Home MusikKonzertberichteFatoni sorgte mit seinem abwechslungsreichen, klugen Rap für einen stimmungsvollen Abend (Köln, 12. September 2026)

Fatoni sorgte mit seinem abwechslungsreichen, klugen Rap für einen stimmungsvollen Abend (Köln, 12. September 2026)

Autor: Tobi
Fatoni (© Stephie Braun)

(© Stephie Braun)

Nachdem Fatoni auch auf seinem siebten Album „Drama endet nie“ mit abwechslungsreichen, gut gemachten und inhaltlich ebenso klugen wie spaßbringenden Rap-Songs wieder zu überzeugen wusste (lies unsere Rezension hier), ging es auch mit diesem natürlich wieder auf Tour. Im Gegensatz zu einigen anderen Städten war das Gastspiel im Kölner Carlswerk Victoria am 12. September 2026 zwar nicht ganz ausverkauft, die 1.600 BesucherInnen fassende Halle war aber gut gefüllt – und wie er anmerken sollte ging es ja auch hier mal klein für ihn los vor ein paar Leuten, die Menge war also schon sehr amtlich … und bestens gelaunt.

Als Support hatte Fatoni – von ihm persönlich auf der Bühne angesagt – für Köln die Dortmunder Newcomer-Combo von Patina Records am Start, die ab 20 Uhr schon mal sehr ordentlich einheizte. Nicht jedem war die Truppe sicher vorher ein Begriff, aber mit fetten Beats, interessanten Flows und auch einigem an Abwechslung widerlegten sie den Titel ihres ersten Albums „Alle hassen Patina“, kamen gut an. Mal abgesehen vom textlich fragwürdigen „Ich hau dir auf die Fresse“ von Tarek One sorgte das Dortmunder HipHop-Kollektiv für gute Momente, spielte seine Tracks auch nicht zu lange aus, zeigte so viel aus dem Repertoire, inkl. brandneuen Nummern vom einen Tag zuvor erschienenen Tape „Bis es platzt“. Schade nur, dass Patina Records lediglich zu viert waren, Tarek, Yako Ok und Malik machten am Mikro aber mächtig Druck, während Anna Katanna als verbliebener weiblicher Teil des eigentlich nun sechsköpfigen Kollektivs leider krankheitsbedingt nicht mit auf der Bühne stehen konnte.

Um 21 Uhr dann betrat Fatoni zu David Bowies „Space Oddity“ die Bühne, passend zum Astronauten-Artwork der aktuellen Scheibe „Drama endet nie“. Mit „Alles neu“, dem Opener des Albums, wurde auch das Konzert eröffnet, in dem Anton Schneider, wie er bürgerlich heißt, die Menge vom Start weg in der Hand hatte. Wie man schnell merkte hatten die Fans das neue Werk des 41-jährigen Sympathen schon gut verinnerlicht, wurden dessen zehn zur Setlist gehörende Tracks doch mitgesungen und ordentlich abgefeiert, vor allem die augenzwinkernde Ballade „Wann werd ich endlich ausgetauscht?“ und der Titeltrack „Drama endet nie“, für den Lakmann als Gast aus dem nahen Ruhrpott mit am Start war, wie schon in der Studioversion.

Auch wenn Edgar Wasser und Juse Ju in Köln leider nicht mit dabei waren, bot Fatoni einige Songs aus gemeinsamen Kollaborationen mit ihnen wie dem letztes Jahr veröffentlichten, starken Longplayer „Bawrs“. So erklang „Beste Kombi“ im Paket mit „7Eleven“, wobei auch Patina Records und Lakmann nochmals für Verstärkung und noch mehr Action auf der Bühne sorgten – und dann ließ Toni alleine noch das an Louis de Funès erinnernde „Nein! Doch! Ohh!“ folgen. Später wurde es dann nach „Kann nicht reden ich esse“ für das extra hier in die Setlist geschobene „Burj Khalifa“ noch einmal etwas voller mit zusätzlichen Rap-Parts von Mädness und Döll.

Für das ruhigere „Oktober“ griff Fatoni mal zur Aktustikgitarre, ansonsten wirbelte er am Mikro ordentlich über die Bretter und riss die Menge mit, die er mehrfach – nicht nur bestens passend beim pumpenden „Auseinander“ – auch für kleine Moshpits kurz spaltete, um besondere Energieexplosionen zu erzeugen, einmal auch mit weniger Testosteron nur für Ladies und Flintas. Aggression war hier aber sowieso nicht zu spüren, das Publikum feierte friedlich und ausgelassen den, der sich auf Spotify bescheiden mit „Der beste deutsche Rapper der Welt“ vorstellt, aber total bodenständig ist und zwischendurch immer wieder einige Worte an die Menge richtete. Für „Bussard“ aus der Netflix-Serie „Kacken an der Havel“, in der Toni die Hauptrolle spielt, zog er dann auch mal die Jacke aus der Rolle an, die er aber als zu warm bezeichnete – schließlich ging es hier durchaus schweißtreibend zu.

Zusammen mit dem an der „spacigen Bar“ für Scratches und Sounds verantwortlichen Ready und Live-Schlagzeuger Tilman Ruetz sorgte Fatoni, auch dank starkem Live-Sound und guter Lightshow, für einen insgesamt sehr stimmungsvollen, mitreißenden HipHop-Abend. Mit „Nachos“ fehlte auch das aktuelle musikalische Statement gegen Rechts nicht, und mit Songs wie „Authitenzität“, „Die Anderen“, „Das ist alles Kunst“ und „Feeling“ gab es natürlich diverse Highlights aus der Karriere. Mit dem getragenen „Alles zieht vorbei“ als erste Zugabe ging die Show dann in ihr ruhiger angelegtes Finale und entließ eine voll zufriedene Menge mit dem melodisch beschwingten „Wenn wir uns wiedersehen“ nach fast zwei Stunden starken Live-Raps (plus mehr von Patina Records) in die laue Kölner Nacht.

Die weiteren Daten der „Drama endet nie Tournee 2026“:

22.09.2026  A-Wien – Arena
23.09.2026  München – Muffathalle
24.09.2026  Wiesbaden – Schlachthof
10.11.2026  Hannover – Capitol
11.11.2026  Münster – Sputnikhalle
28.11.2026  Berlin – Columbiahalle

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Links:
Instagram-Page von Fatoni
Instagram-Page von Patina Records
Website des Carlswerk Victoria Köln

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