
Resident Evil
Darsteller: Austin Abrams, Andrea Miltnerová, Paul Walter Hauser, Zach Cherry
Regie: Zach Cregger
Dauer: 94 Minuten
FSK: freigegeben ab 16 Jahren
Website: constantin.film/kino/resident-evil-2
Facebook: facebook.com/constantinfilm
Instagram: instagram.com/constantinfilm
Kinostart: 17. September 2026
Der auf der gleichnamigen Videospielreihe basierende Horror-Actionfilm „Resident Evil“ von Paul W. S. Anderson aus dem Jahr 2002 spielte mehr als 100 Millionen US-Dollar und sein Budget somit dreifach wieder ein und war nebenbei auch privat für den Regisseur wegweisend, heiratete er im Folgejahr doch Hauptdarstellerin Milla Jovovich, mit der er inzwischen drei Töchter hat. Das sich aus dem Erfolg entwickelnde Film-Franchise servierte bis 2016 fünf Fortsetzungen, allesamt mit Jovovich und ertragreich, brachten doch z.B. der vierte Teil „Resident Evil: Afterlife“ (2010) und der sechste „Resident Evil: The Final Chapter“ (2016) über 300 Millionen US-Dollar an den Kinokassen ein. Mit Letzterem war es das dann aber auch für Jovovich und einen Großteil des Teams um Anderson, der bis dahin für alle Teile das Drehbuch geschrieben und viermal inszeniert hatte, oft auch an der Produktion beteiligt war. 2021 folgte dann mit „Resident Evil: Welcome to Raccoon City“ von Johannes Roberts (Regie & Buch) ein erster Reboot-Versuch, der in Punkten wie Handlung, Dialoge und Spezialeffekte im unteren Mittelmaß angesiedelte und dann auch von Fans wie Kritikern selten gelobte Streifen spielte aber nur vergleichsweise maue 42 Millionen US-Dollar ein, und die meisten der Kritikpunkte waren nicht auf das verringerte Budget von etwa 25 Millionen zurückzuführen.
Nun gibt es einen zweiten Anlauf, das Franchise weiterzuführen, und so viel können wir vorweg nehmen, die so bezeichnete „Neuinterpretation“ ist so gut gelungen, dass man sich hierüber keine Sorgen machen muss. Der neue Film, schlicht wieder „Resident Evil“ betitelt, weiß zu überzeugen. Das haben wir vor allem dem im Horror-Genre verwurzelten Regisseur Zach Cregger zu verdanken, der mit seiner ersten Allein-Inszenierung „Barbarian“ (2022) trotz geringen Budgets schon einen kleinen Hit landen konnte und dann mit dem letztjährigen „Weapons“ einen großen folgen ließ samt amtlichem Hype und überraschendem „Beste Nebendarstellerin“-Oscar® für Amy Madigan. Zu den Hauptdarstellern in „Weapons“ gehörte auch Austin Abrams, und ihm hat Cregger nun auch mit der Rolle des Protagonisten in seinem „Resident Evil“ betraut.
Abrams spielt Bryan, der sich als Kurierfahrer für medizinische Güter seinen Lebensunterhalt verdient. Als er in einem Krankenhaus gerade ein Organ abgeliefert hat und hierbei mal wieder größtenteils übersehen wurde, steht eigentlich der Heimweg zu seiner Freundin an. Diese hat ihm nämlich am Telefon gerade eröffnet, dass sie schwanger sei, und seine wenig euphorische Reaktion führt zu ernsthaften Differenzen. Als ihm dann aber noch ein weiterer Auftrag mit doppelter Vergütung angeboten wird, schlägt er diesen nicht aus, auch wenn es durch die verschneite Natur ins abgelegene Raccoon City gehen soll, wo er im General Hospital erwartet wird.
Den Hinweis, dass er nur mit Vierradantrieb und Winterreifen angemessen für den Job ausgerüstet wäre, ignoriert Bryan geflissentlich und macht sich bei bereits hereingebrochener Dunkelheit auf durch die Wälder. Die dürftige Spurlage seines Autos stellt sich bald aber als das geringste Problem heraus, fährt er im Schneetreiben doch plötzlich eine aus dem Nichts auf die Straße laufende Frau (Andrea Miltnerová) an. Was immer sie im sommerlichen Kleid auch hier wollte, übel zugerichtet sitzt sie bald auf seinem Beifahrersitz, schließlich fährt er ja zu einem Krankenhaus, wo man ihr dann helfen kann.

