Home Film„The Toxic Avenger“ – ein Superheldenfilm mal als amüsanter Splatter-Trash

„The Toxic Avenger“ – ein Superheldenfilm mal als amüsanter Splatter-Trash

Autor: Mick

Am 22. Januar 2026 hat capelight pictures den mal als amüsanter Splatter-Trash angerichteten Superheldenfilm „The Toxic Avenger“ als limitiertes Mediabook (4K Ultra HD + Blu-ray), limitiertes SteelBook (4K Ultra HD + Blu-ray), Blu-ray und DVD veröffentlicht. Digital ist der Streifen bereits seit 13. November 2025 verfügbar.

"The Toxic Avenger" Mediabook (© capelight pictures)

Verleih: capelight pictures
Website: www.capelight.de/the-toxic-avenger
Facebook: facebook.com/capelightpictures
Filmlänge: 103 Minuten
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
FSK: freigegeben ab 18 Jahren

Jetzt bestellen bei Amazon.de


Noch bevor die wilde Superhelden-Mania die Kinos erreichte, kam im Jahr 1984 mit „The Toxic Avenger“ schon mal ein erfrischender Gegenpol zu der damals lediglich aus den ersten drei Superman-Filmen bestehenden, sich aber trotzdem abzeichnenden, anrollenden Comicverfilmungswelle in die Kinos. Hatte der schwarzhumorige Streifen wegen seines Erfolges nicht nur drei Fortsetzungen sondern sogar eine Marvel-Comicheftreihe zur Folge, versucht sich jetzt knapp 40 Jahre später – der Film wurde nämlich schon vor zwei Jahren fertiggestellt – Regisseur Macon Blair an einem zeitgemäßen Remake dieses rotzigen Bruders aller Hochglanz-Superheldenfilme.

Und rotzig kann Blairs Neuverfilmung, für die der ebenfalls das Drehbuch verfasste, genauso wie seine Vorlage, wenn auch hier der titelgebende Superheld unter seinen fiesen Kontrahenten regelmäßig mit einem kontaminierten Wischmopp aufräumt. Der mutierte Rächer heißt eigentlich Winston (Peter Dinklage) und arbeitet als Reinigungskraft für ein umweltschweinisches Pharmaunternehmen, in dem der korrupte Boss Bob Garbinger (Kevin Bacon) niederträchtig das Zepter schwingt. Die Rollen sind also klar verteilt in der nicht immer ganz ernst zu nehmenden Splatterkomödie, deren Stärke unschwer zu erkennen nicht primär in der Wandlungsfähigkeit ihrer Figuren liegt.

Vielmehr setzt sie vom Start weg auf unser Mitleid mit dem alleinerziehenden Winston, dem sein Chef Garbinger böse mitspielt, als sich Winston im Wissen seiner mutmaßlich bei der Arbeit erworbenen, schweren Hirnerkrankung hilfesuchend an ihn wendet. Nicht nur wird er hinterhältig von dem Fiesling abgewiesen, sondern kurze Zeit später auch noch auf dem Firmengelände von dessen Schergen erschossen und in einem Giftmüllbehälter entsorgt. Damit aber haben sie sich selbst ins Bein geschossen, denn kurz darauf entsteigt Winston als wenig ansehnliches, mutiertes Muskelpaket Toxic Avenger der blubbernden Brühe, mit der er obendrein gleich seinen Mopp zum übermächtigen Schlagwerkzeug aufrüstet.

"The Toxic Avenger" Szenenbild (TM & © 2025 Legendary)

(TM & © 2025 Legendary)

Und schon haben wir einen zu allem entschlossenen Superhelden, der zwar nicht wie so viele andere zum fotogenen Covermodel taugt, angesichts seiner Vorgeschichte auf seinem Rachefeldzug gegen Garbinger jedoch unsere uneingeschränkten Sympathien besitzt. So verfolgen wir auch gleich ungemein belustigt, wie er sich zunächst einmal dessen Handlangertruppe, die sonst allseits beliebten Skate-Musikpunks „The Killer Nuts“ vornimmt und sie mit dem chemietriefenden Wischmopp genüsslich in ihre Einzelteile zerlegt. Das inszeniert Blair ungemein rasant und mit überraschend hochqualitativer Animation, wo sein Film doch ansonsten eher wie lupenreiner B-Movie-Trash anmutet.

So trashig, wie seine Optik anfangs vermuten lässt, aber ist er dann doch nicht, obwohl sein geradliniges Drehbuch allzu simpel gestrickt ist und damit eigentlich ganz gut zum ersten Eindruck passt. Und doch verströmen gerade seine manchmal fast unmotiviert wirkenden Splatterszenen einen unkonventionellen Charme, die so eine Menge Spaß machen und dem Streifen sein FSK-18-Rating allemal verdienen. Kein Film also für zarter besaitete Gemüter mit Mainstream-Erwartungen, alle anderen aber dürften durchaus ihre Freude haben, wenn er mit seinem bitterbösen, teilweise respektlosen Humor ein ums andere Mal gezielt mit gängigen Superheldennormen bricht.

Da verzeiht man ihm dann auch gerne eine Handlung, die mit ihren pathetischen Familiengeschichten sowohl bei Winston als auch auf Seiten der Bösewichte nach pseudo-psychologischen Antworten sucht und damit unnötigerweise den eingeschlagenen Pfad der anspruchslosen Unterhaltung verlässt. Viel lieber erfreuen wir uns an einer erlauchten Besetzung, die ihre flachen Charaktere immerhin mit so viel Leben füllt, dass wir die wunderbare Figur des Toxic Avenger amüsiert auf ihrer gewalttätigen Mission für die Gerechtigkeit begleiten.

Bonus-Material:

Als Extras findet man auf der DVD neben dem Audiokommentar von Regisseur Macon Blair ein interessantes, 24-minütiges „Hinter den Kulissen“ (Min.) und den Originaltrailer.

Auf der Blu-ray und 4K UHD gibt es all dies auch, außerdem – ebenfalls lohnend – „Toxic Crew-Saders“ (26 Min.), „Meet the Cast“ (36 Min.), ein „San Diego Comic-Con“-Panel zum Film (58 Min.) und den Kurzfilm „Toxic Shock“ mit Tiffany Shepis (11 Min.).

Das Mediabook enthält zudem ein 60-seitiges Booklet mit einem Text von Tobias Hohmann und einem Auszug aus der Graphic Novel zum Film von Iván Brandon und Fabiana Mascolo.

Trailer:

Bewertung: 7 von 10 Punkten

 


Weitere Spezifikationen:

Verkaufsstart: 22. Januar 2026
Bildformat 4K: 16:9 (2,39:1 – 4K, HDR10)
Bildformat Blu-ray: 16:9 (2,39:1 – 1080p)
Bildformat DVD: 16:9 (2,39:1)
Ton 4K + BD: DTS-HD MA 5.1 (De), Dolby Atmos (En)
Ton DVD: Dolby Digital 5.1

(MUCKE UND MEHR ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Websites konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.)

Related Articles