
Masters of the Universe
Darsteller: Nicholas Galitzine, Camila Mendes, Jared Leto, Idris Elba
Regie: Travis Knight
Dauer: 132 Minuten
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Website: www.MastersOfTheUniverseFilm.de
Facebook: facebook.com/SonyPicturesGermany
Instagram: instagram.com/SonyPictures.de
Kinostart: 4. Juni 2026
Was 2023 Mattels Barbie konnte, können die „Masters of the Universe“ des gleichen amerikanischen Spielzeugherstellers schon lange. Ursprünglich 1982 als Actionfigurenensemble konzipiert, dem zur Anregung der Spielfantasie Mini-Comics mit Hintergrundgeschichten beilagen, wurden die „Masters“ mit dem Start der Zeichentrickserie „He-Man“ nur ein Jahr später zum multimedial synergetischen, umsatzstarken Franchise, das schon nach kurzer Zeit einen gewissen Kultstatus erlangte. Nachdem 1987 der erste, lieblos produzierte Versuch einer Realverfilmung an den Kinokassen kolossal floppte, landete unlängst die sich schon stolze 20 Jahre hinziehende Wiederbelebung der beliebten Fantasyhelden schließlich in den Händen des Trickexperten Travis Knight („Bumblebee“, „Kubo – Der tapfere Samurai“), der uns jetzt mit „Masters of the Universe“ ein neues Kinoabenteuer von He-Man und Co. präsentiert.
Dass während der gefühlt unendlichen Produktionszeit mit diversen Rechte- und damit einhergehenden Personalwechseln einige am Drehbuch herumdoktern durften, ist dem Werk leider schon nach kurzer Zeit anzusehen, wenn hier lediglich die der Zeichentrickserie zugrundeliegende He-Man-Geschichte zu einem reichlich uninspirierten, an die gängigen Comichelden angelehnten Plot ausgebaut wird. Prinz Adam alias He-Man (Nicholas Galitzine) nämlich verschlägt es auf die Erde, nachdem es ihm auf seinem paradiesischen Heimatplaneten Eternia nicht gelungen ist, die Machtübernahme durch den Fiesling Skeletor (Jared Leto) zu verhindern und seine Eltern zu retten.
Adam geht nunmehr einem eintönigen Bürojob nach – Parallelen zu Super- oder Spider-Man sind wirklich kaum übersehbar – und nutzt nebenbei jede Minute für die Suche nach seinem verlorenen Schwert der Macht, das ihm als He-Man übermenschliche Kräfte verleiht. Plumpe Gags zum im irdischen Berufsleben überall aneckenden Fantasyhelden sind hier angesichts allgegenwärtigen Overactings eher peinlicher Natur, bis Adam tatsächlich durch eine Webanfrage auf das begehrte Schwert stößt. Das bringt er in einer nicht minder zum Fremdschämen einladenden, gezwungen komisch wirkenden Aktion in seinen Besitz und ruft damit prompt Skeletors Schergen auf den Plan, die ihre Macht durch den Exilanten bedroht sehen.

Ram Man (Jon Xue Zhang), Man at Arms (Idris Elba), Adam (Nicholas Galitzine), Teela (Camila Mendes) und Cringer
(© 2026 Amazon MGM Studios Content Services LLC)
Schon kann sie losgehen, die wilde CGI-Hatz, die sich durch die Ankunft des wilden Monsters Beast-Man auf der Erde ankündigt, und auf die sich Regisseur Knight ja so gut versteht. Die allerdings geht trotz des ansehnlichen Budgets von knapp 200 Mio. Dollar nicht immer ganz ruckfrei über die Bühne, wäre manchmal etwas mehr Kleckern statt Klotzen angebracht gewesen, wenn sich Adam, Beast-Man und die zu Hilfe geeilte Teela (Camila Mendes), mit der Adam einst aufgewachsen ist, erst um das magische Schwert balgen, und anschließend zurück auf Eternia auch wieder zünftig um die Herrschaft gerungen wird.
Zweifelsohne setzt die Neuverfilmung hauptsächlich auf den Kultfaktor der aus der Zeichentrickserie bekannten Figuren, die hier zwar durch das wenig originelle Drehbuch in ein enges Korsett gepresst werden, mit ihrem für Fans enormen Wiedererkennungswert aber allesamt einen gelungenen Auftritt hinlegen. So haben sich die vielen Stunden im Kraftraum für Hauptdarsteller Galitzine erkennbar gelohnt, während Jared Leto unkenntlich hinter der Maske des Skeletor wohl eher wegen seines Namens besetzt wurde. Die Handlung jedenfalls ist nicht weiter erwähnenswert, würde locker in eine halbstündige Serienfolge passen und erzeugt mit ermüdenden Kampfsequenzen wahlweise per Raumschiff oder zu Fuß eine Menge Leerlauf.
Eins aber muss man Knights Streifen lassen, setzt er doch die Zeichentrickserie mit reichlich Dilettantismus genauso in Action wie in Dialogen, den wir hier zugunsten des Regisseurs mal als gewollt unterstellen wollen, nahezu eins zu eins um und lässt obendrein mit doppeldeutigen Sprüchen manchmal sogar erfrischende Selbstironie erkennen. Das jedoch kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Galitzines Adam mit übertriebener Einfältigkeit kaum zur Identifikationsfigur taugt, und das restliche, namhafte Ensemble in seinen durchgehend flachen Rollen weitgehend verschenkt ist. So hält sich der Unterhaltungswert der mit ihren über zwei Stunden viel zu langen Neuverfilmung trotz erkennbar guten Willens am Ende in engen Grenzen.
Trailer:
Bewertung: 4 von 10 Punkten