(© Sony Pictures / Constantin Film / Dušan Martinček)
Dort kommt Bryan allerdings erst einmal gar nicht an. Mit einer Polizeikontrolle und einem weiteren Unfall überschlagen sich die Ereignisse, und der Bote ist bald mitsamt Fracht zu Fuß unterwegs durch den Schnee, wobei ihm rasch klar wird, dass er nicht nur einen gebrauchten Tag erwischt hat, denn irgendetwas stimmt hier nicht mit den angetroffenen Menschen und Tieren, die in Sekundenschnelle zu Monstern mutieren können. Bald sind sie auf der Jagd nach Bryan, der dann erfahren soll, dass ein Virusausbruch für das üble Chaos gesorgt hat und seine Lieferung die letzte Hoffnung auf ein Gegenmittel bedeutet.
Nachdem sich Johannes Roberts‘ „Resident Evil: Welcome To Raccoon City“ wieder deutlich näher an den Survival-Horror-Spielen aus dem Hause Capcom orientierte, geht Zach Cregger mit seinem „Resident Evil“, für den er das Drehbuch gemeinsam mit Shay Hatten („John Wick: Chapter 4“, „Army of the Dead“) geschrieben hat, einen ganz eigenen Weg – und dieser funktioniert bestens. Blutig und alles andere als zimperlich geht es zu, aber auch sehr humorvoll, so dass wir es mit einer Horror-Komödie zu tun haben. Diese weiß von der ersten Minute an gut zu unterhalten, und gerade die Fahrt bzw. dann zu Fuß fortgesetzte Weiterbewegung nach Raccoon City steckt voller toller Momente, die einen zu packen wissen.
Man leidet und fiebert mit dem tapferen Bryan, der von Austin Abrams gut gespielt wird und auf den sich der Film stark fokussiert. Zach Cherry sowie die im Schauspiel bereits erfahrenen Ex-Box-Weltmeisterin Kali Reis und Teilzeit-Wrestler Paul Walter Hauser sehen wir als WissenschaftlerInnen des Pharmakonzerns Umbrella Corporation, die hier aber als Auslöser der grausigen Epidemie eher nur am Rande und gegen Ende so eine richtige Rolle spielt. Es wird also bestimmt Stimmen geben, die „Resident Evil“ zu weit weg von der Spielvorlage sehen – dafür weiß er umso mehr zu fesseln und zu unterhalten. Dass man Zach Cregger hier einen Kinoerfolg zugetraut hat, erkennt man auch am nun wieder deutlich gestiegenen Budget von 75 Millionen US-Dollar. Da auf große Namen in der Riege der DarstellerInnen verzichtet wurde, konnte das meiste in die Umsetzung gesteckt werden, und das sieht man, der Film kommt optisch sehr ansprechend daher.
In Raccoon City geht es dann schon auch noch spektakulär zu, ein wenig geht dem Ganzen aber zum Finale hin der vorher so überzeugende Ideenreichtum aus. Insgesamt aber besticht Zach Creggers „Resident Evil“ durch seine Fusion aus üblem Horror und humorvollen Momenten, durch seine gute Dosierung von ruhiger, Spannung wie Beklemmung erzeugender Atmosphäre und Rasanz, durch seine starken Bilder – die in ihrer Machart teilweise wirklich an ein Videospiel erinnern, das dann auch ein paar Male noch explizit von Bryan angesprochen wird – und auch seinen düsteren Elektro-Score. Das Franchise ist wieder zurück, und das mit seinem bisher stärksten Streifen.
Bewertung: 8 von 10 Punkten


Wir verlosen 2×2 Freikarten (in Deutschland einlösbar) für den Film, welche uns hierfür kurzfristig netterweise zur Verfügung gestellt wurden. Zur Teilnahme – ab 16 Jahren – einfach das folgende Formular ausfüllen und absenden. Einsendeschluss ist der 23. September 2026, damit die digitalen Tickets zum Ausdrucken (oder Online-Einlösen, was bei vielen Kinos auch bereits funktioniert) per E-Mail zum Start der zweiten Kino-Spielwoche bei den GewinnerInnen eintreffen. Viel Glück!
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