Home Film„Passenger“ – André Øvredals Horrorfilm über einen mitreisenden Dämon schockt effektiv

„Passenger“ – André Øvredals Horrorfilm über einen mitreisenden Dämon schockt effektiv

Autor: Tobi

"Passenger" Filmplakat (© 2025 Paramount Pictures)

Passenger

Darsteller: Jacob Scipio, Lou Llobell, Melissa Leo, Joseph Lopez
Regie: André Øvredal
Dauer: 94 Minuten
FSK: freigegeben ab 16 Jahren
Website: www.PassengerFilm.de
Facebook: facebook.com/Paramount.Pictures.Germany.Kino und facebook.com/ParamountPicturesHorror
Instagram: instagram.com/Paramount_Pictures_Germany und instagram.com/Paramount_Pictures_Horror
Kinostart: 28. Mai 2026


Mit „Passenger“ beschert der norwegische Regisseur André Øvredal seinen neuesten Film und bewegt sich hierbei wieder im Horror-Genre, in dem er mit „The Autopsy of Jane Doe“ (2016), „Scary Stories to Tell in the Dark“ (2019) und „Die letzte Fahrt der Demeter“ (2023) ja bereits anständige Ergebnisse vorlegen konnte – während er im Bereich Fantasy dem guten „Trollhunter“ (2010) mit „Mortal – Mut ist unsterblich“ (2020) nur einen mittelprächtigen Streifen folgen ließ.

Also wieder Horror, und auf diesen brauchen wir nicht lange warten, wenn die Kumpels Lucas (Miles Fowler) und Daniel (Alan Trong) mit reichlich Geschwafel einen nächtlichen Highway befahren und Letzterer dann während einer Pinkelpause übel abgeschlachtet wird. Die hier verabreichte, gut funktionierende Mischung aus düsterer Atmosphäre und guten Bildern ist es, die sich durch den ganzen Film ziehen soll und die Schlichtheit seiner Handlung fast vergessen lässt.

Nicht viel einfallsreicher wird es nämlich, als wir Tyler (Jacob Scipio) und Maddie (Lou Llobell) kennenlernen, die ihre Großstadt-Wohnung in Brooklyn aufgeben, um fortan in einem kleinen Camping-Van zu leben, was schon immer sein Traum von Unabhängigkeit war. Auf diesen hat sie sich eingelassen, ist er doch ihre große Liebe – was er dann mit einem Heiratsantrag auch gleich unter Beweis stellt. Dass sie annimmt, scheint klar gewesen zu sein – nicht aber, dass nachts dann besagter Lucas auf der Flucht vor dem Grauen panisch an ihnen vorbei rast. Ein kurzes Stück weiter finden sie sein Auto an einem Baum zerschmettert und ihn blutig zugerichtet.

"Passenger" Szenenbild (© 2025 Paramount Pictures)

(© 2025 Paramount Pictures)

Was sie nicht wissen ist, dass sie durch ihr Anhalten und ihre versuchte Hilfe einen Dämon übernommen haben, der Reisende befällt. Die auf dem Unfallwagen entdeckten drei diagonalen Streifen-Kratzer finden sich bald auch an ihrem Van, und wie sie von der überaus schockiert wirkenden, erfahrenen Diana (Melissa Leo) bei einem Camper-Van-Treffen erfahren, sind sie nicht mehr alleine – „The Passenger“ ist bei ihnen und wird sie töten, wenn sie weiter nachts reisen sollten. Hierzu findet Maddie dann sogar Literatur, über den Hobo-Code als Zeichensprache der in Güterzügen während der Großen Depression schwarzfahrend reisenden Wanderarbeiter. Aber nicht nur diese erzeugt Unbehagen, die bedrohlichen Vorfälle rund um die beiden häufen sich. Es ergibt sich die dringliche Frage, ob und wie sie dem dämonischen Passagier entkommen könnten, um nicht sterben zu müssen, wobei Maddie den Ernst der Lage weit früher erkennt als Tyler.

Mit „Passenger“ bietet André Øvredal nach einem Drehbuch des Duos Zachary Donohue und T.W. Burgess wie erwähnt wenig Neues und greift sogar auf einige aus anderen Horrorfilmen bekannte Motive zurück, wie die während der Fahrt wiederkehrende Sichtung des geisterhaft wirkenden Dämonen (Joseph Lopez) am Straßenrand, aber das Ganze funktioniert dank einer sauber arrangierten, dichten Stimmung, dank vieler Aufnahmen, die mit gerne auch mal um die ProtagonistInnen kreisende Handkamera geschickt eingefangen wurden, und dank ordentlich angerichteter Schockmomente. Besonderen Eindruck hinterlassen hierbei eine in den Wahnsinn treibende Szene auf dem fast leeren Parkplatz eines Fitnessstudios und eine auch Liebe zum Kino verströmende Projektion des Klassikers „Ein Herz und eine Krone“ auf ein im Wald zwischen Bäume gespanntes Laken, in dem sich dann bald das Gesicht des Grauens abbildet, das daraufhin mit dem Projektor in der Hand gesucht wird, wobei wir Audrey Hepburn und Gregory Peck immer wieder sehen.

Neben der handelsüblichen Flucht der Menschen vor dem Bösen sehen wir gleichzeitig auch Versuche, die kirchliche Kraft des heiligen Christophorus als Patron der Reisenden gegen den Dämon einzusetzen, in einem insgesamt durchaus gelungenen Herumreise-Schocker, der am überzogen wirkenden Ende aber leider etwas von seiner stringenten Linie abweicht. Wer sowieso schon ein Camping-Skeptiker gewesen sein sollte, der wird nach dem Anschauen des Films wohl noch weniger Lust haben, auf sichere vier Wände zu verzichten.

Trailer (FSK ab 16 Jahre):

Bewertung: 7 von 10 Punkten

 

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