presley in Concert“, in dem er uns nun mit stimmungsvoll zusammengestelltem Material dem Musiker so nahekommen lässt wie selten zuvor.
Es erforderte sicherlich einer guten Portion Akribie, für die Sichtung unveröffentlichter 35mm- und sogar Super-8-Aufnahmen tief in die Archive einzutauchen. Gelohnt hat es sich in jedem Fall, denn zum Vorschein kamen dabei nicht nur kistenweise Outtakes der beiden Dokumentarfilme „Elvis: That’s the Way It Is“ und „Elvis on Tour“ von 1970 respektive 1972. Selbst bisher unbekannte Interviewsequenzen grub Luhrmanns Team aus und war in der Folge ganze zwei Jahre damit beschäftigt, das Material zu restaurieren und teilweise sogar Bilder mit einer Tonspur zu versehen. Das Resultat kann sich mit seiner beeindruckenden Bild- und Tonqualität wirklich sehen lassen und bildet die Basis für einen Film, in dem Luhrmann den Superstar allein durch die Montage von Originalaufnahmen als nahbaren, ungemein sympathischen Musiker zeigt.
Denn noch bevor sich der Regisseur überwiegend den im Zentrum seines Streifens stehenden Konzertausschnitten widmet, lässt er uns gleich vom Star höchstselbst über seine biografischen Meilensteine und dazugehörigen Befindlichkeiten aufklären, der per Off-Stimme in mit Bildern unterlegten Interviewsequenzen zu wichtigen Momenten seines Lebens zu Wort kommt. Das ist nicht nur überaus aufschlussreich, was die verschiedenen Karrierephasen des Künstlers angeht, sondern verleiht dem Ganzen schon anfangs mit einem locker plaudernden Elvis auch noch eine ungeheuer persönliche Note. Ein Effekt, der sich durchzieht durch Luhrmanns Werk, das so viel mehr ist als nur ein Konzertfilm, gibt es uns doch ganz nebenbei einen kurzen Abriss über Elvis‘ Leben und wird gleichzeitig phasenweise fast zur Charakterstudie des Stars.

(© Universal Pictures)
Das unterscheidet den Streifen von herkömmlichen Konzertfilmen, schließlich sehen wir außer Ausschnitten seiner Auftritte auch eine Menge Bilder der Proben, in denen sich Elvis gegenüber seinen Musikern absolut kollegial und auch schon dort als sympathischer, teilweise sogar lustiger Entertainer zu erkennen gibt. Natürlich ist das ein Resultat der Bildauswahl, mit der der Regisseur Elvis hier von seiner besten Seite zeigt und seine späten, von Medikamenten- und Alkoholkonsum geprägten Jahre komplett ausklammert. Der positiven Ausstrahlung jedoch, die Luhrmann hier mit seiner stimmigen Montage transportiert, können wir uns vom Start weg kaum entziehen.
Wir lernen, wie sehr Elvis unter der auferlegten Bühnenabstinenz der Knebelverträge seiner genauso lukrativen wie anspruchslosen Hollywoodkarriere litt und sich anschließend wie befreit von 1969 bis zu seinem Tod 1977 hauptsächlich in Las Vegas in bis zu drei Auftritte täglich stürzte. Genau das spüren wir in den Konzertausschnitten, die nahezu den gesamten Zeitraum abdecken, und in denen uns Luhrmann mit Elvis‘ atemberaubender Bühnenpräsenz die volle Energie seiner Auftritte immer am Rande völliger Verausgabung spüren lässt. Es sind Momente unglaublicher Intensität, von denen uns der Regisseur hier einen wahren Reigen darbietet und dabei von den größten Hits – „Suspicious Minds“ sorgt hier fast ausgespielt für einen emotionalen Höhepunkt – bis zu Gospelnummern Elvis‘ ganzes Musikspektrum einfließen lässt.
Das ist mit teilweise bisher unbekanntem Material nicht nur musikalisch ungeheuer mitreißend, sondern gibt darüber hinaus Einblick in den Umgang des Künstlers mit seinen Kollegen, der Elvis als ungemein einnehmenden, allürenfreien Menschen zeigt. Luhrmanns fein montiertes Fan-Movie ist damit unheimlich unterhaltsam und hinterlässt vor allem ein nachwirkendes Bild des Superstars, der sich seinen Legendenstatus mehr als verdient hat.
Trailer:
Bewertung: 8 von 10 Punkten


